Zum Hauptinhalt springen

ElektromobilitätMehr Stil auf der Electric Avenue

Als Sportback wird der Audi e-tron zum Schönheitskönig unter den elektrischen SUV.

Eine Frage des Hecks: Als Sportback wirkt der e-tron von Audi deutlich eleganter als die normale Version.
Eine Frage des Hecks: Als Sportback wirkt der e-tron von Audi deutlich eleganter als die normale Version.
Audi
Der Audi e-tron sieht als Sportback trotz fast 5 Metern Länge elegant und dynamisch aus.
Der Audi e-tron sieht als Sportback trotz fast 5 Metern Länge elegant und dynamisch aus.
Audi
1 / 3

Das Model X mag erfolgreich sein und ausgesprochen innovativ, doch einen Schönheitspreis gewinnt Tesla für sein erstes SUV ganz sicher nicht. Der Mercedes-Benz EQC überzeugt zwar im Langzeittest des «Tages-Anzeigers» mit seinen Qualitäten, ist mit seinen Rundungen, dem sehr langen Heck und seinem unauffälligen Gesicht aber nicht gerade Gorden Wageners Meisterstück. Und auch der Audi e-tron war bis jetzt nicht eben ein Blickfang. Macht nichts. Da die Stromer in ihrem Segment bislang noch relativ allein waren und entsprechend wenig Konkurrenz fürchten mussten, war der Druck auf die Designer nicht sonderlich gross. Doch jetzt, da sich der Markt so langsam entwickelt, ändert sich das zusehends, und Audi trägt dem jetzt als Erster Rechnung: Im Mai stellen die Bayern dem e-tron deshalb zu Preisen ab 80’500 Franken einen Sportback zur Seite und setzen damit vor allem auf die Verführungskraft einer schönen Linienführung.

Vom gewöhnlichen e-tron unterscheidet sich der Sportback vor allem durch das sportliche Heck, das früher ansetzt und flacher ausläuft. Das kostet zwar im Fond ein paar Zentimeter Kopffreiheit und weiter hinten ein paar Liter Stauraum. Doch erstens bleiben auch unter der schrägen Klappe noch immer 615 bis 1655 Liter, und zweitens sieht der e-tron damit nicht mehr ganz so grob und gewaltig aus wie der Erstling.

Digitales Licht in Serie

Damit man den Unterschied auch bei Nacht erkennt, gibt es dazu zum ersten Mal bei einem Serienmodell ein digitales Matrixlicht. Dann können die LED im Scheinwerfer so angesteuert werden, dass nicht nur spektakuläre Begrüssungsszenarien möglich werden, sondern dass sich auch zusätzliche Markierungen auf die Fahrbahn beamen lassen, die zum Beispiel in engen Baustellen die Durchfahrt erleichtern sollen.

Unter dem Blech ändert sich dagegen nichts, und es gibt den Sportback wahlweise als 55er (ab 93’300 Franken) mit einer Systemleistung von 265 und kurzfristig sogar 300 kW, einem Spitzentempo von 200 km/h (zu viel für die Schweizer Autobahn, zu wenig fürs Auto-Quartett) und 97 kWh-Akku für bis zu 448 Kilometer Fahrstrecke. Oder als 50er: Der muss sich mit 230 kW, 190 km/h, 71 kWh und einem Aktionsradius von 347 Kilometern begnügen.

Aufgeräumt und hochwertig: Das Cockpit des e-tron Sportback glänzt mit Audi-Qualität.
Aufgeräumt und hochwertig: Das Cockpit des e-tron Sportback glänzt mit Audi-Qualität.
Audi

Zwar ist es immer wieder imposant, wenn so ein Brocken wie von Geisterhand und völlig geräuschlos lossprintet, beim Ampelstart den meisten Sportwagen die Schau stiehlt und im besten Fall in 5,7 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Schliesslich werden selbst 2,6 Tonnen ganz leicht, wenn 664 Nm von der ersten Sekunde an dran reissen. Doch einen Unterschied zum normalen e-tron fühlt man nicht beim Sprint, sondern allenfalls auf der Langstrecke: Weil das Coupé mit einem cw-Wert von 0,25 noch windschnittiger ist, reicht der Saft in den Akkus – zumindest in der Theorie – für zehn Kilometer mehr.

Zwar ist in der elektrischen Welt vieles anders als früher, und manche Wertung hat sich verschoben. Doch eines gilt offensichtlich auch in der Akku-Ära: Wie immer bei Coupés zahlt man mehr Geld für weniger Auto. Denn bei identischer Ausstattung ist der Sportback 2200 Franken teurer.