Zürichsee

Horngegner zieht Anzeigen zurück

Überraschende Wende im Schiffshorn-Streit: Sechs Anzeigen wurden von einem Stäfner gegen ZSG-Kapitäne wegen missbräuchlichen Hornens erstattet. Nun dürfte der Spuk ums Hornen ein Ende haben.

Ein Anwohner hatte ZSG-Kapitäne des missbräuchlichen Hornens in Stäfa bezichtigt – nun zieht er seine Anzeigen zurück.

Ein Anwohner hatte ZSG-Kapitäne des missbräuchlichen Hornens in Stäfa bezichtigt – nun zieht er seine Anzeigen zurück. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nun ist es offiziell: Das Statthalteramt Meilen bestätigt, dass die Anzeigen des Stäfner Anwohners gegen zwei ZSG-Kapi­täne zurückgezogen wurden.

Der Horngegner selbst war bislang für die ZSZ nicht erreichbar. Was seine Gründe für den Rückzug sind, lässt sich deswegen noch nicht sagen. Zuvor hatte der Mann von gezielten Provokationen gesprochen. Zwei Kapitäne führten einen Privatkrieg gegen ihn, sagte er dem «Tages-Anzeiger». Doch der ZSZ gegenüber hatte er sich später versöhnlich gezeigt. «Ich will keine Strafen erwirken und würde die Anzeigen zurückziehen, wenn das missbräuchliche Hornen aufhört», hatte er in Aussicht gestellt. Sechsmal wollte er missbräuchliches Hornen durch ZSG-Schiffe vor seinem Haus in Stäfa festgestellt haben. Zudem hatte der Horngegner bereits letztes Jahr eine Anzeige eingereicht, die aber nach Einvernahme des Kapitäns eingestellt wurde. Weil das Hornen zu Recht erfolgt war.

Verunsicherung bei Kapitänen

Eine offizielle Stellungnahme der ZSG steht noch aus. ZSG-Direktor Roman Knecht hatte sich allerdings bereits kritisch gegen die Anzeigen ge­äussert. So sagte er, dass die ­Anzeigen Verunsicherung bei den Schiffsführern schafften, weil diese sich doppelt überlegen müssen, ob sie vor dem Steg in Stäfa hornen oder es unterlassen sollen.

Bei den aktuellen Anzeigen ging es um das Hornen in einer Gefahrensituation, welches vier Sekunden dauert. Es wird beispielsweise angewendet, wenn Schwimmer im Weg oder andere Schiffe auf Kollisionskurs sind. Mit dem traditionellen viertelsekündlichen Hornen beim An- und Ablegen hatten die ZSG-Schiffe bereits im letzten Juli aufhören müssen. Der Seeanwohner hatte das Bundesamt für Verkehr (BAV) darauf aufmerksam gemacht, dass dieses in der Binnenschifffahrtsverordnung nicht vorgesehen ist. Dadurch hatte er ein faktisches Horn­verbot beim An- und Ablegender ZSG-Schiffe erwirkt und eine jahrzehntealte Tradition beendet.

Erstellt: 07.10.2018, 18:07 Uhr

Artikel zum Thema

Anwohner zeigt Kapitäne wegen Hornsignalen an

Zürichsee Die Affäre um das Hornverbot auf dem Zürichsee nimmt wieder an Brisanz zu. Der Anwohner, der das Verbot bewirkt hat, geht nun mit Anzeigen gegen Schiffskapitäne vor. Mehr...

Die Empörung muss Grenzen haben

Leitartikel Wenn der Internet-Zorn auszuufern droht: ZSZ-Reporter Pascal Jäggi über die teils grenzwertigen Reaktionen zum Stäfner Horn-Gegner in den sozialen Medien. Mehr...

Bundesrätin hält an Hornverbot auf dem Zürichsee fest

Schiffahrt In einer Online-Petition verlangten über 8000 Personen von Bundesrätin Doris Leuthard, dass die Kursschiffe auf dem Zürichsee beim An- und Ablegen wieder hornen dürfen. Doch Leuthard hält am Verbot fest. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare