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Kran kracht auf Hausdach – Sturm flaut am Abend ab

Am Montagvormittag ist in Rafz ein mobiler Baukran auf ein Hausdach gekippt. Verletzt wurde niemand, es entstand aber grosser Sachschaden. Im Flachland erreichte Sturm «Bennet» verbreitet Windspitzen von 80 bis 90 km/h.

Der Kran stürzte in ein Hausdach an der Märktgass in Rafz. Verletzt wurde niemand.

Kurz vor 11 Uhr ist in der Märktgass in Rafz am Montagvormittag ein mobiler Baukran auf ein Hausdach gekippt. Inwiefern die Windböen des Sturmtiefs «Bennet» mitverantwortlich dafür waren, wird nun abgeklärt. Noch spricht die Polizei «gemäss ersten Abklärungen aus bisher unbekannten Gründen». Für die Abklärungen seien Baustatiker sowie ein Spezialist der Suva aufgeboten worden, heisst es in einer Mitteilung der Polizei.

Sowohl an der Liegenschaft als auch am Baukran entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Franken. Verletzt wurde niemand.

Wegen des Unfalls musste die Märktgass durch die Feuerwehr von Rafz gesperrt werden. Eine örtliche Umleitung ist eingerichtet. Die Bergungsarbeiten werden voraussichtlich noch bis am frühen Abend dauern.

«Kein aussergewöhnlicher Sturm»

Das Sturmtief «Bennet» ist im Verlauf des Montags über Mitteleuropa gezogen. Hierzulande traten die heftigsten Windböen im Bereich der an das Tief gekoppelten Kaltfront auf. Diese überquerte den Grossraum Zürich um die Mittagszeit. «Im Flachland lagen die gemessenen Windspitzen bei 80 bis 90 km/h», sagt Ludwig Zgraggen, Meteorologe bei Meteoschweiz auf Anfrage. In den Berglagen – etwa auf dem Pilatus oder dem Säntis – gab es Böen zu zu 150 km/h.

«Bennet» sei demnach kein aussergewöhnlicher Sturm, betont der Meteorologe. Mit solchen Windgeschwindigkeiten müsse jeden Winter gerechnet werden.

Beruhigung am Abend

Allerdings gab es bei «Bennet» auch einige Messwerte, die aus der Reihe tanzen. So spuckte eine vom privaten Wetterdienst Meteogroup betriebene Wetterstation in Rafz am Montagnachmittag eine Maximum-Böe von 113 km/h aus – also genau dort, wo der Kran auf ein Haus gestürzt ist. In Schaffhausen wurden 107 km/h gemessen.

Mit starken Böen ist am Montag Sturm Bennet über die Region gefegt – und erschwerte den ZSG-Schiffen auf dem Zürichsee das Anlegemanöver doch erheblich, wie das Beispiel am Stäfner Hafen zeigt. Video: Christian Dietz-Saluz

Gemäss Ludwig Zgraggen ist das kein unbekanntes Phänomen: Vor allem im Bereich von Schauern oder Gewittern können bei solchen Sturmlagen die hohen Windgeschwindigkeiten in den oberen Luftschichten (oberhalb von etwa 1500 Meter) punktuell bis ins Flachland heruntergemischt werden. Wann, wo und ob das geschieht, kann aber jeweils kaum vorhergesagt werden.

Im Verlauf des Nachmittages müsse weiterhin mit Sturmböen gerechnet werden. Am Abend werde «Bennet» dann rasch abflauen, sagt Zgraggen.

Kaum grössere Schäden

Grössere Schäden hat der Sturm auf Zürcher Kantonsgebiet bis am späteren Nachmittag nicht angerichtet. Wie Rebecca Tilen, Mediensprecherin der Kantonspolizei Zürich sagt, rückten die Einsatzkräfte rund 20 Mal aus – vor allem wegen umgestürzter Bäume und umgewehter Bauabschrankungen. In Schlieren wurde ein Mann am Morgen von einer herumfliegenden Werbetafel getroffen. Er wurde leicht verletzt und musste ins Spital. Einsätze wegen des Sturms gab es vor allem in den Bezirken Dietikon und Affoltern.

Durchgewirbelt wurde heute der Betrieb am Flughafen Zürich: Gemäss 20min.ch mussten 15 Flugzeuge durchstarten. 13 dieser Manöver waren erfolgreich, die anderen zwei Maschinen mussten nach Stuttgart und Mailand ausweichen. Vier Abflüge sowie vier Ankünfte seien annulliert worden. Zudem sei es zu zahlreichen Verspätungen gekommen.

Trotzten dem Sturm: Die Piloten hatten keinerlei Probleme, ihre Flugzeuge am Montagmorgen sicher in Kloten zu landen (Video: Michael Caplazi).

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