Männedorf

Gemischte Reaktionen auf die Technoparty in der Badi

Trotz Regenschauern feierten die Raver am Samstag an der Technoparty «Barfuss am See». Der Anlass im Männedörfler Strandbad wurde aber nicht von allen goutiert: Neben der Geräuschkulisse sorgten Scherben im Rasen für Ärger.

600 bis 700 Gäste feierten am Samstag in der Männedörfler Sonnenfeld-Badi eine Techno-Party.

600 bis 700 Gäste feierten am Samstag in der Männedörfler Sonnenfeld-Badi eine Techno-Party. Bild: Screenshot Facebook

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Die Rebberge im Rücken, den See zu Füssen: So feierten 600 bis 700 vorwiegend junge Leute am Samstag bei «Barfuss am See». Der Anlass des Musiklabels Naturklang Bookings GmbH fand trotz des einen oder anderen Regentropfens im Männedörfler Strandbad Sonnenfeld statt. Gar nicht zur Freude eines Lesers, der sich als Stammgast bezeichnet. «Die Aufräumungsarbeiten dauerten noch bis Mittag, ein geordneter Badebetrieb ab der Öffnungszeit 9 Uhr war eine Illusion», beschreibt er die Situation am darauffolgenden Sonntag.

Die Anlage habe sogar teilweise bis Mittag abgesperrt werden müssen, da die Schäden an der Liegewiese offensichtlich zu sehen waren. Doch der Leser beschwert sich auch über Zigarettenstummel, Scherben und Nägel, die noch während des Badebetriebs am Sonntag herumlagen. «Einige Gäste erlitten leichte Schnittverletzungen», schildert er die Situation. Er ist nicht der einzige, der dem Anlass, der von 11.30 bis 24 Uhr dauerte, kritisch gegenübersteht. In der Beschwerde an den Gemeinderat eines Lesers, welche der ZSZ vorliegt, wird «das ständige aggressive und laute Gewimmer der Bässe» als «absolute Zumutung» bezeichnet.

Positives Echo auf Facebook

Nadja El Hemdi, stellvertretende Gemeindeschreiberin Männedorfs, bestätigt, dass es mehrere Lärmbeschwerden gab. «Der Anlass war friedlich und es gab keine ungewöhnlichen Vorkommnisse», sagt sie aber auch. Dennoch sind die schon genannten Beobachtungen nicht völlig von der Hand zu weisen. «Die ersten Gäste trafen am Sonntag gegen 9.30 Uhr ein» berichtet El Hemdi. «Garderoben und Toiletten waren zu diesem Zeitpunkt vom Veranstalter noch nicht vollständig gereinigt und wurden umgehend nachgereinigt.»

In der Wiese habe es zu diesem Zeitpunkt bedauerlicherweise noch Verschlüsse von Getränkedosen, Nägel und kleine Scherben von Plastikbechern gehabt, die noch nicht alle entfernt worden seien. Auch dass der Rasen stark beansprucht wurde, bestätigt El Hemdi. «Auf der grossen Wiese wurde der Standort bei der Musikanlage und der Tanzfläche stark beansprucht.» Diese Fläche werde in den nächsten Wochen speziell gepflegt und stehe den Badegästen anschliessend wieder zur Verfügung. Der Veranstalter war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Doch nicht alle kritisieren den Anlass. «Ist doch toll, wenn was läuft für die Jungen in Männedorf», schrieb eine Userin in der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Männedorf, wänn...» vor der Veranstaltung. «Ein Hoch auf Männedorf», freut sich eine andere. Auch wie sich die Badi am nächsten Tag präsentiert hat, wurde offensichtlich nicht von allen gleich empfunden. «Der Anlass ist friedlich vonstatten gegangen, wurde pünktlich beendet, und es wurde sauber aufgeräumt», berichtet ein weiterer Facebook-Nutzer. Wann er am Sonntag in der Badi vorbeischaute, bleibt unklar.

Wiederholung noch unklar

Während der Anlass manch einem in Männedorf zu laut war, hält sich die Empörung auf der linken Seeseite in Grenzen. Zumindest erhielt die Stadt Wädenswil keine Beschwerden wegen der Musik, wie eine Anfrage ergab. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass das rechte und linke Seeufer nun quitt sind, nachdem bislang nur die Bässe der Richterswiler Beachparty über den See geweht sind.

Wie sieht das Fazit der Gemeinde Männedorf aus: Wird es trotz der Versäumnisse beim Aufräumen wieder ein «Barfuss am See» im Strandbad geben? «Für eine Antwort auf diese Frage ist es noch zu früh», antwortet El Hemdi. «Die zuständigen Abteilungen machen eine Auswertung des Anlasses und berichten anschliessend dem Gemeinderat.» Dieser werde sich an einer der nächsten Sitzungen nach den Sommerferien mit dem Thema befassen.

Bei einem Nutzer auf der Facebook-Seite von Naturklang, der offensichtlich in der Badi mitgetanzt hat, ist der Wunsch nach einer Wiederholung des Anlasses stark. Sein Post lautet kurz und bündig: «Auf wieder Seen.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.07.2018, 16:51 Uhr

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