Küsnacht

Die Knutschkugel von der Goldküste geht in Produktion

Nun ist es klar: Der Elektro-Kabinenflitzer namens Microlino von Kickboard-Erfinder Wim Ouboter aus Küsnacht wird ab 2018 in der Fabrik des italienischen Herstellers Tazzari in Produktion gehen.

Alle wollten sie es sehen: Am Mittwochabend wurde im Kaufleuten das Vorserienmodel des Küsnachter Elektroflitzer Microlino enthüllt.
Video: SDA

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Die ersten Fahrzeuge sollen zwischen Frühling und Sommer ausgeliefert werden. Zurzeit ist der lediglich 2,44 lange und 1,50 Meter breite Zweiplätzer aber noch ein Vorserienmodell, das am Mittwochabend im Zürcher Kaufleuten präsentiert wurde.

Nach Angaben von Ouboter ist das Interesse am kleinen Kabinenroller riesengross: Über 4600 Reservationen seien bisher eingegangen sein. Zu haben ist der Elektroroller ab 12000 Franken. Das ambitiöse Projekt, das der Kickboard-Erfinder Wim Ouboter in Küsnacht startete, soll vor allem die chronische Parkplatznot in den urbanen Gebieten und Städten lindern helfen. Dank des Mini-Formats ist auch ein Querparken erlaubt, wodurch drei Microlinos auf einen «normalen» Parkplatz passen.

Wie ein Kühlschrank

Die Knutschkugel mit dem Jö- Effekt ist nicht nur ultraklein, sondern auch ultraleicht: Sie wiegt lediglich 400 Kilogramm und hat nur das Nötigste mit an Bord. Im Vergleich zu einem normalen PW verfügt der Microlino über 60 Prozent weniger Teile. Ein Infotainmentsystem, Klimaautomatik oder Sitzheizung sucht man hier vergebens. Elektronikschnickschnack mache Akkuautos nur teuer und schmälere die Reichweite, meint Ouboter. Dafür braucht der Microlino auch nur ein Drittel der Fläche eines regulären Parkplatzes.

Das Design lehnt sich an das Rollermobil der italienischen Firma Iso Rivolta aus dem Jahre 1954 an, die legendäre Isetta. BMW liess das Gefährt unter der Bezeichnung BMW Isetta von 1955 bis 1959 in Lizenz in Deutschland produzieren. Dazu gehört auch der Ein- und Ausstieg von der Fahrzeugfront her. Wie beim historischen Vorbild öffnet sich der Wagen wie ein Kühlschrank. Der Wagen steht auf vier Rädern, die hinteren sind eng nebeneinander platziert. Damit enden die Gemeinsamkeiten: Im Microlino ist ein Elektromotor mit Batterie eingebaut. Die Ladung der Akkus im Wagenboden sorgt für eine Reichweite von rund 100 Kilometern. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 25.01.2018, 13:24 Uhr

MICRO MOBILITY SYSTEMS LTD. (INTERNATIONAL)

Wim Ouboter gründete 1996 in Küsnacht die Firma Micro Mobility Systems Ltd. zur Herstellung von Mini-Scootern. Diese etablierten sich rasch bei Klein und Gross und werden heute von einer Vielzahl verschiedener Anbieter verkauft. Die Firma erzielt mit ihren Kickboards einen Umsatz von rund 60 Mio. Franken in über 75 Ländern und beschäftigt etwa 60 Mitarbeitende, davon knapp 30 in Küsnacht (Laden, Büros und Reparaturwerkstatt). Der Rest verteilt sich auf China, Deutschland, Frankreich und die USA. Das Unternehmen steht nach Angaben von Ouboter auf finanziell gesunden Beinen, sei zu 100 Prozent eigenfinanziert und schreibe von jeher schwarze Zahlen «im siebenstelligen Bereich». Nun soll mit dem Projekt Microlino für die Firma ein zweites Standbein aufgebaut werden. (ths)

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