Amphibien

Fahrverbote schützen Lurche bei ihrer Wanderung zum Laichplatz

Steigen die Temperaturen, zieht es Frösche, Kröten und Molche an das Laichgewässer. Fahrverbote und andere Massnahmen sollen verhindern, dass Tiere im Strassenverkehr verenden.

Auf das Nachtfahrverbot an der Badstrasse in Hombrechtikon machen Fahrverbotstafeln und ein Infoplakat aufmerksam.

Auf das Nachtfahrverbot an der Badstrasse in Hombrechtikon machen Fahrverbotstafeln und ein Infoplakat aufmerksam. Bild: zvg / Hansueli Nüssli

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Wer derzeit abends auf der Badstrasse in Hombrechtikon unterwegs ist, muss sein Auto abstellen oder eine Umfahrung wählen. An den Kreuzungen zur Lutikerstrasse und zum Uferweg machen Tafeln auf ein Nachtfahrverbot von 18 bis 6 Uhr aufmerksam. Grund für das Verbot ist die alljährliche Amphibienwanderung im Frühling. «Kröten, Frösche und Bergmolche leben eigentlich im Wald», erklärt Walti Nater vom Ornithologischen Verein Hombrechtikon (OVH). «Bei feuchtem Wetter und Temperaturen um die sechs Grad zieht es die Tiere aber zum Laichen an ein Gewässer.»

Auf dem Weg zum Lützelsee wurde den Amphibien in der Vergangenheit der Verkehr auf der Badstrasse zum Verhängnis. Deshalb hat der OVH letztes Jahr das Nachtfahrverbot initiiert. Dieses gilt nun im Februar und März während 30 Tagen. «Dadurch konnten wir im vergangenen Frühling 2048 Lurche retten», sagt Nater.

Fahrverbot, Zaun oder Tunnel

Auch in Küsnacht wanderten in den letzten Tagen schon hunderte Amphibien zum Schübelweiher und Rumensee. Das Ehepaar Lüthi aus Forch setzt sich seit 20 Jahren für den Schutz der Lurche ein und konnte vor einigen Jahren ein Nachtfahrverbot in der Nähe der beiden Gewässer erwirken. Konkret sind Teile der Weinmanngasse und Zumikerstrasse zwischen 18.30 und 7 Uhr gesperrt.

«Das Verbot gilt seit Ende Februar und dauert je nach Wetterverhältnissen bis Ende März oder Anfang April», sagt Benno Lüthi. Er schätzt die Zahl der geretteten Tiere auf mehrere Hundert ein.

«Durch die Schutzmassnahmen werden im Bezirk Meilen zehntausende Tiere im Jahr gerettet.»Mario Lippuner, Zürcher Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz

Neben Strassensperrungen werden im Bezirk Meilen noch andere Massnahmen zum Schutz der Amphibien ergriffen. So sind etwa an der Kreuzlenstrasse in Oetwil Leitzäune aufgestellt. «Entlang der Zäune sind Eimer vergraben, in welche die Amphibien hineinfallen», erklärt Mario Lippuner von der Zürcher Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (Karch). «Freiwillige Helfer bringen die von den Landlebensräumen — also vor allem von Wäldern — herkommenden Lurche über die Strasse in Richtung Laichgewässer.»

In Meilen ist seit einigen Jahren eine Unterführung unter der Charrhaltenstrasse eingerichtet, durch welche die Tiere sicher zum Bruederhalweiher gelangen können. «Mit einem Leitwerk werden die Amphibien zu den Tunnelportalen gelenkt», sagt Lippuner. «Durch die verschiedenen Massnahmen werden im Bezirk Meilen zehntausende Tiere im Jahr gerettet.»

Bussen möglich

Nach dem Laichen gehen die Kröten, Frösche und Bergmolche zurück in den Wald, im Juni und Juli folgen die Jungtiere. Die Fahrverbote gibt es aber nur im März. «Da die Rückwanderungen individuell erfolgen, ist es nicht nötig, grossangelegte Schutzmassnahmen zu ergreifen», sagt Walti Nater.

Autolenker sollten sich nicht nur den Tieren zuliebe an das Fahrverbot halten. Wer sich darüber hinwegsetzt, kann — wie bei einem gewöhnlichen Fahrverbot — für sein Fehlverhalten gebüsst werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.03.2017, 16:11 Uhr

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