Meilen

Der Glace-Hersteller zapft den Zürichsee an

An der Meilemer Seeanlage haben die Arbeiten für eine Anlage begonnen, die kühlendes Wasser zur Midor pumpt. Die Biscuit- und Glaceproduzentin spart dadurch viel Strom.

Romeo Deplazes und Peter Brändle eröffneten am Donnerstag die Arbeiten am See.

Romeo Deplazes und Peter Brändle eröffneten am Donnerstag die Arbeiten am See. Bild: Michael Trost

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Am Seeufer steht nur ein kleiner Bagger. Für die Midor AG, die in Meilen zahlreiche Eigenmarken wie Guetzli und Glace für die Migros entwickelt, steht er aber für eine grössere Veränderung – zumindest punkto Energieversorgung. Das Unternehmen wird künftig die Öfen in der Produktionsstätte mit Seewasser kühlen und so Energie sparen.

Am Donnerstag haben die Arbeiten für das unterirdische Pumpwerk begonnen. Der Bagger blieb dabei vorerst still: Zuerst setzten Midor-Chef Peter Brändle und Romeo Deplazes von Energie 360° symbolisch eine Schaufel ins Erdreich.

Auch Abwärme nutzen

Der Energiedienstleister aus Zürich baut die Anlage für die Guetzlifabrik. Drei Pumpen werden dem See in 50 Meter Tiefe fünf Grad warmes Wasser entnehmen. Dieses wird unterirdisch zur Midor geführt, nimmt dort Wärme auf und fliesst zurück in den See. Es wird dann maximal 23 Grad warm sein und hat praktisch keine Auswirkung auf die Temperatur des Zürichsees.

Die Midor spart dank der Seewasseranlage jährlich so viel Strom, wie rund 130 Haushalte verbrauchen. Künftig soll auch die Abwärme genutzt werden: Energie 360° plant gemeinsam mit der Gemeinde einen Wärmeverbund. Häuser in der Umgebung der Fabrik könnten dadurch mit dem warmen Wasser statt mit fossilen Brennstoffen geheizt werden. Die Eigentümer müssten sich dazu dem Verbund als Kunden anschliessen.

Nördlich des Bahnhofs will Energie 360° die Abwärme zusätzlich in einem Wärmeverbund zum Heizen nutzbar machen. Bild: Energie 360° (miw)

Erstellt: 24.10.2019, 17:09 Uhr

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