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FVRZ-CupLangnau schafft Überraschung, Oberrieden und Zollikon stark

In der ersten Runde des Regionalcups gab es mehrere Überraschungen. Dafür sorgten auch Teams aus den Bezirken Horgen und Meilen.

Die Langnauer in den blauen Dresses wehrten sich hervorragend gegen die oberklassige Mannschaft von ZH-Affoltern.
Die Langnauer in den blauen Dresses wehrten sich hervorragend gegen die oberklassige Mannschaft von ZH-Affoltern.
Bernhard Schneider

Für eine der grössten Sensationen im grossen Gebiet des Fussballverbandes der Region Zürich (FVRZ), das zum Teil über die Zürcher Kantonsgrenze hinausgeht, sorgte Viertligist Langnau. Die Equipe von Trainer Martin Jud eliminierte den Zweitligisten ZH-Affoltern dank eines Sieges im Penaltyschiessen 5:3.

2020 100 Jahre alt


Den Sihltalern ist der Erfolg zu gönnen. Sie gehören zu den Verlierern der wegen des Coronavirus abgebrochenen Saison. Sie führten in der Spielzeit 2019/20 in ihrer Viertligagruppe 2 während der Winterpause mit acht Punkten Vorsprung. «Wir wollten unbedingt aufsteigen, weil in diesem Jahr, 2020, feiern wir unsere Vereinsgründung vor einhundert Jahren», klärt der Trainer auf. Natürlich waren die Langnauer nicht glücklich, als die Saison abgebrochen und nicht gewertet wurde. «Aber ganz klar, die Gesundheit der Bevölkerung geht vor, und deshalb war der Entscheid des Fussballverbandes absolut richtig», stellt Jud klar.

Die Langnauer in den blauen Dresses gingen gegen die oberklassige Mannschaft von ZH-Affoltern auch forsch in den Angriff.
Die Langnauer in den blauen Dresses gingen gegen die oberklassige Mannschaft von ZH-Affoltern auch forsch in den Angriff.
Bernhard Schneider


Der Cupsieg gestern Sonntag gegen Goliath ZH-Affoltern ist nun ein wenig Balsam auf die sportlichen Wunden des 1920 gegründeten Klubs. Zu Beginn der Begegnung sah es noch nicht nach einer Überraschung aus. Die Stadtzürcher gingen nach einem Freistoss bereits in der dritten Minute in Führung. «Nach zehn Minuten hatten wir uns gefangen und selber auch angegriffen», berichtet Martin Jud weiter. Ebenfalls nach einem Freistoss glichen die Gastgeber nach 20 Minuten aus. In der Viertelstunde nach der Pause waren die Unterklassigen gar besser und torgefährlicher. Aber nach einer Stunde Spielzeit zollten beide Teams der grossen Hitze, die Partie begann um 11.15 Uhr, Tribut. Am Schluss plätscherte das Geschehen vor sich hin. «Dank Kampf und Solidarität retteten wir das Remis über die Zeit», fügt der Trainer an.

B-Junior Tschopp der Held


Im Penaltyschiessen hatte der Viertligist die besseren Nerven. Den entscheidenden Elfmeter verwertete gar B-Junior Jason Tschopp.
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Langnauer streben nun in der neuen Saison den Aufstieg in die 3. Liga an. Dieser Spielklasse hatten sie vor sieben Jahren letztmals angehört.

Die Langnauer in den blauen Dresses verteidigte gut gegen die oberklassige Mannschaft von ZH-Affoltern.
Die Langnauer in den blauen Dresses verteidigte gut gegen die oberklassige Mannschaft von ZH-Affoltern.
Bernhard Schneider

15-Jähriger hilft Oberrieden


Oberrieden hat eine bewegte Zeit hinter sich. Im Sommer 2019 stieg das Fanionteam in die 4. Liga ab. Dafür hat in diesem Jahr das Oberriedner Stimmvolk den Oberriedner Fussballplatz in der Gemeinde gerettet. Jetzt folgte wieder ein Höhepunkt. Gestern Sonntag warf das Team von Trainer Adrian Frare den oberklassigen Drittligisten Hausen am Albis dank eines 2:1-Sieges aus dem Cup. «In der ersten Halbzeit waren wir besser, in der zweiten dann Hausen am Albis», berichtet der Coach. Nach einer Stunde Spielzeit wechselte er gar den 15-jährigen Noel Manini ein, der in der Abwehrschlacht am Ende der Partie mithalf. «Wir sind ein sehr junges Team auf dem Rasen», erörtert der Coach. Das ist auch der Grund, dass die Oberriedner in der Saison 2010/21 nicht den Aufstieg in die 3. Liga anpeilen.
Zollikon verteidigt gut
Auch nicht erwartet werden konnte der 1:0-Erfolg von Zollikon beim gleichklassigen Kilchberg-Rüschlikon. Denn die Rechtsufrigen orientieren sich in der 3. Liga eher dahingehend, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben, während die Linksufrigen den Aufstieg in die 2. Liga anpeilen. «Kilchberg war in diesem Cupspiel besser, hatte mehr vom Spiel und war läuferisch und technisch klar überlegen», gestand Zollikons Trainer Tomas Hermida ein. Doch der Coach sucht für seine junge Equipe immer die beste Lösung. «Wir gingen mit einer defensiven Formation in die Begegnung. Wir standen sehr gut und kompakt. Und verwerteten einen Konter.» Hermida ergänzte noch: «An einem guten Tag können wir jedes Drittligateam schlagen.» Die Zolliker sind stolz darauf, ihre B- und C-Junioren in der Coca Cola League zu haben. «Da könnte bei uns Erfreuliches entstehen», berichtet Tomas Hermida erfreut.
Kilchberg-Rüschlikons Trainer Davide Molinaro meinte nach dem bitteren Cup-Ausscheiden: «Zollikon hat sehr gut verteidigt und uns das Leben sehr schwer gemacht. Wir haben kein Rezept gefunden, um diese Mauer zu knacken. Uns fehlte auf den letzten 20 Metern vor dem gegnerischen Tor die Durchschlagskraft und die Ideen.»