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Fahrausweis wegMann kämmte sich auf der A3 in Oberrieden die Haare

Statt auf die Strasse blickte ein Mann in den Rückspiegel, um sich die Haare zu machen. Der Vorfall, der sich vor Oberrieden ereignete, beschäftigte nun gar das Bundesgericht.

Das Bundesgericht in Lausanne musste sich mit einem Autofahrer beschäftigen, der sich in Oberrieden mit 120 km/h die Haare kämmte.
Das Bundesgericht in Lausanne musste sich mit einem Autofahrer beschäftigen, der sich in Oberrieden mit 120 km/h die Haare kämmte.
Foto: Keystone

In den Morgenstunden eines Apriltages im Jahr 2019: Auf der Autobahn A3 in Oberrieden lenkt ein Mann aus dem Kanton Schwyz sein Fahrzeug in Schlangenlinien. Als ihn daraufhin eine Polizeipatrouille anhält, gibt er zu, sich bei einer Geschwindigkeit von rund 120 km/h, mit der Hand die Haare gekämmt zu haben. Der Autofahrer muss 300 Franken Busse zahlen und einen Monat auf den Führerausweis verzichten. Er zog diese Strafe bis vor Bundesgericht. Das oberste Schweizer Gericht hat die Beschwerde des Mannes nun abgewiesen. Dies geht aus einem am Freitag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervor.

Gegen die Busse des Statthalteramtes des Bezirks Horgen von zunächst 500 Franken wegen einfacher Verkehrsregelverletzung setzte sich der Mann zur Wehr. Sie wurde auf 300 Franken gesenkt. Danach kam jedoch das verwaltungsrechtliche Verfahren ins Rollen. Und das Schwyzer Verkehrsamt ordnete im Juli 2019 wegen mittelschwerer Widerhandlung den Entzug des Führerausweises für einen Monat an.

Fahrer musste Sitzposition ändern

Und dabei bleibt es auch. Weder das Schwyzer Verwaltungsgericht noch das Bundesgericht folgten den Argumenten des Autolenkers, wonach das Kämmen seiner Haare nur Bagatellcharakter habe. So führt das Bundesgericht aus, ein Autolenker sehe sich jeweils nicht selbst im Rückspiegel. Dies bedeute, dass der Fahrer seine Sitzposition habe ändern müssen oder den Winkel des Spiegels. Das eine wie das andere führe dazu, dass ein Autolenker sich nicht mehr voll auf den Verkehr und das Fahren konzentrieren könne, schlussfolgert das Bundesgericht. So habe er auch beim Wechsel von der Überholspur auf den rechten Fahrstreifen nicht geblinkt. Zu beachten sei im vorliegenden Fall, dass die zwei Phasen des Schlangenlinienfahrens mindestens 33 und dann 20 Sekunden gedauert hätten – bei einem Tempo von 120 Kilometern pro Stunde.

Damit habe der Mann eine erhöhte abstrakte Gefahr geschaffen. Der Entzug des Führerausweises für einen Monat sei insofern nicht unverhältnismässig.

(sda/hid)