Uetikon

Der Weg fürs Uetiker Gymi-Provisorium ist frei

Die Gemeindeversammlung hat ihren Segen dazu gegeben, dass der Kanton in Uetikon eine Mittelschule auf Zeit baut. Mit dem Antrag, vier Grundstücke im Zentrum abzugeben, scheiterte der Gemeinderat.

Auf dieser Wiese an Uetiker Zentrumslage entstehen ab nächstem Jahr zwei Schulbauten aus Container-Elementen.

Auf dieser Wiese an Uetiker Zentrumslage entstehen ab nächstem Jahr zwei Schulbauten aus Container-Elementen. Bild: Michael Trost

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Am 20. August 2018 werden erstmals Gymnasiasten aus der Region Pfannenstiel in Uetikon zur Schule gehen. Dieser Zeitplan der Zürcher Bildungsdirektion ist nach der gestrigen Uetiker Gemeindeversammlung ein grosses Stück realistischer geworden. Die 684 Stimmberechtigten schufen die Grundlage dafür, dass der Kanton auf einer 13 000 Quadratmeter grossen Wiese im Dorfzentrum ein Gymi-Provisorium bauen kann. Sie befand sich bisher in der Landwirtschaftszone und wird neu der Zone für öffentliche Bauten zugewiesen.

Dass damit wertvolles Kulturland verloren gehen könnte, hatte eine Gruppe Landwirte in den vergangenen Tagen mit Plakaten und in Leserbriefen thematisiert. Fritz Tritten meldete sich namens dieser Gruppe zu Wort und schlug düstere Töne an: «Jede landwirtschaftliche Fläche, die einmal verbaut ist, kommt nicht mehr zurück.»

Halbe Million vorstrecken

Sorgen um die Zukunft der Riedstegwiese nach ihrem Einsatz als Mittelschulstandort trieben auch andere Uetiker um. Einer von ihnen, Hans-Rudolf Zulliger, stellte den Antrag, den Nutzungsplan um einen Satz zu ergänzen: nämlich dass die entstehenden Bauten auch tatsächlich nur für das Provisorium der Mittelschule benutzt werden dürfen. Damit überzeugte er die Mehrheit.

Gemeinderat und Rechnungsprüfungskommission priesen ein Gymnasium als Standortvorteil für Uetikon an. Aus der Versammlung kamen gleichwohl einige besorgte Voten. Schon jetzt habe man nicht im Griff, wie sich manche Jugendliche im öffent­lichen Raum benähmen, meinte Kirchenpflegepräsident Daniel Mettler. Während der Laufzeit des Provisoriums von ungefähr zehn Jahren werden es bis zu 500 mehr, die das Uetiker Zentrum bevölkern. Auch die Idee, die Schule auf Zeit anderswo im Dorf zu bauen, wurde geäussert.

Wie immer beschäftigte auch die Frage nach den Kosten. Eine halbe Million Franken ist im Budget eingestellt für die Erschliessung des Grundstücks. Der grösste Teil davon komme aber zurück in Form von Anschlussgebühren, die der Bauherr bezahlt, führte der Gemeinderat aus. Der Ausgang der Abstimmung war schliesslich so klar, dass keine Auszählung nötig war.

Reserve statt Wohnungen

Zu tun hatten die Stimmenzähler beim zweiten Geschäft, der beantragten Abgabe im Baurecht von vier Parzellen rund um das alte Gemeindehaus. Sie fiel mit 432 Nein- gegenüber 191 Ja-Stimmen durch. Die Uetiker nahmen es dem Gemeinderat offensichtlich übel, dass er die Idee ein zweites Mal aufs Tapet brachte. Vor drei Jahren hatte der Souverän einen Verkauf der Grundstücke an denselben Investor abgelehnt. Nun argumentierte die Behörde, dass man die Parzellen mit einem Baurechtsvertrag auf 99 Jahre nicht ganz aus der Hand gebe. Uetikon könne sich so Sanierungskosten von rund zwei Millionen Franken sparen und erziele dazu noch einen jährlichen Zins.

Die Stimmbürger vermochte das nicht zu überzeugen. Namentlich die links-grüne «Lobby für Uetikon» legte sich gegen die Vorlage ins Zeug. Deren Votanten forderten, dass eine «Reserve für unsere Kinder» erhalten bleibe, statt dass die Gemeinde den Bau von teuren Wohnungen befeuere. Auch für die Flüchtlinge, die heute dort wohnen, müsse weiterhin eine Unterkunft bereitstehen. Argumentiert wurde darüber hinaus mit dem Schutz des Dorfbildes und mit der Tatsache, dass das einstige Gemeindehaus den Uetikern einst als Geschenk zuteil kam. Ein Ordnungsantrag auf Abstimmung setzte der emotionalen Debatte schliesslich ein Ende; der Entscheid fiel überaus klar aus. Zuletzt wurde das Budget 2017 mit wenigen Gegenstimmen genehmigt.

Erstellt: 06.12.2016, 00:47 Uhr

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