Meilen

Die grösste Photovoltaikanlage im Bezirk Meilen ist am Netz

Auf dem Dach der neuen Scheune der Familie Haggenmacher in Meilen wird seit gestern Solarstrom produziert. Die Anlage liefert Energie für 36 Haushalte.

Die Anlage auf dem Dach der neuen Scheune lohne sich als Investition, sagt Adrian Haggenmacher.

Die Anlage auf dem Dach der neuen Scheune lohne sich als Investition, sagt Adrian Haggenmacher. Bild: Frank Speidel

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Obwohl sich die Sonne kaum zeigte, wurde gestern die grösste Photovoltaikanlage im Bezirk Meilen in Betrieb genommen. Montiert ist sie auf dem Dach der neu gebauten Scheune des Landwirtschaftsbetriebs der Familie Haggenmacher an der Plattenstrasse oberhalb Meilen. Die zweitgrösste Anlage des Bezirks steht in Zollikon und ist ebenfalls auf einem Scheunendach montiert. Den dritten Platz belegen zwei gleich grosse Anlagen: Eine befindet sich auf dem Dach der Guetslifabrik Midor in Meilen, die andere an der neuen Lärmschutzwand entlang der Forchstrasse in Zumikon.

Die Energie und Wasser Meilen AG (EWM AG) hat die Photovoltaikanlage der Familie Haggenmacher über ihren Ökologiefonds mit 10 000 Franken unterstützt. Damit die produzierte Energie ins Netz der EWM eingespeist werden kann, hat sie auf dem Hof der Haggenmachers zudem eine Transformatorenstation gebaut und die Leitung hinunter ins Dorf erneuert.

Investition, die sich auszahlt

Die Materialkosten für die Solarpanels liegen bei rund 300 000 Franken. Sie lohne sich aber, versicherte ihm ein Kollege und Landwirt, der ebenfalls eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach montieren liess. Haggenmacher rechnete die Investition selber durch und kam zum gleichen Schluss. Derzeit wird all der produzierte Strom ins Netz der EWM AG eingespeist. Später ist es auch möglich, dass eine Leitung zum Stall oder zum Wohnhaus der Haggenmachers gelegt wird und die Gebäude mit Energie versorgt.

An einem sonnigen Tag im Hochsommer soll eine Leistung von 170 Kilowatt produziert werden, sagt Peter Schönbächler, Leiter Betrieb der EWM AG. Auf 1100 Quadratmetern sammeln Solarzellen die Energie der Sonne. Pro Jahr liefern sie rund 160 000 Kilowattstunden. Damit können etwa 36 Haushalte à 4 Personen versorgt werden. Zum Vergleich: Die Anlage in Zollikon hat eine Leistung von 100 Kilowatt.

«Ein Haarföhn bringt es auf eine Leistung von einem Kilowatt», sagt Schönbächler. Obwohl es gestern stark bewölkt war, erzeugte die Anlage beim Einschalten trotzdem eine beachtliche Leistung von 26 Kilowatt. Für den produzierten Strom, den die Haggenmachers liefern, erhalten sie von der EWM AG bis zum Erhalt der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) eine Vergütung von 11,5 Rappen im Hochtarif und 9,4 Rappen im Niedertarif.

In gut 20 Jahren amortisiert

Die KEV finanzieren die Stromkunden in der Schweiz durch eine Abgabe auf der Stromrechnung. Sie dient der Förderung der Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Durch die Vergütung der KEV erhalten die Lieferanten von Solarstrom einen Preis, der ihren Produktionskosten entspricht.

In gut 20 Jahren sollte die Anlage der Haggenmachers amortisiert sein. Die Lebensdauer der Panels liegt etwa bei 30 Jahren. Wenn eine Anlage montiert wird, muss das Dach in einem guten Zustand sein, sagt Schönbächler. Bei einem Neubau wie der Scheune der Haggenmachers ist eine Sanierung des Dachs erst in rund 50 Jahren fällig.

Erstellt: 31.03.2015, 10:38 Uhr

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