Küsnacht

Klinik Pyramide darf in Küsnacht bauen

Die Gemeinde Küsnacht hat die Baubewilligung für ein neues Privatspital erteilt. Der Neubau ersetzt die ehemalige Klinik St. Raphael im Ortsteil Itschnach, die seit Jahren leer steht. Rekurse könnten das Projekt allerdings verzögern.

So soll die neue Privatklinik in Küsnacht dereinst aussehen.

So soll die neue Privatklinik in Küsnacht dereinst aussehen. Bild: zvg/Visualisierung

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Küsnacht wird wohl wieder zum Standort einer Klinik. Die Baukommission hat grünes Licht gegeben für ein geplantes Privatspital auf dem Gelände der ehemaligen Klinik St. Raphael im Ortsteil Itsch­nach. Dies teilte am Mittwoch die Zürcher Klinik Pyramide am See mit, die Mehrheitsaktionärin der Klinik St. Raphael.

Der rund 80 Millionen Franken teure Neubau hoch über Küsnacht soll die heutige Klinik Pyramide im Zürcher Seefeld ersetzen. Wegen knapper Platzverhältnisse gibt diese ihren bisherigen Standort Ende 2021 auf. Der Spitalbetrieb soll nahtlos in der neuen Klinik in Küsnacht wei­tergeführt werden. Vorgesehen sind fünf Operationssäle und 66 Einer- und Zweierzimmer. Pro Jahr sind 3000 bis 5000 opera­tive Eingriffe geplant. Die Klinik deckt mehrere Fachbereiche ab, beispielsweise Chirurgie des Bewegungsapparates, Gynäkologie, Hals-, Nasen- und Ohrenchirurgie und plastische, rekonstruk­tive und ästhetische Chirurgie.

Die Klinik Pyramide zeigt sich erfreut über die erteilte Baubewilligung. «Für uns ist das ein wichtiger Schritt», sagt Cédric ­George, Gründer und Medizinischer Leiter der Klinik Pyramide. Mit dem Neubau und der Standortverlegung der Klinik Pyra­mide könne die lange medizinische Tradition der Klinik St. Raphael weitergeführt werden.

Altes Projekt reaktiviert

Das Spital in Küsnacht war 1961 von Franziskanerschwestern des Klosters Menzingen gegründet wor­den. 2008 stellte es den Betrieb ein. Eine Gruppe von Belegärzten wollte daraufhin gemeinsam mit der Klinik Pyramide ein neues Spital für 120 Millionen Franken bauen. Rekurse von An­woh­nern verzögerten aber das Projekt, und im Zuge der Finanzkrise sprangen schliesslich mehrere Ärzte ab. Sie scheuten das finan­zielle Risiko.

Nun hat die Klinik Pyramide die alten Pläne reaktiviert. Der geplante Neubau entspricht in der Volumetrie weitgehend dem damaligen Projekt. Angepasst wurde aber das Erscheinungsbild: Eine bernsteinfarbene Ke­ra­mikfassade soll dem Spital Glanz verleihen.

Nichts geändert hat sich hingegen womöglich am Widerstand aus dem angrenzenden Wohnquartier. Denn bei der Gemeinde Küsnacht haben 29 Personen den Baurechtsentscheid verlangt. Dies berechtigt sie zur Einsprache – die Frist dafür läuft nun. «Wir erwarten einige Fragen von Anwohnern, und vielleicht gibt es auch Einsprachen», sagt Cédric ­George dazu. Mit vielen Rekursen rechnet er aber nicht. «Wir haben viele Gespräche mit den Anwohnern geführt, und der Bauherrenvertreter ebenso.» Der Klinik Pyramide sei die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde und den Anwohnern wichtig.

Eine Rolle spielen könnte nicht nur die unmittelbare Nachbarschaft, sondern auch der Heimatschutz, der ebenfalls rekursberechtigt ist. Er könnte deshalb ins Spiel kommen, weil die Küsnachter Baukommission die so­ge­nannte Villa Nager, das Hauptgebäude des früheren Spitals, aus dem kommunalen Inventar schützenswerter Bauten entlassen hat.

Dieser Bau muss weichen, damit das Projekt umgesetzt werden kann. Bislang hatte der Heimatschutz stets darauf gepocht, die im Landistil erbaute Villa müsse erhalten bleiben. Der angesehene Ohrenarzt Felix Nager hatte sie 1937 bei den renommierten Architekten Werner und Otto Pfister in Auftrag gegeben. Noch ist unklar, wie der Heimatschutz zur Entlassung der Villa aus dem Inventar steht.

Ein Zaun gegen Vandalen

Auch wenn Rekurse den Bau­start verzögern könnten, gibt es auf dem Areal der ehemaligen Klinik St. Raphael demnächst eine Veränderung. «Wir umzäunen die alte­ Klinik, um sie bis zum Bau­beginn besser zu schützen», sagt George. In Vergangenheit hatte nämlich der seit bald zehn Jahren leer stehende Bau wiederholt Vandalen angezogen, die das In­nere­ verwüsteten. Die Küsnachter Gemeindepolizei ist deswegen schon mehr­mals vor Ort gerufen worden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.06.2018, 21:45 Uhr

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