Meilen

Heimatschutz reicht Rekurs wegen Meilemer Schulhaus ein

Der Gemeinderat will das alte Dorfschulhaus aus dem Inventar kommunal schutzwürdiger Bauten entlassen. Kritiker befürchten, dass dies einen Abbruch zur Folge haben könnte. Sie erhalten nun Unterstützung vom Zürcher Heimatschutz.

Der Zürcher Heimatschutz hat entschieden, Rekurs gegen die Inventarentlassung des Dorfschulhauses zu ergreifen.

Der Zürcher Heimatschutz hat entschieden, Rekurs gegen die Inventarentlassung des Dorfschulhauses zu ergreifen. Bild: Archiv Manuela Matt

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Mitte Mai hat der Meilemer Gemeinderat die Entlassung des alten Dorfschulhauses aus dem kommunalen Inventar beantragt. Damit will er eine Klärung provozieren, die früher oder später ohnehin nötig wird. Dem Gemeinderat geht es auch darum, bei einer Sanierung des Schulhauses bereits im Voraus den allfälligen Schutzumfang zu kennen. Für diesen Schritt wurde er von verschiedener Seite kritisiert (ZSZ vom 8. Juni). Er sei verfrüht, wurde moniert. Die Kritiker befürchten, dass damit für die erst bevorstehende Projektierung ein Abbruch als Variante denkbar wird. Inzwischen hat der Zürcher Heimatschutz entschieden, Rekurs gegen die Inventarentlassung zu ergreifen. Wie er in einer Medienmitteilung schreibt, hält er sie «für äusserst fragwürdig».

Das einstige Primar- und spätere Sekundarschulhaus sei ein prägnanter, identitätsstiftender Zeitzeuge von hoher architektonischer Qualität. Der Heimatschutz argumentiert zudem mit dem von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Kurzgutachten. Dieses stufte das Gebäude als kommunales Schutzobjekt ein. Das Schulhaus wird als typischer Vertreter des schweizerischen Heimatstils zu Beginn des 20. Jahrhunderts qualifiziert. Robert Zollinger, der Architekt, sei für die Stadt Zürich prägend gewesen, schreibt der Heimatschutz. Seine bekanntesten Werke wie das Hotel Zürichberg oder die Freie Evangelische Kirche stünden unter Denkmalschutz.

Hohe Hürden für Abbruch

Gemeindepräsident Christoph Hiller (FDP) nimmt den Rekurs gelassen zur Kenntnis. «Es ist Aufgabe des Heimatschutzes, sich mit solchen Fragen kritisch auseinanderzusetzen.» Der Gemeinderat habe mit einem Rekurs rechnen müssen.

Gibt das Baurekursgericht dem Rekurrenten recht, stünde damit die Schutzwürdigkeit fest. Wird er hingegen abgewiesen, kann das Schulhaus aus dem Inventar entlassen werden. In diesem Fall könnte beim Architekturwettbewerb zur weiteren Zentrumsentwicklung auf eine Einbindung des Schulhauses verzichtet werden. Das kommt aber laut Hiller nur infrage, wenn eine architektonisch überzeugende Alternative zu einer Verbesserung des Ortsbildes führen würde. Die Hürden für einen Abbruch sind so oder so hoch. Der Ortskern von Meilen ist im Inventar des Bundes für schützenswerte Ortsbilder enthalten. Und über das konkrete Projekt entscheiden die Stimmbürger.

Der Heimatschutz erwartet vom Architekturwettbewerb, dass die Teilnehmer Lösungen zur Erhaltung des Schulhauses vorlegen. Der Fortbestand des Schulhauses solle von vornherein ermöglicht werden. Deshalb der Rekurs. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.06.2018, 17:34 Uhr

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