Zürichsee

Jetzt soll die Bundespräsidentin das Hornen erlauben

Die Gegner des Hornverbots versuchen Bundespräsidentin Doris Leuthard zu überzeugen. Eine Online-Petition soll sie dazu bringen, den Entscheid des Bundesamtes für Verkehr aus Sicherheitsgründen zu überdenken.

Die Gegner des Hornverbots auf dem Zürichsee richten sich mit einer Online-Petition an Bundespräsidentin Doris Leuthard. Sie soll den BAV-Entscheid kippen.

Die Gegner des Hornverbots auf dem Zürichsee richten sich mit einer Online-Petition an Bundespräsidentin Doris Leuthard. Sie soll den BAV-Entscheid kippen. Bild: Keystone

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Länger ist es ruhig geblieben um das Hornen auf dem Zürichsee. Doch die Anhänger der tutenden Schiffe geben nicht so schnell auf. Nun hat der Stäfner Andreas Waber eine Online-Petition lanciert mit dem Titel: «Schiff-Hornen erlauben: zur Sicherheit auf dem Zürichsee». Seit Montagabend kann die Petition unterschrieben werden.

Bis am Dienstagabend haben das knapp 70 Personen getan. Erstes Ziel ist es, 100 Unterstützer zu finden. Gerichtet ist die Petition an Bundespräsidentin Doris Leuthard (CVP). Als Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation ist Leuthard auch verantwortlich für das Bundesamt für Verkehr, welches der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft das Hornen beim An- und Ablegen untersagt hat. Andreas Waber verweist auf die Tradition des Hornens auf dem Zürichsee und bittet Doris Leuthard aus Sicherheitsgründen das Hupen zuzulassen. Schliesslich würden ohne die Warnung die vielen Laien auf dem See in der Nähe der Anlagestellen gefährdet, Schwimmer, Pedalofahrer oder Freizeitkapitäne. Auf die schriftlichen Fragen der ZSZ hat der Initiant am Dienstag nicht geantwortet.

In der Kommentarspalte äussern sich hauptsächlich Einwohner der rechtsufrigen Seegemeinden. Sie verweisen auf die lange Tradition und darauf, dass das Hornen schlicht «dazugehört». Viele äussern ihren Unmut darüber, dass eine einzige Person diese «alte Tradition» zum Verstummen gebracht hat. Aber auch die «Bürokraten» des Bundes werden kritisiert, welche die regionalen Verhältnisse nicht kennen würden.

Fragwürdige Resultate

Die Petition ist auf der Seite change.org zu finden. Wieviel solche Petitionen bringen, ist umstritten. Im «Fall Hefenhofen», bei dem es um Tierquälerei durch einen Pferdezüchter ging, unterschrieben über 13 000 Personen eine Petition, die zur Rettung der Pferde aufrief. Daneben gab es aber auch grossen öffentlichen Druck durch Tierschützer und Medien, die den Fall aufgriffen.

Daneben tummeln sich unter den Petitionen mit Schweizer Bezug Anliegen, die oft nur wenige Unterstützer finden, beispielsweise «Corinne Mauch: Kein Platz für radikale Muslime» oder «Asyl und Schutz für LGBT-Geflüchtete». Besonders aktiv sind eine Organisation namens Brennpunkt Schweiz und die Gamer-Szene zu sein. Tieranliegen laufen in der Regel gut, alles andere hat mehr Mühe, Unterstützer zu finden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.08.2017, 10:46 Uhr

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