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Familienstress und CoronaLockdown hat Frauen stärker belastet als Männer

Haushalte mit schulpflichtigen Kindern standen in den letzten Monaten unter Druck. Darunter litten vor allem die Mütter, zeigt eine Befragung.

Die Kinder beim Homeschooling unterstützen und gleichzeitig selbst arbeiten: Viele Mütter mussten in den letzten Monaten diesen Spagat leisten.
Die Kinder beim Homeschooling unterstützen und gleichzeitig selbst arbeiten: Viele Mütter mussten in den letzten Monaten diesen Spagat leisten.
Foto: Getty Images

Heute debattiert der Nationalrat über Gleichstellung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das Thema drängt. Denn ob man in einem Haushalt mit Kindern lebt oder nicht, hat einen entscheidenden Einfluss auf die Arbeitsbelastung während der Covid-19-Pandemie. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Forschungsstelle Sotomo, die vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) in Auftrag gegeben wurde.

Ein Viertel der Befragten, die mit Kindern unter 16 Jahren zusammenleben, gab im März und April an, wegen Homeschooling und Kinderbetreuung weniger Kapazitäten für die Erwerbstätigkeit zu haben. Im Mai war es sogar fast ein Drittel. Haushalte ohne Kinder dagegen spürten kaum eine Veränderung der beruflichen Arbeitsbelastung.

Gemäss der Studie spielt auch das soziale Milieu eine grosse Rolle. Je besser gebildet und je höher das Einkommen, desto grösser die empfundene Einschränkung der Arbeitskapazität. Die Erklärung: Eltern mit weniger hohem Bildungsstand üben häufiger Tätigkeiten aus, die nicht vom Homeoffice aus erledigt werden können, und haben entsprechend weniger Möglichkeiten, zu Hause Homeschooling und Kinderbetreuung zu leisten.

Zudem macht sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechtern bemerkbar. Die zusätzliche Belastung lastet stärker auf den Schultern von Frauen als von Männern. Während die Schulen geschlossen und familienergänzende Kinderbetreuungen eingeschränkt waren, gab ein Drittel der Frauen an, dass die berufliche Arbeitsbelastung zugenommen habe. Durchschnittlich lag dieser Wert in den letzten Monaten bei fast 32 Prozent. Bei den Männern waren es nur 20 Prozent.

Allerdings empfanden Männer mit Kindern den erhöhten Betreuungsaufwand mental als genauso belastend wie Frauen. Dementsprechend hatte die Krise Auswirkungen auf die Stimmung in den Haushalten. Ungefähr jede fünfte befragte Person gab an, zu Hause mehr Spannungen und Konflikte zu erleben als vor der Pandemie. Über die Zeit betrachtet, stieg der Anteil der Männer, die zu Hause mehr Stress wahrnahmen, etwas an, während er bei den Frauen mit der Zeit etwas abnahm.

Die Analyse von Sotomo basiert auf den Daten des SRG-Corona-Monitors. Die Umfrage erfolgte in vier Befragungswellen zwischen dem 22. März und 8. Juni 2020. Im Durchschnitt beteiligten sich jeweils rund 30'000 Personen an einer Befragung.