Küsnacht

Eine Sonnenblume, die Strom produziert

Die Genossenschaft «Solarenergie Zürisee» hat eine «Smartflower» aufgestellt, deren «Blüten» Solarpanels sind. Als Geschenk wollten sie weder die Schule noch die Gemeinde Küsnacht akzeptieren.

Als die Skulptur ans Stromnetz angeschlossen wird, entfaltet sie ihre «Blüten».

Als die Skulptur ans Stromnetz angeschlossen wird, entfaltet sie ihre «Blüten». Bild: Manuela Matt

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Vier Pfeiler wurden auf der Wiese vor der Schulanlage Zentrum in Küsnacht in den Boden gerammt, aus ihnen schauen lose Kabelanschlüsse heraus. Daran soll die «Smartflower» an das Stromnetz angeschlossen werden. Ihre «Blüten» sind Solarpanels. «Sie ist Skulptur und Stromproduzent zugleich», sagt Eva Leutenegger, Präsidentin der Genossenschaft «Solarenergie Zürisee».

Noch lässt sich jedoch nicht erahnen, dass das gelb-schwarze Etwas auf der Tragfläche des Lastwagens, sich einst als Blume entfaltet wird. Kurz nach der Anlieferung liegen die Blütenpanels nämlich noch gefaltet übereinander. In dieser Form ist die «Smartflower» knapp zwei Meter hoch. Mittels Kran wird sie, ihre Blüten noch immer zusammengeklappt, langsam vom Lastwagen auf die Wiese unter der Schulanlage gehoben. Eine Handbreit vor dem Aufsetzen hält der Kran inne. Nun kann der Installateur die jeweilige Ecke auf den richtigen Pfeiler schrauben.

Zusammengeklappt wird die «Smartflower» vom Lastwagen gehoben.

Nach über drei Stunden ist der Aufbau schliesslich abgeschlossen und die «Smartflower» kann ans Stromnetz angeschlossen werden. Nun entfaltet sie auch ihre Blütenpracht. Die schwarzen Panels glänzen in der Sonne.

Das verstossene Geschenk

«Jetzt bin ich sehr froh, dass die ‹Smartflower› aufgestellt ist», sagt Eva Leutenegger. «Wir hätten sie aber lieber auf einem Kreisel aufgestellt.» Dies lehnte die Gemeinde Küsnacht ab, auf dem Kreisel an der Oberwachtstrasse wie auf jenem in Itschnach.

Zum 20-jährigen Bestehen der Genossenschaft Solarenergie Zürisee habe man Küsnacht als Dankeschön eine Smartflower schenken wollen, erklärt Leutenegger. «Einerseits, da alle unsere Anlagen in der Gemeinde stehen und andererseits, weil Küsnacht als Energiestadt so eine Solarblume doch sehr gut zu Gesichte stehen würde.

Nach der Absage der Gemeinde wollte die Genossenschaft die stromerzeugende Skulptur der Schule schenken. Immerhin hätten die Schüler der Schulanlage Zentrum vor 20 Jahren einmal einen Solarpreis gewonnen, erläutert Leutenegger. Doch auch von ihr erhielt die Genossenschaft eine Absage. Ein Happy End gibt es nun aber trotzdem: Vorerst befristet auf fünf Jahre darf Solarenergie Zürisee die «Smartflower» nun doch auf der Wiese an der Zürichstrasse aufstellen. Die Skulptur befindet sich aber weiterhin im Besitz der Genossenschaft.

Der Sonne zugewandt

Ihrem Namen macht die ‹Smartflower› alle Ehre: Mit ihren Panels folgt sie stets der Sonne, ganz wie eine echte Sonnenblume. «Deshalb wirft sie gut 3000 Kilowattstunden im Jahr ab», erklärt Leutenegger. «Das versorgt einen Haushalt mit drei bis vier Leuten.» Dieselbe Fläche an «normalen» Solarpanels würde nur 2300 Kilowattstunden produzieren, weil diese sich nicht nach der Sonne richten.

Schüler und Spaziergänger werden die blumige Stromproduzentin indes nicht jeden Tag in voller Pracht erleben können. Bei schlechtem Wetter und in der Nacht wird sie nämlich keinen Strom produzieren. Dann klappt sie wieder in sich zusammen, genauso wie sie montiert wurde.

Einweihungsfest Solarblume: Samstag, 15. Juni, 11 bis 15 Uhr, Schulhaus Zentrum.

Erstellt: 24.05.2019, 16:32 Uhr

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