Uetikon

Ein Neubau soll Uetikons Zentrum beleben

Als Uetikon Kantonsschulstandort wurde, legte der Gemeinderat die Pläne zur Belebung des Zentrums auf Eis. Nun gibt es ein neues Projekt.

Mit dem heutigen Grundstück an der Bergstrasse 137 sind die Möglichkeiten nicht ausgereizt : Anstelle des einstöckigen Gebäudes ist ein vierstöckiges Gebäude realisierbar.

Mit dem heutigen Grundstück an der Bergstrasse 137 sind die Möglichkeiten nicht ausgereizt : Anstelle des einstöckigen Gebäudes ist ein vierstöckiges Gebäude realisierbar. Bild: Manuela Matt

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Geplant wird in Uetikon auch abseits des Chemie-Areals. Wie der Gemeinderat mitteilt, hat er eine Machbarkeitsstudie für den Neubau der alten Post an der Bergstrasse 137 in Auftrag gegeben. Die gemeindeeigene Liegenschaft befinde sich in einem schlechten Zustand, schreibt er.

«Das Flachdach bedarf einer Gesamtsanierung und das Grundstück ist unternutzt.» Aktuell steht das Gebäude mit Baujahr 1964 leer. Bis Ende Jahr wurde es von der Firma Sanitär Ferrat zwischengenutzt. Nachdem die Post 2002 ins Riedstegzentrum gezogen war, diente das Gebäude als Sitz der Energie und Wasser Uetikon AG.

Ärztezentrum gewünscht

Laut Gemeinderat zeigt die Machbarkeitsstudie auf, dass ein «Gesundheitsstützpunkt mit Arztpraxen oder einer Praxisgemeinschaft» etabliert werden könnte. Zudem ist die Rede von Kleingewerbe oder Ergänzungsnutzungen mit Schaufenster im Erdgeschoss und bezahlbaren Familienwohnungen in den Obergeschossen. Diese Nutzungsideen sind nicht neu: Liegenschaftenvorsteherin Heidi Mühlemann (parteilos) verweist auf die Beteiligungsveranstaltung von 2015 zum Thema Belebung des Dorfzentrums. Der Wunsch nach einem Ärztezentrum sei damals – neben Einkaufsmöglichkeiten und Freizeitangeboten – mehrfach genannt worden.

Auch für das Grundstück an der Bergstrasse 97 wurde schon einmal ein Investor gesucht. Diese Pläne hat der Gemeinderat aber vorderhand sistiert. Bild: mma.

Wer der künftige Ankermieter des Neubaus sein könnte, ist noch ungeklärt. Das Projekt steht erst am Anfang. Dennoch gibt es laut Mühlemann erste Interessenten, mit denen Gespräche geführt würden. Mit einem Detailhändler ist angesichts der lediglich 320 Quadratmeter grossen Nutzungsfläche nicht zu rechnen. Undenkbar ist auch eine grössere Grundfläche als aktuell. Sie bleibt wegen der einzuhaltenden Grenzabstände gleich. Gebaut wird stattdessen in die Höhe.

Höherer Bau möglich

Das Grundstück befindet sich einer Bauzone mit Sonderbauvorschriften. Das bedeutet: Wenn ein Bauprojekt etwas zur Belebung des Zentrums beiträgt, darf höher gebaut werden. An der Bergstrasse 137 könnte somit statt des heute einstöckigen künftig ein vierstöckiges Gebäudes stehen. Der Gemeinderat beabsichtigt nicht, das Gebäude selbst zu entwickeln, sondern sucht einen Investor und Ankermieter. Wenn diese gefunden sind, soll ein Vorprojekt erstellt werden. Über dieses entscheidet voraussichtlich die Gemeindeversammlung von Dezember.

Einen Investor hat der Gemeinderat vor drei Jahren schon einmal gesucht – für eine weitere Liegenschaft an der Bergstrasse 97. Der Entwurf zur Ausschreibung ist immer noch auf der Website der Gemeinde zu finden. Das Grundstück umfasst knapp 760 Quadratmeter und liegt zwischen dem Riedstegzentrum und Coop. In der Ausschreibung von April 2017 ist die Rede von «wertvollen Synergien», die das Grundstück zusammen mit dem Riedstegzentrum ermögliche und von einer Überbauung mit attraktiven Dienstleistungen.

Aus den damaligen Plänen wurde nichts. Der Gemeinderat hat die Bebauung seines 2012 erworbenen Grundstücks sistiert – wegen des Provisoriums der Kantonsschule, das ab Frühling 2017 in unmittelbarer Nachbarschaft entstand. «Als der Gemeinderat die Zentrumsentwicklung an die Hand nahm, war noch nicht klar, dass Uetikon Kantonsschulstandort wird und das Gymi-Provisorium ins Zentrum von Uetikon kommt», sagt Mühlemann.

Temporäre Angebote

Die Gemeinde besitzt im Dorfzentrum gleich mehrere Liegenschaften. Neben diversen Schulhäusern und dem Gemeindehaus sind es neben den bereits genannten die Bergstrasse 89 und 101 bis (Riedstegzentrum). Die Belebung des Zentrums ist für den Gemeinderat nach wie vor ein Thema. Laut der Liegenschaftenvorsteherin ist geplant, den Riedstegplatz im Sommer mit Sonnensegeln, neu angeordneten Sitzgelegenheiten und temporären Angeboten wie Leseecken und Spielmöglichkeiten zu versehen. Ebenfalls vorgesehen ist eine Aufwertung der vorhandenen Spielplätze beim Schulhaus Weissenrain und allenfalls ein kleiner Park an der Grossdorfkreuzung.

Die Liegenschaft an der Bergstrasse 97 wird von den bisherigen Mietern weiter genutzt: Von der Jugendarbeit und der Ludothek. Aktuell stehe zudem zur Diskussion, hier mit Freiwilligen eine Reparaturwerkstatt einzurichten. Längerfristig wird sich der Gemeinderat erneut Gedanken machen müssen, was mit dem Grundstück weiter geschieht. Denn auch dieses Gebäude ist veraltet und verfügt über keine Zentralheizung. Es befindet sich aber in einem besseren Zustand als jenes an der Bergstrasse 137.






Erstellt: 15.01.2020, 19:56 Uhr

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