Küsnacht

Dorfbekannter Pächter verlässt das KEK-Restaurant

Er nahm teil an der Politik im Dorf, noch mehr Küsnachter aber kennen ihn als Pächter des Restaurants in der Kunsteisbahn. Nun packt René Wider seine Siebensachen in der KEK zusammen. Ihn reizen neue Aufgaben.

René Wider nimmt Abschied vom Restaurant in der Kunsteisbahn Küsnacht. Ab dem 2. April will er mit seinem Musikverlag durchstarten.

René Wider nimmt Abschied vom Restaurant in der Kunsteisbahn Küsnacht. Ab dem 2. April will er mit seinem Musikverlag durchstarten. Bild: Manuela Matt

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Per 31. März hat René Wider seine Kündigung bei der Abteilung Liegenschaften der Gemeinde Küsnacht eingereicht. Am 1. April erfolgt die Übergabe wie bei einem Wohnungswechsel. Alles muss sauber sein, inklusive Küche und Keller. Der scheidende Pächter des Restaurant in der Kunsteisbahn Küsnacht (KEK) gibt auch seine ehemalige Wohnung auf. Der Gastro-Unternehmer hat einen Teil der Personalzimmer wohnlich mit Büro eingerichtet.

Die Kündigungsfrist betrug ein Jahr. Wider traf den Entscheid nach reiflichem Überlegen. «Ich bin ins Pensionsalter gekommen, nach 15 Jahren in der KEK soll auch mal Schluss sein.» Er verlässt seine Arbeitsstätte mit einem lachenden und einem weinenden Auge. «Ich war gerne in der KEK.» Aber Präsenzzeiten von 80 Stunden von Montag bis Sonntag, wie jetzt während der Hochsaison mit der geöffneten Eisbahn, waren für ihn manchmal zu viel des Guten. Das Wirten sei in den letzten Jahren ohnehin schwieriger geworden, sagt Wider weiter. Kosten einschränken könne man einzig beim Personal, was Menschen weh tue. Als Nichtraucher meint er zudem, das Rauchverbot habe sich für das Gastgewerbe negativ ausgewirkt. «Wenigstens konnte man bei mir in der KEK noch jassen», sagt er lachend.

Nachfolge unklar

Sein Wegzug hat sich um gesprochen. Und so wird Wider immer wieder von Leuten, die dies bedauern, darauf angesprochen, wer denn sein Nachfolger werde. Er wisse es nicht, antwortet er jeweils. Es würde ihn freuen, wenn der Betrieb weitergeführt werde. «Die KEK und das Restaurant gehören zusammen.» Eine Nachfrage bei Andreas Tanner, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung Liegenschaften, bestätigt, dass die Nachfolgeregelung noch auf sich warten lässt. «Wie das Restaurant weitergeführt wird, dürfte wohl mit der Sanierung der gesamten Kunsteisbahn Küsnacht zusammenhängen», sagt Tanner.

«Wenigstens konnte man bei mir in der KEK noch jassen.»René Wider

Er sei mit Leib und Seele ein Küsnachter, betont Wider. Er schloss im Dorf viele Bekanntschaften, und viele Bewohner schauten bei ihm im Restaurant vorbei. Nur zu gerne hätte er sich in der Gemeinde ebenso politisch engagiert. «Im Elternhaus in Zürich-Altstetten war Politik, vor allem jene der SP, immer ein Thema.»

Zweimal kandidierte er denn auch für die SP für einen Sitz in der Rechnungsprüfungskommission. 2014 wurde er zwar gewählt, schied aber als Überzähliger dennoch aus. Zwei Jahre später scheiterte er trotz Unterstützung des Bürgerforums Küsnacht erneut. «Küsnacht ist SVP- und FDP-lastig», sagt er lakonisch. «Mitglieder anderer Parteien tun sich schwer.»

Zurück zur Musik

Nun widmet er sich wieder einer anderen Leidenschaft – der Musik. Nach der Handelsschule und dem Militär zog René Wider als Schlagzeuger und Bandleader mit der Popgruppe Soundset durch die Lande, ehe er sich dem Freddy Burger Management anschloss und dort Musiker wie Percy Sledge («When a Man loves a Women») betreute. Es folgte der Einstieg in die Gastronomie im Zentrum Zürichs als Pächter der Schifflände und des Hirschen. Während seiner Zeit in der KEK organisierte Wider Hauskonzerte, Lesungen und politische Podiumsdiskussionen.

Zusammen mit Pfarrer Andrea Marco Bianca veranstaltete er in den letzten Jahren ausserdem Weihnachtskonzerte in der reformierten Kirche. In Zollikerberg führt er nun als Familienbetrieb einen Musikverlag. Sein Anliegen ist es, die persönlichen Beziehungen zu Musikern weiter zu pflegen, sie zu promoten und zu betreuen, was Urheberrechte und Musik-Streaming-Dienste anbelangt. «Damit lege ich am 2. April so richtig los.»

Weitere Infos zum Musikverlag von René Wider: www.wider.org

Erstellt: 13.02.2019, 13:52 Uhr

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