Männedorf

«Den Aufnahmestopp konnten wir leider nicht verhindern»

Der FC Männedorf ist erfreut über die Pläne für den Sportplatz Widenbad. Präsident Sergej Piattella lobt die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, den er vor einem Jahr noch scharf kritisiert hat.

Die Sportanlage Widenbald soll modernisiert werden. Da die Naturrasen oft in schlechtem Zustand sind, soll ein zweites Kunstrasenfeld wie jenes im Hintergrund entstehen.

Die Sportanlage Widenbald soll modernisiert werden. Da die Naturrasen oft in schlechtem Zustand sind, soll ein zweites Kunstrasenfeld wie jenes im Hintergrund entstehen. Bild: Archiv Manuela Matt

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Der Männedörfler Gemeinderat hat vergangene Woche den Masterplan für den Sportplatz Widenbad vorgestellt. Es sieht unter anderem einen neuen Naturrasen sowie ein zweites Kunstrasenspielfeld vor. Der FC hat dies schon lange gefordert. Wie erleichtert sind Sie?
Sergej Piattella: Wir sind sehr erleichtert, dass es vorwärts geht. Vor allem der neue Kunstrasen ist für uns sehr wichtig, weil wir auf diesem – anders als auf dem Naturrasen – immer spielen können. Die Anlage ist aber nicht nur für den FC Männedorf ein Gewinn, sondern auch für jene Interessengruppen, die heute im Widenbad zu kurz kommen. Ich denke etwa an den Bereich, der für Freizeitaktivitäten geschaffen wird und Randsportarten zu Gute kommt – zum Beispiel Frisbeespielern. Wichtig ist auch der Spielplatz und dass es auf dem Gelände weiterhin Platz für Feste hat.

Vor einem Jahr beantragte der Gemeinderat der Gemeindeversammlung einen Projektstopp, weil die Altlastensanierung die zu erwartenden Kosten in die Höhe trieb. Der Aufschrei des FC Männedorf war gross. Sie sprachen von Verzögerungstaktik und kinderunfreundlicher Politik. War die Kritik überzogen?
Ob sie überzogen war, ist schwierig zu sagen. Vielleicht hat es sie gebraucht. Sie hat auf alle Fälle dazu beigetragen, dass unser Anliegen ernst genommen wurde. Wir haben gemerkt, dass es der Gemeinderat wirklich ehrlich meint und das Projekt vorantreiben will.

Sind die Differenzen also mittlerweile ausgeräumt?
Ja, da sind sie. Ein Vorteil war, dass wir dieses Mal von Anfang an am Prozess beteiligt waren. Wir haben das Projekt gemeinsam mit dem Gemeinderat erarbeitet. Das hat auch uns geholfen, gewisse Dinge anders zu sehen oder besser zu verstehen.

Hat es sich also gelohnt, die Sportanlage neu auf ihr Potenzial abzuklopfen und von vorne anzufangen?
Das hat sich auf alle Fälle gelohnt, weil wir nun ein Resultat haben, das breiter abgestützt ist. Der Sportplatz wird nicht nur für den FC saniert, auch wenn unser Verein davon natürlich am meisten profitiert. Aber er bringt wie gesagt auch anderen Bevölkerungsgruppen etwas. Und für uns ist zentral, dass das Angebot auf unsere langfristigen Bedürfnisse ausgerichtet ist.

«Wir haben gemerkt, dass es der Gemeinderat wirklich ehrlich meint und das Projekt vorantreiben will.»Sergej Piattella

Beim heutigen Angebot ist dies nicht der Fall. Vor einem Jahr sagten Sie, der Klub müsse einen Aufnahmestopp für Kinder einführen, wenn der Bau des zweiten Kunstrasens weiter hinausgeschoben würde. Wie sieht die Situation heute aus?
Den Aufnahmestopp konnten wir leider nicht verhindern. Wir können keine neuen Vereinsmitglieder aufnehmen, wenn die Infrastruktur noch nicht bereit steht. Das wäre den Mitgliedern gegenüber unfair. Wir wollten aber verhindern, dass wir Mannschaften streichen müssen. Wir haben das so gelöst, indem nun jene Junioren, die etwas weniger fussballbegeistert sind als andere, weniger Trainingseinheiten absolvieren.

Der Ausbau erfolgt in mehreren Etappen und über acht Jahre. Inwiefern schränkt die lange Bauzeit den FC ein?
Zum Glück nicht allzu sehr. Das liegt daran, dass zuerst das zweite Kunstrasenfeld gebaut wird. Das ist das Wichtigste für uns, denn so können wir bei jedem Wetter spielen.

Ende Jahr stimmt die Gemeindeversammlung über einen ersten Kredit ab. In einem Rundmail rufen Sie bereits jetzt Vereinsmitglieder und Eltern dazu auf, sich für den neuen Platz einzusetzen. Haben Sie Angst, dass nicht genug Leute hinter dem Anliegen stehen?
Nein, der FC Männedorf hat viele Anhänger. Aber wir leben in einer Demokratie, und jeder darf seine Stimme abgeben. Es gibt somit keine Gewissheit. Wir müssen deshalb die Bevölkerung überzeugen, dass es den Ausbau braucht und dass wir etwas für die Zukunft der Kinder in Männedorf machen müssen.

Sie haben im Mail angekündigt, dass Sie verschiedene Aktivitäten rund um das Projekt organisieren möchten. Woran haben Sie gedacht?
Wir müssen das im Vorstand noch besprechen. Wir möchten aber im Dorf mit Veranstaltungen präsent sein, und zwar nicht nur mit fussballerischen Events. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.02.2019, 12:08 Uhr

Sergej Piattella, Präsident FC Männedorf.

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