Comedy

«Jetzt kann man mit uns im XL-Format lachen»

Martina Lory, Aniko Donath, Isabelle Flachsmann und Sonja Füchslin sind auf unterschiedlichen Bühnen erfolgreich – als «Die Ex-Freundinnen» noch stärker. In der Maag-Halle präsentieren sie sich ab 22. Januar zum ersten Mal mit Band.

Martina Lory und die Exen rechnen musikalisch ab.

Martina Lory und die Exen rechnen musikalisch ab. Bild: PD

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Martina Lory, wenn man in Bern aufwächst, muss man Kiswahili können, um aufzufallen und an Tempo zu gewinnen?
Martina Lory (37): Nein ... (lacht) Meine Familie wanderte aus, ich lebte im Alter von sechs bis elf Jahren in Kenia.

Sie haben dort 2010 ein Praktikum bei einem Forschungs- und Entwicklungszentrum gemacht. Weshalb dieses Engagement?
Es ist das Projekt Cetrad meines Vaters, für welches er auch nach seiner Pensionierung mindestens zwei Monate im Jahr vor Ort weilt. Ich wollte auf seinen Spuren wandeln, nach zehnJahren Bühne eine Auszeit nehmen.

Es folgten diverse Engagements in Musicals, z. B. als Sabe in «Ewigi Liebi». Sie scheinen sich in ­dieser Kunstform wohlzufühlen.
Nach der Lehrerinnenausbildung – ich stamme aus einer Künstlerfamilie – wollte ich noch etwas machen, was meinem Naturell entsprach. Ich folgte der Ausschreibung zu einer dreijährigen Ausbildung im Musicalbereich und wurde aufgenommen. Vermutlich brauchte die Schule Geld. (lacht laut) Bis dahin hatte ich ­weder ein Musical gesehen, noch wusste ich, was das ist. Schauspiel, Tanz, Gesang, das ist cool. Ich kann mich nämlich nie entscheiden. Und dann schaute ich mir eines an und fand: schrecklich, so plakativ, so gestellt. Ich war in der Kleinkunstszene, in welcher ich mich bewegte, anderes gewohnt. Nach der Ausbildung ging ich zu Audi­tions (Vorsprechen für Rollen) und hatte meist Glück. Ich fand es spannender, die drei Genres zu verbinden, das «Machen», als mir das Endergebnis anzuschauen. An den abwechslungsreichen Rollen konnte ich wachsen. Und bei 500 Aufführungen («Ewigi Liebi») frisch, präsent zu bleiben, war eine echte Herausforderung. Auf Knopfdruck für die Bühne bereit zu sein, kommt mir heute zugute.

«Als vierblättriges Kleeblatt sind wir konsequent inkonsequent, und das mit Leidenschaft.»

Martina Lory

Apropos Sabe: Sie haben als Sängerin in verschiedenen ­Projekten mitgewirkt, u. a. bei Florian Ast. Welches Pseudonym hatten Sie in seinem Song «Sex»?
«Amiamamaway» – mein Einsatz. Ich war mit ihm auf Tournee. Eine kurze, schöne Episode. Er ist ein sehr kreativer Mensch, der in seiner eigenen Welt lebt.

Musikalisch am Herzen liegt Ihnen vor allem die Irish-FolkBand Morgain. Dann war da auch 007only, eine James-Bond- Coverband. Bei welcher Tätigkeit sind Sie «James», bei welcher eher ein Bond-Girl?
Morgain habe ich vor 22 Jahren in Korsika am Strand getroffen, seither bin ich mit Leidenschaft dabei. Nichts Kommerzielles, einfach einige Konzerte im Jahr mit Freunden. Ich kann mich als Komponistin ohne Druck und mit Spass kreativ ausleben. Bei den Ex-en klar Bond-Girl. Als James: charmant-gemütlich, in geselliger Runde etwas trinken – Wodka-Martini, geschüttelt – oder ein Guinness mit Morgain.

Sie haben auch bei der inter­national bekannten Metalband Eluveitie gerockt. Haben Sie sich da Schlagkraft geholt?
Für drei Konzerte bin ich als Sängerin eingesprungen. Schlagfertig war ich schon vorher.

Sind Sie ein spiritueller Mensch eher chaotisch oder ziemlich organisiert?
Spirituell organisiert. (lacht herzhaft) Grundsätzlich gehe ich mit Struktur und Plan durchs Leben.

Wie muss man sich das Erarbeiten eines neuen Ex-en-Programms vorstellen: klare Aufgabenverteilung oder gebündeltes Chaos auf den Punkt gebracht?
Sehr organisiert, aber wir mussten als Individuen erst den Weg finden. Mit einem Brainstorming suchen wir das Grundthema, improvisieren und nehmen es auf. Isabelle Flachsmann und Aniko Donath schreiben das dann nieder und in Form. Ich amtiere als Lektorin, ob Verbindungen funktionieren, und streiche wo nötig. Sonja Füchslin kümmert sich um die musikalischen Arrangements. Gemeinsam finden wir die Kostüme, diskutieren über das Bühnenbild und kümmern uns um die Büroarbeit. In der Endphase ziehen wir Regisseurin Päivi Stalder bei.

«Humor darf schwarz sein, aber charmant verpackt, mit Augenzwinkern und Selbstironie.»

Martina Lory

Ehrgeiz – «selbst ist die Frau» –, alles selber machen zu wollen?
Nein, wir merkten, dass wir als eingespieltes Team einfach effizienter sind. Aber wir holen uns punktuell Hilfe, machen Workshops, z. B., wie man kommuniziert. Heute funktionieren wir als vierblättriges Kleeblatt. Wir sind konsequent inkonsequent, und das mit Leidenschaft.

Man hat den Eindruck, als würdet ihr ein neues Programm nach dem anderen liefern, obwohl es eigentlich erst zwei sind. An Ideen mangelt es euch offensichtlich nicht?
Nie. Für die Shows in der Maag-Halle haben wir das aktuelle Programm komplett überarbeitet und Zusatzelemente eingebaut. Wir wagen uns erstmals mit einer Band vor ein noch grösseres Publikum und wissen: Es kommt gut.

Das «Gemeinsam», so steht es im Pressetext zum Programm, habe seine Tücken: Wenn eine Veganerin, Allergikerin und Fleischfresserin zusammen-treffen. Wer ist wer?
Das sind natürlich überzeichnete, fiktive Figuren in Geschichten. Fragen Sie, was hinter der Bühne abgeht, das ist auch spannend.

Wie schafft ihr es eigentlich bei all euren Projekten und je nach Liebesstatus und Privatleben, euch zu organisieren – ans ­Motto klammernd: «Frauen ­gemeinsam stark»?
Das ist wirklich ein intensiver Verhandlungsprozess. Wann proben wir, wann tun wir wo was? Dieses Projekt ist für alle prioritär, das macht es etwas einfacher. Aber Jede lebt auch in ihrem eigenen Universum.

Auf dem Plakat posieren Sie mit blauem Auge. Wer hat Ihnen dieses verpasst, bei welcher Gelegenheit sind Sie mit einem solchen davongekommen, oder womit würden Sie sich wohl eines einhandeln?
Es stammt von Isabelles Mann. Er ist unser Grafiker. Ich bin sehr di­plomatisch, aber ehrlich, deshalb bekomme ich Unliebsames nicht fadengerade ab, sondern es bleibt sinnbildlich beim blauen Auge.

Apropos: Das Programm verspricht Comedy nahe an der schwarzen Gürtellinie. Welche Tiefschläge vermeidet ihr tunlichst, wo hört der Spass auf?
Humor kennt ja bekanntlich keine Grenzen. Mir bleibt das Lachen bei Witzen über Gewalt oder Missbrauch im Hals stecken. Humor darf schwarz sein, aber charmant verpackt, mit Augenzwinkern und Selbstironie.

Was sind schlagkräftige Argumente, weshalb Unwissende unbedingt den Abend mit den Ex-en verbringen sollten . . .?
Weil sie ein Feuerwerk aus Musik, Comedy und Show erwartet, das Frausein in all seinen Facetten zele­briert. Das Schöne ist, wenn man sich nach der Show im Foyer trifft: sich im Spiegelbild dieser Frauengruppe – auch Männer – zu erkennen.

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Erstellt: 11.01.2019, 16:07 Uhr

Die Ex-Freundinnen

22. Januar bis 3. Februar. Maag-Halle, Zürich.Daten: täglich ausser Montag. 19.30 Uhr, Sonntag, 14.30 Uhr.
Info: www.ex-freundinnen.ch.
Tickets: www.starticket.ch,
Telefon 0900 325 325 (1.19 Fr./Min.).

Ticketverlosung

Ex-Freundinnen – Die «Zürichsee-Zeitung» verlost für die Show vom Dienstag, 22. Januar, 19.30 Uhr, 2×2 Tickets.
Kennwort: EX
Teilnahme: Bitte eine Mail an ticketverlosung@zsz.ch bis Montag, 14. Januar, 8 Uhr. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt, die Tickets können an der Abendkasse abgeholt werden.

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