Stäfa

Ein Hauch von Silicon Valley beim Weltkonzern in Stäfa

Der Hörgerätehersteller Sonova hat zum Tag der offenen Tür eingeladen. Der Rundgang bot Einblick in die hohe Qualität und Präzision, die der Weltmarktführer mit seinen Produkten erzielt.

«Bitte Handys wegen elektrostatischer Entladung auf Flugzeugmodus einstellen, und Fotografieren ist verboten»: die Gruppe der Ehrengäste hat die Produktionsstätte Hörgerätehersteller Sonova betreten.

«Bitte Handys wegen elektrostatischer Entladung auf Flugzeugmodus einstellen, und Fotografieren ist verboten»: die Gruppe der Ehrengäste hat die Produktionsstätte Hörgerätehersteller Sonova betreten. Bild: Manuela Matt

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Ein Tag der offenen Tür sei bei Sonova eher selten, sagt Konzernsprecher Michael Isaac. Jedenfalls sei es der erste Anlass dieser Art seit der Eröffnung des neuen Technologie- und Fertigungszentrums. Der rund 40 Millionen teure Bau war 2010 eröffnet worden. «Gleichzeitig feiern wir auch unser 70-Jahr-Jubiläum», fügt der smarte Managertyp noch an.

Er erwartet an diesem Samstag Hunderte, ja Tausende von Be­suchern, weil auch die mehr als 1000 Mitarbeiter am Hauptsitz in Stäfa und deren Familien eine Einladung erhalten haben. Dem Anlass fern bleiben aber die Brüder Andy und Hans-Ueli Rihs ­sowie deren Partner Beda Diethelm. Die Initiatoren der Erfolgsgeschichte von Sonova, vormals Phonak, halten zwar immer noch einen Teil der Sonova-Aktien, haben sich aber aus dem Geschäftsbetrieb des Unternehmens zurückgezogen.

Begrüssung im Festzelt

Konzernchef Lukas Braunsch­weiler begrüsst am Samstag­morgen im Festzelt rund zwei Dutzend Ehrengäste, die in den Genuss einer speziellen Führung durch das Areal kommen. Der Gruppe gehören Vertreter der ETH Zürich, des Unispitals ­Zürich und der Hochschule für Technik Rapperswil an.

Die Führung durch den 40 Millionen teuren Neubau erfreute sich einer grossen Beliebtheit. Bild: Manuela Matt

Auch der Stäfner Gemeinderat ist mit Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP), Ursula Traber (CVP), Verena Niedermann (SP), Christoph Portmann (SP) und Christina Würsten-Wirz (FDP) gut vertreten. «Für Stäfa ist es wichtig, Hauptsitz eines Industrieunternehmens von Weltruf zu sein», hält Haltner fest. Auf Stufe mit der Geschäftsführung komme es zu zwei, drei Treffen im Jahr.

Von Alpina bis Lyric

Managing-Direktor Luca Mastroberardino heisst die Ehrengäste im Quadro-Gebäude willkommen. Nette Angestellte, alle in weissen T-Shirts mit dem Aufdruck «Sonova», orientieren über die Produktepalette mit den Marken Phonak, Unitron und Hansaton, den digitalen Hörgeräten und ergänzenden Wireless-Systemen. Weiter geht es zum Ausstellungsraum von Advanced Bionics, für Sonova tätig im Markt für ein Implantatsystem, das Menschen mit erheblichem Hörverlust zugutekommt.

Was bei Kaffeekapseln und Uhren funktioniert, klappt auch mit Hörgeräten, mag sich die Konzernleitung ausserdem gedacht haben, als sie beschloss, die Geräte vermehrt in eigenen Läden anzubieten. Diese Funktion übernimmt die niederländische Kette Audionova, die sich ebenfalls an einem Stand präsentiert.

Erinnern kaum noch an ein herkömmliche Hörgeräte: Die neuen Hörsysteme der Sonova. Bild: Manuela Matt

In der grossen Halle ist eigens für den Tag der offenen Tür eine Ausstellung über die Geschichte des Unternehmens eingerichtet worden. Im Blickfang stehen Hörgeräte von einst und jetzt. Alpina war das erste Hörgerät aus dem Jahr 1950. Es weist ungefähr die Grösse eines Walkmans auf. Mittlerweile lässt sich das Phonak Audéo wie ein Handy aufladen, Lyric ist 4 Millimeter klein und wird direkt beim Trommelfell eingesetzt.

Platz zum Verweilen

Mehrere Treppen hinauf geht es weiter durch die Arbeitsplätze des Managements für Human ­Resources, das sich um weltweit 14 000 Angestellte zu kümmern hat, und zu den Studienplätzen für Entwicklung und Forschung. Was auffällt, sind die hellen Räume mit Pflanzen aller Art und viel Platz zum Verweilen. Mit ein ­wenig Fantasie fühlt man sich wie im Campus eines der grossen IT-Unternehmens im Silicon Valley. «Wir sind sehr offen, haben ­flache Hierarchien, Mitarbeiter sollen sich bei uns wohlfühlen», bestätigt Konzernsprecher Isaac Parallelen zum Standort der Hightechindustrie in der San Francisco Bay Area. Schon Andy Rihs habe im Übrigen das Geschäft getreu dem Motto «Ohni Lüüt gaht nüüt» geführt.

«Bitte Handys wegen elektrostatischer Entladung auf Flugzeugmodus einstellen, und Fotografieren ist verboten», heisst es plötzlich. Die Gruppe der Ehrengäste hat die Produktionsstätte betreten. In den Labors und ­Versuchsräumen erfolgt die Endmontage – und es wird nach ­neuen Technologien geforscht. Draussen treffen immer mehr Besucher am Tag der offenen Tür ein. Es sind Hunderte, wohl bald Tausende von Gästen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 26.06.2017, 11:37 Uhr

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