Himmelslaternen

«Bei einer Bewilligung macht man sich vorgängig Gedanken»

Philipp Büchele Leiter Bevölkerungsschutz der Stützpunktfeuerwehr Meilen, findet Bewilligungen im Fall von Himmelslaternen sinnvoll.

Grundsätzlich seien Himmelslaternen nicht gefährlich, sagt Experte Philipp Büchele. Dennoch sei im Umgang damit Vorsicht geboten.

Grundsätzlich seien Himmelslaternen nicht gefährlich, sagt Experte Philipp Büchele. Dennoch sei im Umgang damit Vorsicht geboten. Bild: Archiv Chriatian Dietz-Saluz

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Philipp Büchele, was macht das Steigenlassen von Himmels- laternen gefährlich?
Ich weiss nicht, ob man Himmelslaternen grundsätzlich als gefährlich bezeichnen kann. Natürlich handelt es sich aber um ein offenes Feuer. Eine Himmelslaterne ist eine Art Papiersack, der meistens mit einer Schnurbefestigung oder Bambus aufgespannt wird. Darin befindet sich ein Brennkörper, den man entzündet. Die warme Luft im Innern steigt auf wie bei einem Heissluftballon. Der Aufstieg kann bis auf 500 Meter erfolgen, wobei die Himmelslaterne unkontrollierbar wird, heisst den Kräften der Thermik unterworfen ist. Dadurch kann man auch nicht sagen, wo sie am Schluss herunterkommt oder hängen bleiben könnte. Wenn die Laterne abtreibt, sind Sie machtlos.

Im deutschen Krefeld ist das Affenhaus des dortigen Zoos wegen Himmelslaternen völlig ausgebrannt. Wie kann so etwas passieren?
Ich war weder in Krefeld dabei, noch bin ich der Architekt vom Affenhaus. Von dem her ist es relativ schwierig, das zu beurteilen. Wenn ein brennendes Objekt, unabhängig davon, ob es eine Himmelslaterne ist oder nicht, auf einen Untergrund aufkommt, der brennbar ist und eine bestimmte Mischung aus Sauerstoff, Zündquelle und Zündstoff besteht, kann ein Feuer ausbrechen. Auf die Schweiz adaptiert sehe ich bei einem normalen Ziegeldach eigentlich keine Gefahr, selbst wenn die Himmeslaterne noch brennt. Wenn jedoch das Dachfenster offen ist und die Laterne beispielsweise auf ein Bett fällt, sieht es natürlich gleich wieder anders aus.

Es gibt in der Zürichseeregion auch viele alte Häuser. Sind diese nicht speziell gefährdet?
Nein, ich habe momentan keine Bedenken, dass Himmelslaternen ein Problem darstellen würden für ein Ziegeldach oder dergleichen. Es kommt natürlich darauf an, wie Dächer konstruiert sind. Bei Baustellen, bei denen es noch keine fertige Dachhaut gibt, könnte es zu einem Problem kommen. Aber es ist grundsätzlich so, dass Himmeslaternen nicht einfach frei gezündet werden dürfen. Es braucht eine Bewilligung beziehungsweise ein Gesuch, das man bei der Gemeinde einreichen muss.

Nicht in allen Gemeinden der Zürichseeregion braucht es eine Bewilligung für Himmelslaternen.
In der Gemeinde Meilen braucht es eine solche. Auch die Luftfahrt ist in die Bewilligung von Himmelslaternen involviert, da man fünf Kilometer Abstand zu Start- und Landepisten halten muss.

Finden Sie es sinnvoll, wenn Gemeinden Bewilligungen vorschreiben?
Absolut. Bei einer Bewilligung macht man sich vorgängig Gedanken. Es ist sinnvoll, dass nicht jeder wahllos brennende Objekte in die Luft aufsteigen lassen kann.

Erstellt: 15.01.2020, 08:06 Uhr

Philipp Büchele Leiter Bevölkerungsschutz, Stützpunktfeuerwehr Meilen (Bild: pd)

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