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Mehrfamilienhaus im AnflugAsteroid so gross wie Tscheljabinsk-Meteor kreuzt Bahn der Erde

Just am Tag des meteorologischen Herbstbeginns braust ein Asteroid an der Erde vorbei. Und das in nur etwa einem Drittel der Distanz zum Mond.

Zählt zu den Erdbahnkreuzern, oder mystisch ausgedrückt, zu den Apollo-Asteroiden: «2011 ES4» ist etwa so gross, wie der Körper, der 2013 in der russischen Stadt Tscheljabinsk Schäden anrichtete. Künst­le­ri­sche Dar­stel­lung ei­nes Aste­ro­iden.
Zählt zu den Erdbahnkreuzern, oder mystisch ausgedrückt, zu den Apollo-Asteroiden: «2011 ES4» ist etwa so gross, wie der Körper, der 2013 in der russischen Stadt Tscheljabinsk Schäden anrichtete. Künst­le­ri­sche Dar­stel­lung ei­nes Aste­ro­iden.
Bild: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Heute Dienstag wird der Vorbeiflug eines Asteroiden von der Grösse eines Mehrfamilienhauses erwartet. «Er wird voraussichtlich rund 120’000 Kilometer entfernt an der Erde vorbeifliegen», erklärte Manfred Gaida vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) der Deutschen Presse-Agentur. Das entspricht etwa einem Drittel der mittleren Distanz zum Mond und ist für astronomische Verhältnisse ziemlich nahe.

Bei der exakten Bestimmung der Distanz gebe es noch gewisse Unsicherheiten, weil Asteroiden auf ihrem Flug – durch die Schwerkraft von Planeten und Monden abgelenkt – ihre Bahn veränderten. «Fest steht, dass er uns nahe kommt», sagte der Experte. «Aber ungefährlich nahe.»

Wer das Spektakel um 18.12 Uhr sehen wolle, dürfe allerdings nicht zu viel erwarten: Der Asteroid mit dem Namen «2011 ES4» sei zu lichtschwach, um ihn mit blossem Auge sehen zu können. «Das kann man relativ sicher abschätzen», erklärte Gaida. «Es ist ein relativ kleiner Körper von der Grösse eines Mehrfamilienhauses.» Denkbar sei, dass einige Hobby-Astronomen mit ihren Teleskopen versuchen, den Vorbeiflug als Strichspur aufzuzeichnen.

ES4 zieht wohl noch häufig an Erde vorbei

«2011 ES4» hat einen geschätzten Durchmesser von 22 bis 49 Metern und wird den sogenannten Apollo-Asteroiden zugerechnet. Ähnliche Erdvorbeiflüge kleiner Himmelskörper fänden recht häufig statt – in diesem Jahr seien es schon rund 60 gewesen, hiess es vom DLR.

Eine Kollision von «2011 ES4» mit der Erde käme demnach dem Tscheljabinsk-Ereignis gleich. Am 15. Februar 2013 war ein rund 19 Meter grosser Meteor 30 Kilometer über der russischen Stadt Tscheljabinsk in der Atmosphäre zerbrochen. Die Druckwelle führte zu Gebäudeschäden, mehrere Menschen wurden unter anderem durch zerberstende Glasscheiben verletzt.

SDA/fal

2 Kommentare
    Mr M

    Zum Glück haben die Gasplaneten das Sonnensystem aufgeräumt! Astronomen wissen über diesen Zusammenhang bescheid ;)