Männedorf

Gemeinde Männedorf kontert die scharfe Kritik des Fussballklubs

Der FC Männedorf hat erneut Vorwürfe gegen den Gemeinderat erhoben. Dieser weist die Kritik des Fussballklubs zurück – und bekräftigt den Entscheid, die Planung der Sportanlagen Widenbad neu aufzugleisen.

Die Sportplätze Widenbad und ihre Zukunft haben eine Kontroverse zwischen dem FC Männedorf und der Gemeinde ausgelöst.

Die Sportplätze Widenbad und ihre Zukunft haben eine Kontroverse zwischen dem FC Männedorf und der Gemeinde ausgelöst. Bild: Michael Trost

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Der Gemeinderat von Männedorf hat beschlossen, bei der Erneuerung der Sportplätze auf dem Widenbad aus Kostengründen einen Marschhalt einzulegen und die Planung neu aufzugleisen. Er beantragte an der Gemeindeversammlung vom 26. März, das Projekt für eine neue Garderob sowie einen Kunst- und Naturrasen zu beenden und die Bedürfnisse und Möglichkeiten auf dem Widenbad nochmals auszuloten.

Der Antrag wurde mit klarem Mehr angenommen, obwohl der Präsident des FC Männedorf, Sergei Piattella, den Behörden Verzögerungstaktik und eine kinder- und frauenfeindliche Haltung vorgeworfen hatte. Mit einer Mitteilung haben der Fussballklub und sein Präsident nun nachgedoppelt und erneut den Bau eines zweiten Kunstrasenplatzes gefordert. Schon heute müssten diverse Mannschaften in anderen Gemeinden trainieren, was zusätzliche Kosten für den Verein zur Folge habe.

Kunstrasenplatz gefordert

Zugleich deckt der Klub die Behörden mit Vorwürfen ein: Die Politiker, heisst es, würden den FC Männedorf und damit einen grossen Teil der Einwohner seit nunmehr acht Jahren mit denselben Worthülsen vertrösten und nicht mit offenen Karten spielen: «Der Verdacht einer völligen Interessenlosigkeit liegt nahe», folgert der der Verein und betont, dass er mit 500 Kindern in seiner Fussballschule, den zahlreichen Teams und vielen Sympathisanten im Dorf «kein unbedeutender Bittsteller» sei. Der FC Männedorf braucht den zweiten Kunstrasenplatz gemäss der Mitteilung «dringend». Sonst sei es nicht mehr möglich, alle Kinder, die sich melden, aufzunehmen. Dies werde auch Mädchen treffen, weil der Andrang von ihrer Seite riesig sei. Bald müsse man viele Mädchen wieder nach Hause schicken – und das fehlende Interesse der Behörden am Frauenfussball sei «beschämend».

«Der Verdacht einer völligen Interessenlosigkeit liegt nahe.»


Sergei Piattella, Präsident FC Männedorf

Die Gemeinde hat die Vorwürfe gegenüber der ZSZ zurückgewiesen und betont, dass man den Bedarf des FC Männedorfs sehr wohl anerkenne: «Dieser wird Rahmen einer umfassenden Arealplanung sachgemäss analysiert und zur schrittweisen Realisierung vorgeschlagen», stellt die Gemeinde in ihrer Stellungnahme klar.

Die Entwicklungen und Bedürfnisse anderer Freizeitaktivitäten seien in der Planung aber bis heute nicht berücksichtigt worden. Auch deshalb habe der Gemeinderat entschieden, den Horizont mit Blick aufs Widenbad zu öffnen. Mit dem beschlossenen Masterplan könne aufgezeigt werden, wie die Infrastrukturen auf dem Sportplatz bedarfsgerecht und in Etappen ersetzt werden könnten.

Masterplan bis Ende Jahr

Als nächste Etappen will der Gemeinderat nun ein Konzept für die Entsorgung der Altlasten auf dem Widenbad erarbeiten und eine sanfte Sanierung der Garderoben einleiten. Der Masterplan für die künftige Entwicklung soll bis Ende Jahr fertig sein, damit die Ergebnisse ab dem Frühling in die Planung aufgenommen werden können.

Schliesslich betont die Gemeinde in ihrer Stellungnahme, dass der Vorstand des FC Männedorf an der Projektentwicklung beteiligt gewesen sei und laufend über das weitere Vorgehen informiert werde.

Erstellt: 05.04.2018, 15:31 Uhr

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