Stäfa

Die Platznot an der Schule Stäfa verschärft sich

Stäfa braucht mehr Schulraum. Doch wo soll dieser entstehen? Klarheit bringen sollen Vorstudien. Dafür soll die Gemeindeversammlung einen Kredit bewilligen.

Das Schulhaus Kirchbühl Nord ist mit neun Klassen heute überbelegt und muss entlastet werden.

Das Schulhaus Kirchbühl Nord ist mit neun Klassen heute überbelegt und muss entlastet werden. Bild: Michael Trost

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Der Schulraum in Stäfa wird knapp. 2030 sollen gemäss Prognosen des statistischen Amts Zürich 16 455 Personen in Stäfa leben, was einer Zunahme von 14 Prozent gegenüber 2017 entspricht. Mit der wachsenden Bevölkerung und dem neuen Lehrplan 21 ändern sich auch die Anforderungen an die Schulanlagen.

Die Schulpflege geht davon aus, dass 2030 16 Kindergärten (heute: 13), 44 Primarklassen (heute: 39) und 18 Sekundarklassen (heute: 16) geführt werden müssen. Bei der schulergänzenden Betreuung «Mikado» rechnet man gar mit einer Zunahme von 180 auf 600 Betreuungsplätze pro Tag.

Wie komplex das Thema Schulraumplanung ist, zeigt ein Blick in die Weisung der kommenden Gemeindeversammlung. Auf 54 Seiten werden die derzeitige Raumsituation und mögliche Lösungsansätze erörtert. Am 18. Juni entscheiden die Stimmberechtigten über einen Rahmenkredit von 754 000 Franken. Mit dem Geld sollen zum einen Machbarkeitsstudien durchgeführt und zum anderen ein Bauprojekt für einen neuen Kindergarten erarbeitet werden. Am dringlichsten sind die Platzprobleme in der Schulanlage Kirchbühl Nord. Die Sekundarschule Obstgarten ist hingegen unterbelegt. Möglich wäre es, zwei Kindergartenklassen aus der Schule Kirchbühl Süd in den Obstgarten auszulagern, um so Raumengpässe im Kirchbühl Nord indirekt zu entschärfen.

Der Schulraum in Stäfa wird knapp. Weil die Zahl der Schüler in Zukunft weiter zunimmt, sind Lösungen gefragt. Bild: Michael Trost.

Modulare Bauweise

Diese Lösung erachtet der Gemeinderat aber nicht für optimal: «Die Kindergärten würden in einem auf die Bedürfnisse von Jugendlichen gebauten urbanen Schulhaus ohne direkt anschliessendem Spielplatz untergebracht werden», sagt Schulpräsidentin Cristina Würsten-Wirz (FDP). Stattdessen sollen im Obstgarten die Schulverwaltung und Psychomotorik unterkommen. Längerfristig will die Gemeinde im Zentrum zusätzlichen Schulraum schaffen. In einem ersten Schritt soll im Gebiet Kirchbühl ein neuer Kindergarten für zwei bis vier Klassen entstehen.

Die Verantwortlichen planen mit Blick auf 2030. Bei Grossprojekten kommt es jedoch nicht selten zu Verzögerungen. Läuft die Gemeinde nicht Gefahr, dass die ganze Planung überholt ist, wenn es irgendwann an die Realisierung geht? Hochbauvorstand Andreas Utz (GLP) verneint: «Wir wollen nicht Schulraum auf Vorrat bauen und es geht erstmal auch nicht um konkrete Bauprojekte.» Die Vorstudie soll Klarheit über die Möglichkeiten schaffen. Dem Gemeinderat schwebt eine modulare Bauweise vor. «Der Bedarf steigt nicht überfallartig, sondern graduell», sagt Utz. «Wichtig ist es, so zu planen, dass man wenn nötig aufstocken kann.»

Weitere Traktanden

Neben der Schulraumplanung stehen an der Gemeindeversammlung sechs weitere Geschäfte auf der Traktandenliste. So hat die Stimmbevölkerung über die Jahresrechnung, den Umbau des Rudolfheims als Standort für die Spitex und den Kauf der Liegenschaft Harmonie zu entscheiden.

Weiter beraten Stäfner über die Krediterneuerung für die Jugend- und Suchtberatungsstelle Samowar, die Umzonung der Seeanlage Lattenberg in eine Erholungszone und die Bauabrechnung des Ersatzneubaus des Reservoirs Risi. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 12.06.2018, 15:22 Uhr

Platzsituation Heute

Schon heute kämpfen einige Schulanlagen mit Raumdefiziten:


  • Schulanlage Moritzberg: In Moritzberg werden heute zehn Primarschulklassen und drei Kindergartenklassen unterrichttet. 2030 soll eine Primarklasse wegfallen, dafür aber eine Kindergartenklasse dazu kommen. Den Primarschülern stehen heute knapp ausreichend Räume zur Verfügung. Das grösste Defizit zeigt sich am 20-jährigen Kindergartenpavillon. Dieser ist in einem schlechten Zustand und muss kurz- bis mittelfristig ersetzt werden. Bis 2030 soll das ausserschulische Betreuungsangebot von 40 auf 130 Plätze erweitert werden.

  • Schulanlage Beewies: Die Primarschule ist heute mit zehn Klassen um eine Klasse höher belegt als für 2030 geplant. Mit neun Klassen dürfte genügend Raum zur Verfügung stehen, um die heutigen Raumdefizite abzudecken. Auch in Zukunft sollen in der Schulanlage Beewies vier Kindergartenklassen unterrichtet werden. Diese sollen aber in einen Neubau ausgelagert werden, um Platz für die schulergänzende Betreung zu schaffen. Diese soll von heute 70 auf 130 Plätze ausgebaut werden. Kurz- bis Mittelfristig muss der Hartplatz saniert werden.

  • Schulanlage Kirchbühl Nord: Die dringlichsten Probleme zeichnen sich in der Schulanlage Kirchbühl Nord ab. Mit neun Primarklassen ist die Schule bereits heute überbelegt. Für 2030 sind sechs Klassen vorgesehen. Die frei werdenden Räumlichkeiten im Schulhaus Tränkebach stünden dann der schulergänzenden Betreung zur Verfügung. Diese soll von 70 auf 80 Plätze erweitert werden. Geplant sind weiterhin zwei Kindergartenklassen.

  • Schulanlage Kirchbühl Süd: In der Schulanlage Kirchbühl Süd sind derzeit zehn Primar- und vier Kindergartenklassen untergebracht. Bis 2030 sollen zwei Kindergärten ausquartiert werden, um den Handarbeitsraum aus dem Schulhaus Tränkebach in Kirchbühl Süd unterzubringen. So könnte die Platznot in Kirchbühl Nord kurzfristig entschärft werden.

  • Schulanlage Obstgarten: Einzig die Schulanlage Obstgarten ist mit 16 Sekundarschulklassen stark unterbelegt. Hier könnten vier bis sechs weitere Klassen unterbracht werden. Für 2030 sind 18 Sekundarschulklassen vorgesehen. Kurzfristig sollen die Raumreserven der Platznot in der Schulanlage Kirchbühl Nord Abhilfe schaffen.

Strategie Centro

Die Strategie Centro sieht vor, die Zahl der Klassen in den peripheren Schulanlagen Moritzberg und Beewies konstant zu halten. Die steigende Zahl der Schüler soll im Zentrum aufgefangen werden. Bei Überbelegung in Moritzberg oder Beewies sollen die ältesten Schüler der Mittelstufe dem Zentrum zugewiesen werden.

Das neue Schulgebäude im Zentrum soll zehn Primarschulklassen, vier Kindergartenklassen und die unterrichtsergänzende Betreung für 120 Kinder beherbergen. Weiter sollen von allen Schuleinheiten genutzte Infrastrukturen wie das Lehrschwimmbecken, die Bibliothek und die Psychomotorik im Zentrum untergebracht werden.

Die Gemeinde will den zusätzlichen Schulraum so an einem Standort konzentrieren. Vorteile sieht sie in der hohen Planungssicherheit für die Schulanlagen Beewies und Moritzberg und einer grösstmöglichen Flexibilität bei der Belegungsplanung, heisst es dazu in der Weisung.

Eine Machbarkeitsstudie soll in einem ersten Schritt die Frage nach dem passenden Standort klären. Zur Debatte stehen ein Ersatzneubau für das Schulhaus Tränkebach, das Areal Meyerschulhaus und die Wiese Kirchbühl. Zu klären ist auch, ob das Schulhaus und Lehrschwimmbecken unabhängig voneinander realisiert werden können. Weil die Schule Stäfa das Lehrschwimmbecken der Privatschule Redlikon nur bis 2021 nutzen kann, muss hier bereits sehr bald eine neue Lösung gefunden werden.

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