Eishockey

Kloten hat fast alles unter Kontrolle

Beim 4:2-Erfolg in der Bossard-Arena über die EVZ Academy fehlt dem EHC eigentlich nur eines: Effizienz im Torschuss. In der Swiss-League-Tabelle bleiben die Klotener im 2. Rang.

Der Bann ist gebrochen: Ramon Knellwolf (hier auswärts in Winterthur) trifft gegen die EVZ Academy erstmals. Und das gleich doppelt.

Der Bann ist gebrochen: Ramon Knellwolf (hier auswärts in Winterthur) trifft gegen die EVZ Academy erstmals. Und das gleich doppelt. Bild: Madeleine Schoder

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In der Kabine tönte «Göschene Airolo», aus der Garderobe kamen Leute mit fröhlichen Gesichtern – das Gastspiel des EHC Kloten in Zug war erfolgreich verlaufen. In den letzten 93 Spielsekunden, als der EHC gar noch die einzigen Strafen der Partie kassierte, das aber gleich doppelt, hatten sich drei Feldspieler und Goalie Dominic Nyffeler erfolgreich gegen sechs Feldspieler der Academy gewehrt.

Dass auch in den letzten Sekunden die Arbeit in der eigenen Zone höchst konzentriert ausgeführt wurde, passte zum Auftritt Klotens. Vor lediglich 425 Zuschauern, von denen die deutliche Überzahl Kloten-Fans waren, «haben wir in der Defensive sehr gut gearbeitet. Wie wir mit dem Puck in der eigenen Zone umgegangen sind, das hat mir sehr gefallen», lobte Coach Per Hanberg. Auf die Defensive hatte er ja auch in letzter Zeit immer wieder das Hauptaugenmerk gelegt.

Die Faille-Linie funktioniert

Nur gerade sechs Schüsse auf das Gehäuse von Dominic Nyffeler hatte Kloten in 40 Minuten zugelassen, am Ende waren es 11. Diesen Bereich des Spiels hatte der EHC sehr gut unter Kontrolle. Wie schon beim 1:0-Heimsieg im Derby gegen die GCK Lions vom vergangenen Dienstag taten sich die Flughafenstädter im Abschluss schwer. «Wir haben uns eine grosse Menge an Chancen erarbeitet», sagte Per Hanberg. «Aber die Effizienz hat gefehlt.» Sechs, sieben oder gar acht Tore hätten sie wohl gemacht, wenn da nicht die Probleme mit dem Torschuss gewesen wären. Die Überlegenheit Klotens war mit 48:11 Torschüssen schon beinahe erdrückend. Doch das Resultat auf der Anzeige blieb viel zu lange knapp. Das ist das Einzige, was man Kloten vorwerfen muss. Weil es eben nach 30 Minuten noch immer 2:0 stand, genügte ein einziger Treffer der Zuger, um den Match schon wieder spannend werden zu lassen. Wenigstens nicht lange.

Denn nur sieben Minuten später sorgte Marco Lehmann mit dem 3:1 wieder für Ruhe und klarere Verhältnisse. Sein Goal war sogar ein Powerplaytor, zustande kam es aber nicht aus einer typischen Überzahlsituation, sondern vor allem wegen Lehmanns Tempo, mit dem er einen Spielzug aus dem eigenen Drittel heraus abschloss. Mit einem Buebetrickli war er erfolgreich.

Premiere und Doublette

Marco Lehmanns Treffer zum 3:1 war bereits das zweite Tor des Abends für seiner Linie mit Éric Faille, Ramon Knellwolf. Bereits nach 114 Sekunden hatte Knellwolf das 1:0 geschossen. Seinen ersten Saisontreffer erzielte er nach einer perfekten Kombination, in der Faille und Lehmann die Vorarbeit geleistet hatten.

Knellwolf doppelte sogar nach: Etwas mehr als zwei Minuten nach Zugs zweitem Goal sorgte er mit dem 4:2 für die Siegsicherung. Dieses Trio funktionierte schon vorher gut, jetzt hat auch Knellwolf endlich getroffen. Das dürfte der Effizienz der Drei in Zukunft dienlich sein. Mit 13 Treffern haben sie exakt ein Drittel aller Klotener Tore erzielt, zusammen sammelten sie bisher 32 Skorerpunkte. Diese Formation setzte das am besten um, was Hanberg fordert: «In einem Spiel, in dem das Resultat so lange eng bleibt, ist es wichtig, bescheiden zu bleiben.» Und dann eben die Treffer des Gegners so schnell wie möglich zu korrigieren.

Figren fehlt weiterhin

Noch immer nicht richtig in Schwung gekommen ist dagegen Dominic Forget mit seinen Flügeln. Vielleicht wird das noch einige Zeit dauern, denn mit Robin Figren fehlt der zweite Ausländer weiterhin. Seit seinem Penaltytor gegen Biasca verpasste der Schwede bereits vier Spiele, er dürfte noch etwa zwei Wochen fehlen. Kloten könnte ihn schon vorher gebrauchen. Denn nach dem «Rückspiel» von morgen Dienstag gegen die EVZ Academy in der Swiss Arena folgen am Freitag das Heimspiel gegen Thurgau sowie der Match in Visp am Dienstag, 22. Oktober. Auch in Sachen Verteidiger präsentiert sich die Personalsituation nicht gerade rosig. Tim Grossniklaus wurde von den SCL Tigers für das Wochenende zurückbeordert. Doch da René Back sein Comeback gab, hatte Kloten sechs Verteidiger und durfte Steve Kellenberger erneut stürmen. Im Angriff fühlt sich der Captain bisher wohler als zuvor in der Defensive.

Erstellt: 13.10.2019, 09:40 Uhr

Match-Telegramm

EVZ Academy - Kloten 2:4 (0:2, 1:1, 1:1)

Bossard Arena. - 425 Zuschauer. - SR Stricker, Hürlimann; Micheli/Francey. - Tore: 2. Knellwolf (Lehmann, Faille) 0:1. 19. Kindschi (Sutter) 0:2. 31. Eugster (Bougro; Strafe gegen Kloten angezeigt) 1:2. 38. Lehmann (Faille, Ganz; Ausschluss Döpfner) 1:3. 45. Bougro (Stampfli, Zaetta) 2:3. 47. Knellwolf (Lehmann, Faille) 2:4. - Strafen: 3-mal 2 Min gegen Zug, 2-mal 2 gegen Kloten. - EVZ Academy: Zaetta; Wüthrich, Graf; Stampfli, Brunner; Gurtner, Schüpbach; Auriemma; Wyss, Lust, Döpfner; Stoffel, Schwenninger Barbei; Eugster, Bougro, Oehen; Capaul, Stehli, Schwab. - Kloten: Nyffeler; Back, Kindschi; Stämpfli, Steiner; Kälin, Ganz; Obrist, Sutter, Kellenberger; Halberstadt, Forget, Marchon; Knellwolf, Faille, Lehmann; Sturny, Lemm, Staiger; Mettler. - Bemerkungen: Zug ohne Kristensen (verletzt); Kloten ohne Wetli, Figren, Füglister, Brunner (verletzt), Grossniklaus (SCL Tigers).

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