Erlenbach

«Fischstübli»-Wirt eröffnet Bistro an der Schifflände

Neben seinem bestehenden Restaurant lanciert Jeremie Crettol ein neues gastronomisches Angebot. Das Pilotprojekt im Wartehäuschen am See ist auf ein Jahr begrenzt.

Baulich darf am Wartehäuschen nichts verändert werden.

Baulich darf am Wartehäuschen nichts verändert werden. Bild: Sabine Rock

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Der Schiffsteg in Erlenbach ist äusserst idyllisch gelegen. Die Seestrasse verläuft rund hundert Meter ins Landesinnere versetzt, wodurch kaum Lärm zum Ufer durchdringt.

Die Gemeinde Erlenbach möchte diesen Ort schon seit längerem mit einem Bistro ergänzen und hat ihn für dieses Jahr versuchsweise Jeremie Crettol überlassen. Dieser betreibt bereits in unmittelbarer Nähe das «Fischstübli», was einen entscheidenden Vorteil hat.

Gastronomie ohne Küche

Denn der Haken an der Sache ist, dass das Wartehäuschen streng denkmalgeschützt ist und baulich nicht im Geringsten verändert werden darf. Crettol federt dieses Manko ab, da er für den Gastrobetrieb im Wartehäuschen auf seine Küche im «Fischstübli», keine 50 Meter entfernt, zurückgreifen kann. «Ich darf hier keinen Nagel einschlagen», bemerkt er bei einer gemeinsamen Besichtigungstour im Schiffwartehäuschen und fügt an, dass ihm das völlig recht sei.

«Ich finde den Raum so wie er ist wunderschön. Es reicht mir, hier Kühlvitrinen, einen Getränkekühlschrank, ein Regal sowie ein kleiner Tresen plus Tischchen reinzustellen.» Das gesamte kulinarische Angebot würde in der Küche des «Fischstübli» vorbereitet, ebenso das dreckige Geschirr dort abgewaschen. Als Verpflegung vorgesehen sind kalte Speisen wie Canapés, Salate oder Gazpachos. «Und natürlich Glacés!», betont Crettol. Beim Trinken werde die Palette von Kaffee bis zu Cüpli und Bier reichen.

Ungewisse Zukunft

Der Name des geplanten Kiosk-Bistros ist auch schon bekannt und lautet «au schön», eine Hommage ans 2009 geschlossene Restaurant «Schönau» gleich nebenan, wie Crettol erklärt. Der Betrieb im neuen Lokal werde auf 22 Uhr begrenzt. Auch möchte er rund um das Wartehäuschen nicht viel verändern und den Ort möglichst so belassen wie er ist. Wann genau es mit dem Betrieb losgehen kann, weiss Crettol nicht. Noch läuft die Einsprachefrist. Er hoffe aber, dass es schon bald so weit sei.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil es sich vorerst nur um ein einjähriges Pilotprojekt handelt. Danach wird die Gemeinde Erlenbach die Erfahrungen mit Crettols «au schön» auswerten und ein entsprechendes Projekt neu ausschreiben, wie Gemeindepräsident Patak bestätigt. Crettol könne sich dann neu bewerben, müsse sich aber auf Konkurrenz einstellen. So hätten sich andere spannende Interessenten bereits gemeldet, verrät Patak. Was für ein Gastroangebot es letztlich längerfristig an der Erlenbacher Schiffstation geben wird, sei zurzeit noch völlig offen, sagt Patak. «Wir wollen erst mal schauen, was sich aus Crettols Projekt ergibt und dann unsere Schlüsse daraus ziehen».

Jetzt schon klar ist hingegen, dass der Parkplatz auf dem unteren Teil der Schifflände bis nächstes Jahr aufgehoben und der Platz umgestaltet wird. Auch der direkt angrenzende Dorfbach soll renaturiert werden, wodurch der Platz etwas verkleinert wird. Entsprechend werde es nächsten Sommer auch kein Gastrobetrieb am Wasser geben, da die Bauarbeiten dies verunmöglichen würden, sagt Patak.

Für Sommer 2021 solle der neue Platz aber bereit sein, inklusive Gastrobetrieb beim Schiffsteg. «Schön wäre es, wenn es ein paar Bäume auf dem Platz geben wird», findet Crettol. Dies könnte allerdings schwierig werden. Denn der Platz ist auch weiterhin als Standort für die Chilbi vorgesehen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 16.04.2019, 18:48 Uhr

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