Maradona will seine Töchter enterben

Im Hause Maradona tobt ein Familienkrach: Seine Töchter sorgen sich um die Gesundheit des angeschlagenen Fussballhelden – der ist alles andere als amüsiert.

Hat Ärger mit zwei seiner Töchter: Diego Maradona.

Hat Ärger mit zwei seiner Töchter: Diego Maradona. Bild: Keystone

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In diesen Wochen kann sich die Weltöffentlichkeit wieder einmal davon überzeugen, was aus dem vielleicht besten Fussballspieler der Geschichte geworden ist. Seit September trainiert Diego Maradona den Club Gimnasia y Esgrima de La Plata. Bei den Spielen des argentinischen Erstliga-Underdogs ist ein enorm übergewichtiger Mann zu sehen, der kaum noch laufen kann und selbst kürzeste Strecken in einem Golfkart gefahren wird. Der auf Pressekonferenzen wieder und wieder wirre Auftritte hinlegt, die Namen früherer Spieler verwechselt. Ein Maradona, der vor sich hin nuschelt und nach Worten sucht.

Seit Jahren machen sich seine Fans Sorgen um den Gesundheitszustand der Fussballlegende, er hat mehrere schwere Krankheiten und unzählige Drogenexzesse und Entziehungskuren hinter sich. Aber was jetzt halb Argentinien beschäftigt, ist ein Familienkrach, den Maradona mit zwei seiner Töchter austrägt. Nicht im Wohnzimmer, sondern auf Instagram. Vorläufiger Höhepunkt ist ein Video von knapp zwei Minuten. Darin verkündet Maradona – erneut nuschelnd und etwas wirr -, dass sich seine Töchter ihr Erbe aus dem Kopf schlagen könnten.

Der Streit begann an Maradonas 59. Geburtstag Ende Oktober. Gefeiert wurde in Buenos Aires, eine intime Runde von etwa 20 Leuten. Wie der Abend genau ablief, dazu gibt es unterschiedliche Versionen. Und eben darum kreist der Familienkrach.

Nach der Feier meldete sich Maradonas zweitälteste Tochter Gianinna, 29, mit einem Hilferuf. «Sie bringen ihn langsam von innen um – und er merkt es nicht», schrieb sie auf Instagram. Ihr Vater habe an dem Abend auf einem Stuhl gesessen und sei wie weggetreten gewesen, berichtete sie. Ihm sei Flüssigkeit aus der Nase gelaufen, später habe er erbrochen. Doch niemand habe sich um ihn gekümmert, bis sie selbst eingeschritten sei und den Vater ins Bett gelegt habe.

Der Angriff gilt insbesondere Maradonas Ex-Freundin Rocío Oliva, die sich trotz der Trennung um die Fussballlegende kümmert und in seiner Nähe lebt. Und die wiederum bestreitet, dass irgendetwas von dem, was Gianinna und später auch Dalma Maradona, seine älteste Tochter, verbreiteten, stimme.

Was geschah wirklich an dem Abend?

Die Ex-Freundin Rocío Oliva trat nach den Vorwürfen im Fernsehen auf und sagte, dass es Maradona gut gehe. Wenn sich die Töchter Sorgen machten, dann sollten sie sich eben um ihren Vater kümmern, «und nicht einfach etwas auf Instagram schreiben – und fertig». Und dann meldete sich Maradona höchstselbst.

«Ich weiss nicht, was Gianinna damit sagen wollte», sagte Maradona in seiner Videobotschaft. Und schickte hinterher, dass er seinen Töchtern nichts zu vererben gedenke. «Ich werde alles spenden.»

In dem Streit mischt auch Claudia Villafañe mit, Maradonas erste Ehefrau, die auch die Mutter von Gianinna und Dalma ist. Mit immer neuen Posts verbreiten die drei Frauen ihre Version, derzufolge Maradona nicht mehr er selbst sei und von falschen Freunden ausgenutzt werde – allen voran von Rocío Oliva und von seinem Anwalt Matias Morla. Zuletzt teilten sie einen Text, der den beiden vorwirft, sie hätten die Fussballlegende schlicht «geraubt».

Wie der Abend im Hause Maradona tatsächlich ablief, wird wohl kaum zu klären sein, auch wenn die argentinischen Zeitungen und Fernsehsender munter weiter spekulieren. Gianinna behauptet, sie habe ein Video von Maradonas schlechtem Zustand gemacht. Das wolle sie aber nicht veröffentlichen, da es für den Vater entwürdigend sei.

Die Ankündigung, seinen Kindern nichts zu vererben und alles zu spenden, betrifft übrigens nicht nur Gianinna und Dalma. In seinen ausschweifenden Jahren zeugte Maradona mindestens acht Kinder mit sechs verschiedenen Frauen. Erst im Frühjahr erkannte er die Vaterschaft dreier Kinder aus Kuba an. Dort weilte er zwischen 2000 und 2005 – für Drogenentzugstherapien.

Erstellt: 14.11.2019, 17:55 Uhr

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