Stäfa

Blues aus Männedorf in Reinkultur

Mit ihrer kraftvollen Stimme hat die Männedörfler Bluessängerin Lilly Martin im Kulturkarussell Rössli die Fans in den Bann gezogen.

Die Blues-Lady Lilly Martin überzeugte mit ihrer Powerstimme die rund 200 Fans im Rössli.

Die Blues-Lady Lilly Martin überzeugte mit ihrer Powerstimme die rund 200 Fans im Rössli. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit dem Blues-Klassiker «Same Old Blues» eröffneten Lilly Martin und Band am Freitagabend ihren Auftritt, der weitere 20 Songs sowie drei Zugaben umfasste. «Same Old Blues» steht eigentlich für «same old story», denn der Text hat zum Inhalt, was sich auf viele Bluesnummern bezieht: Schon fast beschwörend besang Lilly Martin das Traurigsein und Einsamsein. Aber der Blues bleibt nicht in negativen Gefühlen stecken. Er weckt auch Hoffnung. So wie es John Lee Hooker, einer der nicht mehr lebenden Grössen des US-Südstaaten-Blues, ausdrückte, als er ihm in einem seiner Stücke heilende Wirkung zusprach: «The Blues ist the Healer».

Nicht gerade heilende Kräfte, aber viel Spass und Emotionen bereiteten sich im Saal aus, als die Sängerin nach zwei, drei weiteren Coverversionen das Publikum näher an die Bühne brachte. «Sie sind so weit weg, rücken wir doch zusammen», sagte sie und prompt wurden die Stuhlreihen im fast ausverkauften Haus nach hinten verschoben. Es gab Platz zum Tanzen, was von vielen der rund 200 Fans genutzt wurde.

Erinnerungen an Greenwich Village

Lilly Martin intonierte nun Eigenkompositionen aus ihrem neuen Album «Minetta». So hiess die Strasse, in der die Künstlerin in ihrer Geburtsstadt New York City lebte, mitten im Szenenviertel Greenwich Village. Sie wuchs in einer kubanischen Künstler- und Musikerfamilie auf. In «Live in the City», «Slow like Honey» und «One Good Turn» liess sie die urbane Vergangenheit nochmals aufkommen. Wie sie sich dazu auf der Bühne bewegte, deutete an, dass ihr auch Salsa nicht völlig fremd ist

Die Blues-Lady verstand es, das Publikum weiterhin für sich einzunehmen und trieb die Begleitmusiker zu Höchstleistungen an. Die Band spielte schlicht exzellent. Gitarrist Dominic Schoemaker ging ans Werk, als hätte der Luzerner sein Metier in den schwarzen Ghettos von Chicago erlernt. Mal führte er mit minimalen Tönen die Melodie der Songs weiter, mal hämmerte er den Rhythmus auf die Saiten, und mit den Solis heimste er Sonderapplaus ein. Ihm stand Keyboarder Michael Dolmetsch in nichts nach, Markus Fritzsche und Tom Becks gaben am Bass sowie Schlagzeug den Takt vor.

Schüler als Überraschungsgast

Lilly Martin machte sich in der Castingshow auf SRF1, «The Voice of Switzerland», auch einen Namen als «Vocal Coach». Einer ihrer gegenwärtigen Schüler, Ben McNamara, gab denn auch im Verlauf des Abends ein Ständchen. Seine Lehrerin ist für den Swiss Blues Award, der im nächsten Frühjahr am Bluesfestival Basel vergeben wird, nominiert worden. Zum nächsten Auftritt von Lilly Martin und Band in der Region kommt es bereits am Sonntag, 17. November in der reformierten Kirche in Meilen.

Erstellt: 10.11.2019, 19:11 Uhr

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben