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Hitzetod im parkierten AutoLüftungsspalt bietet keinen Schutz

Ein Praxisversuch des deutschen Automobil-Clubs ADAC zeigt, dass ein Hitzetod in parkierten Autos auch bei leicht geöffneten Fenstern droht.

Ein parkiertes Auto kann im Sommer innert kürzester Zeit zum lebensbedrohlichen Glutofen werden.
Ein parkiertes Auto kann im Sommer innert kürzester Zeit zum lebensbedrohlichen Glutofen werden.
TÜV Rheinland

Wer im Sommer in parkierten Autos Kinder oder Tiere zurücklässt, bringt diese in Lebensgefahr – selbst wenn zur Kühlung Fahrzeugfenster einen Spaltbreit geöffnet werden. Dies ist die Erkenntnis von Praxisversuchen des deutschen Automobil-Clubs ADAC, bei denen sich nur geringe Temperaturunterschiede zwischen Autos mit offenen und geschlossenen Fenstern zeigten.

Der Automobil-Club hat in einem Versuch in zwei baugleichen Fahrzeugen bei 28 Grad Aussentemperatur die Entwicklung der Innenraumtemperaturen gemessen. Nach 10 Minuten wurden im Inneren des Fahrzeugs mit geschlossenen Fenstern 38 und nach weiteren 10 Minuten 45 Grad gemessen. Bei dem Auto mit zwei leicht geöffneten Fenstern waren es 36 beziehungsweise 42 Grad. Nach einer Stunde bewegte sich die Temperaturanzeige in beiden Fahrzeugen über 50 Grad.

Kaum Unterschied bei Farbe

Darüber hinaus stellte der Automobil-Club keine nennenswerten Unterschiede zwischen schwarz oder weiss lackierten Fahrzeugen fest. Der Grund: Vor allem die Grösse der Fensterflächen wirkt sich auf die Hitzeentwicklung aus. Zumindest für leichte Linderung könnten nach Erkenntnissen der Tester Wärmeschutzverglasungen, getönte Scheiben oder nachträglich angebrachte Folien sorgen. Unabhängig vom Wärmeschutz der Fahrzeugscheiben sollten Autofahrer im Sommer dennoch niemals Kinder oder Tiere im Wagen zurücklassen, so das abschliessende Fazit.

Hyundai hat im neuen Santa Fe den weltweit ersten «Rear Occupant Alert» eingeführt. Ein Warnsystem für im Fahrzeug verbleibende Passagiere. Es soll vor allem vermeiden helfen, dass Eltern ihre Kleinkinder auf der Rückbank vergessen – was vor allem im Sommer kritisch sein kann.

Mario Hommen SP-X

5 Kommentare
    Roland Imhof

    Danke für den Beitrag. Es ist sehr gut, dass man diese Gefahr ins Bewusstsein der Eltern ruft.

    Dieselbe Diskussion gab es mal vor drei Jahren auf Twitter mit Elon Musk und kurze Zeit später bekam mein Model X den "Cabin Overheat Protection" Modus per Softwareupdate.

    Wenn man ihn aktiviert (und das habe ich seither, denn wir haben Kleinkinder) hält der Tesla den Innenraum automatisch für die nächsten 12 Stunden auf unter 40 Grad Celsius.

    Man muss nicht einmal den neueren "Dog-Mode" bewusst aktivieren. Das Auto schützt die Insassen automatisch und gerade auf diesen Automatismus kommt es an.

    Wahrscheinlich könnten alle E-Autos sowas implementieren.