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Kolumne «Ertappt»Mehr Muskeln als Hirn

Ein 29-Jähriger aus Männedorf scheint unter Alkoholeinfluss Mühe zu haben, seine Emotionen zu kontrollieren. Seine Ausraster bekommen Türen und Polizisten zu spüren.

Kurioses aus der Welt der Justiz.
Kurioses aus der Welt der Justiz.
Grafik: Olivier Samter

Zwei Tatorte – ein Restaurant in Männedorf und das Casino in Pfäffikon SZ – und zwei Tatzeiten – 1.05 und 4.35 Uhr. Die Taten: Sachbeschädigung, Hinderung einer Amtshandlung, Verrichten der Notdurft ausserhalb sanitärer Anlagen und Tätlichkeiten. All dies deutet schon darauf hin, dass der Beschuldigte gern nachts unterwegs ist und sich, wohl unter Alkoholeinfluss, nicht immer an die Regeln hält und gewisse Probleme mit Autoritäten hat.

Bei einem Restaurant in Männedorf wurde die Tür zum Vorratsraum Opfer seiner Gewalt. Er trat mehrfach gegen die Tür. Der Türdrücker verbog sich, das Türschloss liess sich nicht mehr schliessen. Der Barkeeper wurde auf den Lärm aufmerksam und stellte den 29-Jährigen zur Rede. Es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung, schliesslich schlug der Beschuldigte den Barmann gegen Stirn und Hinterkopf.

Viel hat der Männedörfler aus der Begegnung nicht gelernt. Zwei Wochen später, am 29. Februar 2020, geriet er im Casino Pfäffikon mit der Polizei aneinander. Die Beamten wollten seinen Kollegen kontrollieren. Der Beschuldigte stellte sich vor die Polizisten, spannte seine Muskeln an und drohte, sie kaputt zu machen. Die Kontrolle wurde trotzdem durchgeführt. Laut protestierend kamen die Männer der Aufforderung nach, das Gelände zu verlassen. Der 29-Jährige liess es sich aber nicht nehmen, auf dem Vorplatz ausgerechnet auf die Motorhaube des Polizeiautos zu urinieren. Die Beamten hatten jetzt genug, brachten ihn zu Boden und legten ihm Handschellen an.

Für die Fülle seiner Gesetzesverstösse wird der Beschuldigte zu einer bedingten Geldstrafe von 40 mal 150 Franken verurteilt. Für die Strafe gilt eine lange Probezeit von vier Jahren. Die Busse von 1800 Franken muss er bezahlen.