Bürgerrecht

Einbürgerungsgesuche: Anstieg nur in Oetwil

Ab Januar dürfen nur noch Ausländer mit C-Ausweis eine Einbürgerung beantragen. In den Gemeinden am Zürichsee sind die Auswirkungen gering.

Trotz neuer Regelung per 1. Januar: Der grosse Ansturm auf Einbürgerungen blieb in den Gemeinden am Zürichsee bisher aus.

Trotz neuer Regelung per 1. Januar: Der grosse Ansturm auf Einbürgerungen blieb in den Gemeinden am Zürichsee bisher aus. Bild: (Symbolbild)/Keystone

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Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) hat im Mai 40 000 Briefe verschickt. Diese gingen an Ausländer mit B- Und F-Aufenthaltsstatus in der Stadt Zürich. Denn diese Personen können nur noch in diesem Jahr am Einbürgerungsverfahren teilnehmen. Mauch verstand den Brief als «Einladung, sich über die Möglichkeiten zur Einbürgerung zu informieren».

Diese Aktion, die über die Medien im ganzen Kanton verbreitet wurde, könnte zu einem Anstieg der Gesuche geführt haben. Denn im Juli und August 2017 verzeichnete der Kanton einen Anstieg von 86 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die SP Wädenswil liess sich von der Zürcher Stadtpräsidentin inspirieren und fragte den Stadtrat, ob er ebenfalls vorhabe, die ausländischen Mitbürger zu informieren. Zur Enttäuschung der SP will dies der Wädenswiler Stadtrat nicht.

Wie sieht es in den Gemeinden am Zürichsee aus? Tragen diese zum «Boom» bei den Einbürgerungsgesuchen bei? Von vier angefragten Gemeinden im Bezirk Meilen gibt lediglich Küsnacht die genauen Zahlen der Gesuche bis Oktober heraus. Einzig im Oktober wurden mehr Gesuche gestellt, als im Vorjahr. In den «Boom»-Monaten Juli und August gingen sieben Gesuche ein. Das ist sogar noch eins weniger als im Sommer 2016. In den Monaten Januar bis Oktober 2016 wurden in Küsnacht 63 Einbürgerungsgesuche gestellt. Im gleichen Zeitraum 2017 waren es nur 47. Trotz der Nähe zur Stadt Zürich blieb der grosse Ansturm auf die Einbürgerung also bisher aus.

Mehr Auskünfte am Schalter

In Oetwil spürt man hingegen einen gewissen Effekt. Wie Barbara Castioni, Gemeindeschreiberin-Assistentin, mitteilt, gingen pro Monat zwei bis drei Gesuche ein. Im Vorjahr zählte die Gemeinde ein bis zwei Einbürgerungsgesuche pro Monat. Oetwil ist die Gemeinde mit dem höchsten Ausländeranteil im Bezirk Meilen. Ende 2016 betrug er 28,4 Prozent. In Küsnacht waren Ende 2016 25,5 Prozent der Einwohner Ausländer. Das ist der zweithöchste Anteil im Bezirk. Dass das Interesse an einer Einbürgerung hier geringer ist, als in Oetwil, könnte an der Bevölkerungsstruktur liegen.

Ebenfalls «spürbar» bemerkbar macht sich die Gesetzesänderung in Oetwil am Schalter. Die Bevölkerung sei durch die bisherige Berichterstattung verunsichert und hole darum Auskünfte am Schalter ab, sagt Castioni.

Hombrechtikon teilt mit, dass kein Ansprung der Einbürgerungssgesuche registriert wurde. Auch in Stäfa gab es keine nennenswerte Veränderung. Keine der Gemeinden hat die betroffene Bevölkerung aktiv über die Gesetzesänderung informiert.

Interessant ist das Beispiel Adliswil. Die an Zürich grenzende Stadt mit dem höchsten Ausländeranteil von 35,3 Prozent in den Bezirken Meilen und Horgen, weist zwar für 2017 bisher mehr Einbürgerungsgesuche aus, als 2016, nämlich 67 gegenüber 60. Doch die meisten Gesuche gingen im März ein, also vor dem Aufruf von Corine Mauch. Es waren 12 Gesuche mit insgesamt 27 Personen. Zwischen Juni und August lag die Zahl der Gesuche leicht höher. Seither gehen sie jedoch zurück. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.11.2017, 17:01 Uhr

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