Zollikon

Anwohner rekurrieren gegen Handyantenne in Wohngebiet

Eine geplante Mobilfunkantenne sorgt in Zollikon für Unmut. Jetzt haben Anwohner Rekurs eingereicht und ­wollen – falls nötig – damit bis vor Bundesgericht gehen.

Anwohner Max Glauser rekurriert gegen die Handyantenne, die auf dem Dach ausgesteckt ist.

Anwohner Max Glauser rekurriert gegen die Handyantenne, die auf dem Dach ausgesteckt ist. Bild: Jonas Roth

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Auf die Mobilfunkantenne, die an der Alten Landstrasse in Zollikon gebaut werden soll, weist nur ein schmaler Metallstab auf dem Dach der Liegenschaft 133 hin. Im Januar hat die Gemeinde die Antenne bewilligt.

Gegen dieses Vorhaben haben nun neun Anwohner Rekurs erhoben. Einer der Rekurrenten ist Max Glauser. Er sei erst durch die Aussteckung auf dem Dach auf die geplante Anlage aufmerksam geworden. Er stört sich daran, dass nicht darüber informiert wurde: «Die Gemeinde müsste wissen, dass es sich bei einer solchen Antenne um eine sensible Angelegenheit handelt. Sie hat aber keine Rücksprache mit den Anwohnern vorgenommen.» Und das, obwohl mehrere Leute den Entscheid angefordert hätten. «Ich muss feststellen, dass sich die Gemeinde offenbar recht wenig um die Interessen Betroffener kümmert», sagt Glauser. «Ein solches Vorgehen halte ich nicht für professionell.»

50 Anwohner protestierten

Laut Gemeindeschreiberin Regula Bach wurde vorschriftsgemäss informiert: «Die Baubehörde hat das Baugesuch für die Mobilfunkantenne wie vorgeschrieben im ‹Zolliker Boten› und im kantonalen Amtsblatt ausgeschrieben.» Informationsveranstaltungen über private Bauvorhaben dürfe die Baubehörde nicht durchführen. Sie sei verpflichtet, alle Baugesuche gleichzubehandeln. Nur über eigene Bauvorhaben informiere die Gemeinde direkt.

Die Antenne würde dereinst vom Mobilfunkanbieter Salt, ehemals Orange, betrieben werden. Dieser hat einen entsprechenden Vertrag mit der Hausbesitzerin der Liegenschaft 133 abgeschlossen. Pikant: Diese wohnt selbst gar nicht im betroffenen Haus und will sich gegenüber der Rekurrentschaft auch nicht zum Vorhaben äussern. Am Mittwoch war sie für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Laut Max Glauser geht es den Rekurrenten vor allem um den «schädlichen Elektrosmog in der Wohnzone und die offensichtliche Verschandelung der bis anhin intakten Landschaft». Die Aussteckung entspreche nämlich nicht der effektiven Grösse der Antenne, die wegen eines Blitzableiters und wegen Sendern sowohl höher als auch breiter werden würde. Auch der Wert der Liegenschaften im Umfeld würde durch die Antenne wohl verringert werden, meint Glauser.

Aus diesen Gründen forderten die Rekurrenten einen Augenschein, um gemeinsam mit der Baubehörde und dem Mobilfunkanbieter Salt die Lage zu beurteilen. Dieser fand am vergangenen Samstag statt. Dazu erschienen aber nicht nur die neun Rekurrenten, sondern rund 50 weitere Anwohner, die ihren Missmut über die geplante Antenne kundtaten. «Das zeigt, dass wir auch über einen entsprechenden Rückhalt in der Nachbarschaft ver­fügen», sagt Glauser.

«Kampfeslust vorhanden»

Bei Salt verteidigt man den Bau der Antenne. «Wir haben zwar in der Schweiz eine 99-prozentige Abdeckung, da aber immer mehr Leute Smartphones nutzen, muss die Kapazität laufend erhöht werden», sagt Pressesprecherin Therese Wenger. «Weil in der Wohnzone am meisten telefoniert wird, müssen wir die Antennen dort installieren.» Laut Wenger sei man Rekurse gewohnt. «Alle wollen telefonieren, aber niemand will eine Antenne.»

Geht es nach Max Glauser, wird eine solche auch nie gebaut werden: «In der Rekurrentschaft ist die Kampfeslust vorhanden, wenn nötig auch bis vor Bundesgericht zu gehen.»

Erstellt: 18.06.2015, 08:34 Uhr

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