Meilen

Harte Vorwürfe gegen RPK-Präsidenten in Kontroverse um Pfarrer

Im Konflikt um den Meilemer Pfarrer Otmar Bischof wirft RPK-Mitglied Beni Schwyter dem ­Präsidenten der RPK, Edwin Bolleter, Amtsmissbrauch vor. Doch das Gremium steht nicht hinter ihm.

In der St.-Martins-Kirche hängt der Haussegen schief – das wirkt sich auch auf die RPK aus.

In der St.-Martins-Kirche hängt der Haussegen schief – das wirkt sich auch auf die RPK aus. Bild: Manuela Matt

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Beide politisieren für die Meilemer SVP. Beide sind Mitglied der Rechnungsprüfungskommissionen (RPK) der Gemeinde Meilen und der katholischen Pfarrei. Beni Schwyter schreibt auf seiner Webseite: «Ich freue mich sehr, mich zusammen mit Edi Bolleter weiterhin für ­tiefe Gemeindesteuern und eine zweckmässig unterhaltene Infrastruktur einzusetzen.»

Doch diese Eintracht ist vorbei. Grund dafür ist die Kontroverse um den katholischen Pfarrer Otmar Bischof. In einem Leserbrief wirft Schwyter Bolleter vor, er ­habe sein Amt als RPK-Präsident der katholischen Pfarrei missbraucht. Er legt ihm im gleichen Atemzug den Rücktritt nahe (ZSZ von gestern). Bolleter habe «rein private Korrespondenz sowie Leserbriefe» in seiner Funktion als Präsident der RPK unterzeichnet, was einem Amtsmissbrauch gleichkomme.

In einer Initiative hatte Bolleter Ende Mai gefordert, dass die Kirche dem Pfarrer die adminis­trativen Zuständigkeiten entziehen soll. Grund dafür sei sein grober Umgang mit dem Personal, welcher dazu geführt habe, dass in den letzten vier Jahren 19 Mitarbeitende gekündigt hätten. Über 40 Pfarreimitglieder haben die Initiative unterzeichnet.

Rücktritt nahegelegt

RPK-Mitglied Schwyter betont, dass die Initiative Bolleters rein persönliche Angelegenheit sei. Gleiches gelte für den Leserbrief, der am 23. Juni in der «Zürich­see-Zeitung» erschienen ist. In beiden Fällen habe Bolleter aber als Präsident der RPK unterschrieben. Dies erwecke den «bewusst trügerisch in Kauf genommenen» Eindruck, als vertrete Bolleter die Meinung der gesamten Behörde. «Dem ist nicht so. Die RPK hat zu keinem Zeitpunkt Beschlüsse gefasst, die es ihm erlauben würde, sich in seiner Funktion als Präsident in der Öffentlichkeit zu äussern», schreibt Schwyter. Deshalb habe er Bolleter den Rücktritt ­nahegelegt.

Die RPK der katholischen Pfarrei Meilen ist eine unabhängige Kontrollinstanz. Sie prüft den Finanzhaushalt der Kirchgemeinde. Das Gremium besteht derzeit aus fünf Personen. Die übrigen Mitglieder goutieren Schwyters Alleingang nicht. Auf Anfrage sagt RPK-Mitglied Bettina Suter: «Ich sehe keinen Grund, mich von ­Edwin Bolleter zu distanzieren.» Auch Hans Frey und Franco Razzai haben Schwyters Leserbrief nicht mitunterzeichnet, dies obwohl er ihnen dazu die Gelegenheit bot. Beide wollen sich auf Anfrage nicht weiter zur Angelegenheit äussern.

Edwin Bolleter sagt auf Anfrage, dass seine Initiative unabhängig von der RPK erfolgt sei. Doch er denke nicht an einen Rücktritt. Der Vorwurf, er vermische seine Hüte, ist für ihn nicht neu: «Mir wurde in der Vergangenheit immer wieder vorgeworfen, dass meine unabhängige Politik unvereinbar sei mit meinem Amt in einer Behörde.» Die Vorwürfe liessen ihn kalt, so sei er mit gutem Resultat in die RPK der Gemeinde Meilen wiedergewählt worden. «Offenbar wollen die Meilemer jemanden, der unabhängig und unbequem agiert.» An der Kirchgemeindeversammlung vom vorletzten Sonntag habe man ihm als RPK-Präsidenten das Wort abgeschnitten. «Daher musste ich meine Anliegen in Form eines Leserbriefs hervorbringen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 01.07.2015, 09:57 Uhr

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