Zum Hauptinhalt springen

Erste Blitz-Analyse zur WahlLatinos sichern Trumps Pflichtsieg in Florida

Demokrat Joe Biden schaff es nicht, dem Präsidenten im wichtigen Staat genug Stimmen abzunehmen. Die kubanisch-stämmigen Wähler versammeln sich in Scharen hinter dem Republikaner.

Starker Rückhalt: Trump-Supporter aus der Latino-Community unterstützen Donald Trump in grösserem Mass als noch 2016.
Starker Rückhalt: Trump-Supporter aus der Latino-Community unterstützen Donald Trump in grösserem Mass als noch 2016.
Foto: Cristobal Herrera-Ulashkevich (AP, Keystone)

Noch ist es zu früh, als dass man einen Sieger der US-Präsidentenwahl sicher vorhersagen könnte. Doch erste Wählerbefragungen vom Dienstag zeigen, dass zwar wichtige Grundpfeiler der Basis des republikanischen Amtsinhabers Donald Trump ins Wanken geraten. Doch schnitt er gleichzeitig bei der rasant wachsenden und damit immer wichtiger werdenden Wählergruppe der Latinos besser ab als vor vier Jahren. (Lesen Sie alle News zur Wahl im Ticker.)

Ausgerechnet bei weissen Männern und Senioren konnte Trump zumindest in einigen Bundesstaaten nicht so gut punkten wie 2016. Das ergeben Nachwahlbefragungen der Experten von Edison Research. Einige Wähler gaben an, zu Biden übergelaufen zu sein, auch wenn Trump unter dem Strich bei diesen Gruppen immer noch besser abschnitt als der Kandidat der Demokraten. («Längst nicht alle Republikaner mögen Trump»: Die Live-Reportage zur Wahl von US-Korrespondent Alan Cassidy).

In Georgia etwa stimmten sieben von zehn weissen Männern für Trump. 2016 waren es noch acht, als Trump gegen Hillary Clinton gewann. Ähnlich sieht es bei den Wählern aus, die 65 oder älter sind. Sechs von zehn wählten Trump, vor vier Jahren waren es sieben von zehn. In Virginia zeichnete sich ein ähnliches Bild ab.

Latinos belohnen Trumps Kuba-Politik

Im umkämpften Florida aber gaben wie 2016 unverändert sechs von zehn weissen Wählern an, für Trump gestimmt zu haben. Ausserdem wählten ihn die Hälfte aller Latinos. Bei der vergangenen Präsidentenwahl waren es nur vier von zehn. Seinen Trump Pflichtsieg in dem Sonnenschein-Staat dürfte er das also vor allem den Latinos verdanken. (Wer wird nächster US-Präsident? Alle Resultate auf einen Blick.)

Seine Strategie, mit einer harten Politik gegen Kuba die zahlreichen kubanisch-stämmigen Wähler im bevölkerungsreichen Süden Floridas, von denen viele einst von der kommunistisch regierten Karibikinsel flohen, auf seine Seite zu ziehen, wäre also aufgegangen. Alles in allem stimmten drei von zehn nicht-weissen Wählern für Trump. Gegen Clinton waren es nur zwei von zehn.

Für die Erhebungen befragte Edison Wähler am Dienstag direkt, sowie zuvor an Wahllokalen, in denen Frühwähler schon vor dem eigentlichen Wahltag ihre Stimme abgeben konnten. Ausserdem führten die Meinungsforscher Telefon-Interviews mit Amerikanern, die per Briefwahl abstimmten.

6 von 10 Wählern in «finanzielle Nöten»

Sorgen bereitete den Wählern besonders die Coronavirus-Pandemie. Mehr als 9,4 Millionen Menschen haben sich in den USA infiziert, über 230.000 sind gestorben. Zwar gaben in der landesweiten Edison-Umfrage nur zwei von zehn Wählern an, dass Corona für sie das wichtigste Kriterium für ihre Wahlentscheidung war. Die Hälfte aller Wähler vertrat aber die Auffassung, dass es wichtiger sei, die Pandemie einzudämmen, auch wenn das der Wirtschaft schade.

Trump hat dagegen im Wahlkampf trotz steigender Infektionszahlen eine vollständige Öffnung der Wirtschaft zur Direktive gemacht. Biden wirft ihm auch deshalb vor, bei der Bekämpfung der Pandemie versagt zu haben. In den Nachwahlbefragungen bezeichneten vier von zehn Wählern die Bemühungen zur Eindämmung des Virus als «sehr schlecht».

Sechs von zehn Wählern gaben an, dass die Pandemie ihnen mindestens «moderate finanzielle Nöte» aufgebürdet habe. Sieben von zehn sagten, man habe aus Rücksicht auf die öffentliche Gesundheit die Verantwortung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Neben der Corona-Pandemie nannten Wähler die Wirtschaftslage, Rassismus, Verbrechen und Sicherheit sowie die Gesundheitspolitik als für sie wichtige Themen.

REUTERS

7 Kommentare
    Andreas Bollner

    Wer aus Kuba in die USA emigrieren konnte, weiss sehr wohl um das Übel von Kommunismus. Deshalb stehen diese Leute allem, was nach links riecht, kritisch bis ablehnend gegenüber. Und die Demokraten sind nun einmal links, z.T. sehr links!