Bezirksgericht Meilen

Drogendealender Pizzabäcker darf in der Schweiz bleiben

Ein 34-jähriger Italiener hat einem Nachtklubbesitzer im Bezirk Meilen mehrfach Kokain und Marihuana verkauft. Dafür wurde er nun verurteilt.

Zwar wurde der Italiener wegen Drogenhandels vom Bezirksgericht Meilen verurteilt, um einen Landesverweis kam der 34-Jährige jedoch.

Zwar wurde der Italiener wegen Drogenhandels vom Bezirksgericht Meilen verurteilt, um einen Landesverweis kam der 34-Jährige jedoch. Bild: Manuela Matt

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Bis zu zweimal pro Woche verkehrte ein 34-Jähriger aus dem Zürcher Oberland 2018 in einem einschlägigen Nachtklub im Bezirk Meilen. Weil der Kontakt zum Klubbesitzer bereits seit vielen Jahren bestand, wusste dieser auch über den gelegentlichen Drogenkonsum des Mannes Bescheid. So kam es schliesslich dazu, dass der Klubbetreiber den Sohn italienischer Einwanderer damit beauftragte, ihm Kokain und Marihuana zu besorgen.

Insgesamt sieben Bestellungen führte der Pizzabäcker für den Unternehmer aus, wie Chatprotokolle belegen. Dafür sowie wegen des vorsätzlichen Drogenkonsums musste sich der Mann am Dienstag vor dem Bezirksgericht Meilen verantworten.

Reuig und Geständig

Der Beschuldigte zeigte sich vor Gericht, wie schon in den letzten Einvernahmen, vollumfänglich geständig: Vom Handel mit den Betäubungsmitteln habe er sich einen finanziellen Zustupf erhofft, erklärte er den Richtern. «Ich bin mir bewusst, dass es die dümmste Tat meines Lebens war.»

«Ich bin mir bewusst, dass es die dümmste Tat meines Lebens war.»Angeklagter

In Sachen Strafzumessung waren sich Verteidigung und Staatsanwaltschaft für einmal einig: Beide forderten eine Freiheitstrafe von 15 Monaten auf Bewährung sowie eine Busse von 500 Franken. Einzig bei der Frage der Probezeit gingen die Meinungen auseinander. Während die Staatsanwältin auf eine vierjährige Bewährungsfrist plädierte, erschienen dem Verteidiger drei Jahre Probe genug.

Härtefall geltend gemacht

Wiederum einig waren sich die beiden Rechtsvertreter bei der Frage nach einer Landesverweisung. Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz zählen zu jenen Vergehen, die seit 2016 in einem Deliktskatalog aufgeführt sind und die obligatorische Ausweisung ausländischer Delinquenten zur Folge hat. Verteidiger wie Staatsanwältin machten jedoch einen Härtefall geltend. Der Mann habe sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht, rede Schweizerdeutsch und verfüge derzeit über eine 60-Prozent-Stelle in einem Gastronomiebetrieb. Zum Heimatland seiner Eltern habe er hingegen keine wirkliche Bindung, lautete die Begründung.

Das Gericht sprach den Mann in der Folge in allen Anklagepunkten schuldig und folgte sämtlichen Anträgen der Staatsanwaltschaft. Dazu gehörte auch die Verlängerung der Probezeit für ein früheres Delikt des Italieners. Bereits im April 2018 erhielt der Mann wegen Fahrens in alkoholisiertem Zustand und ohne Führerausweis von der Staatsanwaltschaft See/Oberland eine Geldstrafe unter der Anordnung einer zweijährigen Bewährungsfrist. Diese wurde nun noch einmal um ein Jahr erhöht.

Erstellt: 14.05.2019, 15:42 Uhr

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