Horgen/Meilen

Fähren fuhren fünfmal um die Welt

2015 war ein gutes Jahr für die Zürichsee-Fähre. In allen Kategorien nahmen die Frequenzen zu. Auch die Finanzierung der neuen Fähre verläuft nach Plan. Das zukünftige Flaggschiff der Flotte soll im Herbst 2017 in Betrieb gehen.

Die Zürichsee-Fähren bewegten sich 2015 in ruhigem Wasser, das Geschäftsjahr schliesst mit wachsenden Transport- und Gewinnzahlen.

Die Zürichsee-Fähren bewegten sich 2015 in ruhigem Wasser, das Geschäftsjahr schliesst mit wachsenden Transport- und Gewinnzahlen. Bild: Sabine Rock

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Im letzten Geschäftsjahr hat die Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG 2,088 Millionen Menschen und fast 1,4 Millionen Fahrzeuge befördert. Das sind um 1,2 Prozent mehr Passagiere und um 2,2 Prozent mehr Autos, Lastwagen, Anhänger und Zweiräder als 2014. 69915 Mal pendelten die fünf Fähren zwischen den beiden Ufern. Dabei legten sie fast 210 000 Kilometer zurück. Anders gerechnet: Jede Fähre fuhr genau einmal dem Äquator entlang um die Welt.

Magerer Gewinnzuwachs

Auch finanziell verzeichnete die Fähre ein Wachstum, wie aus dem neuen Geschäftsbericht hervorgeht. Die Einnahmen aus dem Verkehrsgeschäft liegen mit 10,545 Millionen Franken mehr als eine Viertelmillion (plus 2,5 Prozent) über dem Vorjahresergebnis.

Der Jahresgewinn beträgt rund 636 000 Franken. Das entspricht 5,9 Prozent des Gesamtertrags. Das sind aber nur 1000 Franken mehr als 2014. Allerdings müssen 400 000 Franken dazugerechnet werden, wie Martin Zemp, Geschäftsführer der Zürichsee-Fähre erklärt: «Wir haben das gute Ergebnis gleich genutzt, um alle Planungs- und Projektierungskosten der neuen Fähre mit einem Schlag zu bezahlen.»

Wetter und Baustellen

2015 erhielten die Fähren Rückenwind vom milden, schneearmen Winter und von der Grossbaustelle am Zürcher Bellevue. Alleine das Nadelöhr Quaibrücke liess die Frequenzen während der Sommermonate um 8 Prozent in die Höhe schnellen. Das zeigt, wie stark die Fähre von Wetter und Baustellen in Zürich und am Seedamm abhängig ist.

«Die Autofahrer suchen sich den attraktivsten Weg», sagt Zemp. «Wenn dieser attraktivste Weg wegen einer Baustelle über die Fähre führt, kommen sie zu uns.» Umgekehrt wirken sich Verkehrsbehinderungen um die Anlegestellen in Horgen und Meilen negativ auf die Fähre aus.

Von einem anderen Umstand profitiert das Unternehmen hingegen nicht. «Es wäre schön, wenn unsere Frequenzen mit dem Fahrzgeugbestand im Kanton Zürichsee wachsen würden», sagt Zemp. «Aber das passiert nicht.»

Seit halbem Jahr in Bau

Am 2. Dezember ist mit der Kiellegung in der Öswag-Werft in Linz an der Donau der Startschuss zum Bau der neuen Fähre erfolgt. Sie ist mit 60 Metern um 5 Meter länger als «Zürisee» und «Burg». Das vergrössert die Kapazität des Decks gegenüber Burg und Zürisee um vier Autos. Die neue Fähre bietet Platz für 48 Personenwagen.

Das neue Flaggschiff der Flotte wird im Frühling 2017 in Teilen zerlegt nach Zürich-Wollishofen transportiert und im darauffolgenden Herbst in Betrieb genommen. Es ersetzt die alte «Meilen» (Baujahr 1979), die ausgemustert wird. Der Name bleibt aber erhalten, denn «Meilen» wird auch die neue Fähre heissen.

Personalvorschrift umgesetzt

Im Geschäftsjahr 2015 hat die Zürichsee-Fähre auch drei interne Weichen gestellt. Zum einen wechselte nach 19 Jahren die Geschäftsleitung von Hans Isler zu Martin Zemp. Zum anderen ist die vom Bund durchgesetzte Pausenvorschrift für das Personal (20 Minuten am Stück) umgesetzt worden, indem zwei zusätzliche Schiffsführer angestellt wurden. Das kostete 200 000 Franken. Dieses Geld wurde aber durch die günstigen Dieselpreisen wieder eingespart.

Schliesslich ist das Plangenehmigungsverfahren für einen vierten Nachtliegeplatz in Horgen eingereicht worden. Grosse Ehre wurde der Zürichsee-Fähre am 12. November zuteil. Das Unternehmer-Forum Zürichsee verlieh dem Unternehmen «in Anerkennung und Symbolkraft für die Region Zürichsee» den Life-Time Award. Die Generalversammlung wird am 20. Mai in Horgen über den Geschäftsbericht befinden. Die Dividende soll wie üblich 100 Franken betragen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.04.2016, 16:40 Uhr

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