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Kommentar zu Sexismus beim SRGMarchands Fehler werden zu Unrecht marginalisiert

SRG-Generaldirektor Gilles Marchand hat am Freitag zu den Untersuchungsberichten über die im November 2020 erhobenen Belästigungsvorwürfen Stellung genommen.

«Ich habe unangemessenes Verhalten nie toleriert.»

Bernard Rappaz, zurückgetretener RTS-Chefredaktor
11 Kommentare
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    Fred Schönbächler

    Ach, schon wieder "Persönlichkeitsrechte", die angeblich geschützt werden müssten.

    Das Problem ist doch, dass keiner weiss, was da vorgefallen ist. Und weil es keiner weiss, schiessen die Vermutungen ins Kraut. Es wird von "Negativerfahrungen", "Belästigungen", "Übergriffen", "Mobbing", "Sexismus" und ähnlichem Wischiwaschi geredet, und nirgends wird es konkret. Das ist verschleiernde Rede, das Gegenteil von Transparenz. "Übergriff" kann von Zote bis Beinahevergewaltigung ungefähr alles heissen. Und "Negativerfahrungen", nun, solche mache ich jede Woche im Beruf und im Alltag.

    Es wäre für die SRG/RTS und das mit der Untersuchung beauftragte Anwaltsbüro ein leichtes, eine knallharte Zusammenfassung des Vorgefallenen zu publizieren. Z.B. "in 133 Fällen fühlten sich Frauen durch nicht an sie gerichtete verbale Aussagen verletzt", "in 87 Fällen wurden Frauen direkt aufgrund ihres Frauseins beleidigt", "in 37 Fällen wurde begrabscht, 13 mal Brüste, 25 mal Hintern", "in 9 Fällen wurden Stellen an Männer trotz offensichtlich geringerer Qualifikation vergeben" usw.

    So, wie es jetzt ist, ist keinem geholfen. Die Rechte wird toben, dass wildgewordene Feministinnen schon wieder die Karriere von zwei Männern gekillt hätten -- und vielleicht haben sie recht, wir wissen es nicht. Die Linke, dass die Chefs, natürlich Männer, nicht zur Verantwortung gezogen worden wären. Vielleicht haben die recht -- wir wissen es nicht.