Herrliberg

Ein Kalender, der zurückblickt

Der Herrliberger Kalender beleuchtet verschiedene Episoden der Dorfgeschichte.

Der Herrliberger Kalender lässt die Geschichte der Goldküsten-Gemeinde aufleben. Im Bild: Die Unterführung Bünishoferstrasse/Forchstrasse im Jahr 1963.

Der Herrliberger Kalender lässt die Geschichte der Goldküsten-Gemeinde aufleben. Im Bild: Die Unterführung Bünishoferstrasse/Forchstrasse im Jahr 1963. Bild: PD/Gemeindearchiv

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Wozu braucht man noch einen gedruckten Kalender, wenn man auf dem Smartphone einen digitalen Kalender hat? Im Verkehrs - und Verschönerungsverein Herrliberg liess man sich diese Frage durch den Kopf gehen - und fand eine Lösung: Der Herrliberger Kalender informiert nicht mehr über Alltägliches, er gibt Auskunft über die Vergangenheit. Jene Vergangenheit, auf der wir unsere Zukunft bauen, wie Gemeindepräsident Gaudenz Schwitter (FDP) in seinem Vorwort ausführt. Beim Herrliberger Kalender selbst handelt es sich um eine Publikation mit Geschichte: Schon seit mehr als 40 Jahren erscheint er jedes Jahr.

Einer der Autoren, Hans Hoerni, schreibt in einem Beitrag über die Freundschaft zwischen Herrliberg und Kondopoga, einer russischen Kleinstadt nahe der finnischen Grenze. Die Einwohner Kondopogas sprechen Karelisch, eine dem Finnischen ähnliche Sprache. Sie gehören zur karelischen Minderheit, wie Hoerni erklärt. Nach dem Fall der Sowjetunion fehlte es in Karelien wie auch in ganz Russland an vielem. Also organisierte Alt-Pfarrer Eugen Voss 1992 einen Kleidertransport. Dies war der Beginn einer engen Zusammenarbeit beider Gemeinden. Herrliberg beteiligte sich daran, die Holzindustrie Kondopogas aufzubauen.

So wurden eine ganze Schreinerei und ein Jahr später auch eine Sägerei in die karelischen Wälder gebracht. 1998 gründeten die Herrliberger Robert Schenker und Ruth Haag die Vereinigung der Freunde Kondopogas. Sie versuchen, Projekte auf die Beine zu stellen, die so schnell wie möglich zu Selbstläufern werden. So wurden bis jetzt 120 Projekte aufgegleist.

Das Wirken der Gemeindepräsidenten

Der erste Artikel im Kalender beschäftigt sich mit den fünf Vorgängern Gaudenz Schwitters. Lisbeth Germann schreibt etwa über die Bauprojekte und die Reformen, die Peter Benz, Gemeindepräsident von 1966 bis 1974, und seine Nachfolger Fritz Lienhard, Fredy Fischer, Rolf Jenny und Walter Wittmer eingeleitet haben. So leitete Benz 1970 die erste Gemeindeversammlung, an der sich auch Frauen beteiligten. Oder Fischer, der im Trikot des FC Herrliberg 1983 den neuen Fussballplatz eröffnete.

Der kürzlich abgetretene Gemeindepräsident Wittmer (Gemeindeverein) steuert einen weiteren Artikel über das Lebenswerk seines gleichnamigen Vaters bei. Letzterer hat zwei einzigartige Karrieren miteinander kombiniert. Er war ausgebildeter Kaufmann und auch durchaus erfolgreich auf diesem Gebiet. Seine Karriere krönte er jedoch als Entomologe, also Insektenkundler, als er ein Ehrendoktorat der Universität Basel erhielt.

Auch Antonia Baumann, die Präsidentin des Verkehrs - und Verschönerungsverein Herrliberg, schrieb mehrere Artikel im aktuellen Herrliberger Kalender: Sie erzählt beispielsweise vom neuen, interaktiven Rundgang durch Herrliberg. Der Kalender schliesst mit der Chronik des Jahres 2018 ab - er wird wohl eine Quelle für künftige Kalender des Verkehrs - und Verschönerungsvereins Herrliberg bilden.

Der Kalender wird jährlich an alle Herrliberger Haushalte verschickt. Weitere Exemplare sind für Herrliberger kostenlos auf der Gemeindekanzlei erhältlich.

Erstellt: 13.02.2019, 15:02 Uhr

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