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Gegen längere ÖffnungszeitenKeine «Mediterranen Nächte» im Sommer 2020

Bewohner ziehen ihre Beschwerde gegen längere Öffnungszeiten in Zürcher Bars und Restaurants weiter – und befürchten einen «Nachholbedarf».

Obwohl die «Mediterranen Nächte» dieses Jahr ausfallen, befürchten Bewohner der Innenstadt mehr Lärm und Partys .  Foto: Dominique Meienberg
Obwohl die «Mediterranen Nächte» dieses Jahr ausfallen, befürchten Bewohner der Innenstadt mehr Lärm und Partys . Foto: Dominique Meienberg

Im Juli und August hätten Zürcher Bars und Restaurants ihre Gäste an gewissen Wochenenden auch in den Aussenbereichen bis um 2 Uhr bewirten dürfen. So sieht es das vom Zürcher Gemeinde- und Stadtrat unterstützte Projekt «Mediterrane Nächte» vor. Längere Öffnungszeiten würden einem Bedürfnis der Bevölkerung entsprechen, argumentierten die Befürworter. Gleichzeitig wollten sie die Gastronomiebranche unterstützen.

Gegen das Vorhaben wehrt sich die Gruppe «Innenstadt als Wohnquartier». Mit der «ungebremsten Liberalisierung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raums» würden die Innenstadtquartiere als Wohnorte infrage gestellt, sagt die Gruppe, die sich aus vier Quartiervereinen zusammensetzt. Unter solchen Voraussetzungen könnten Familien, ältere Menschen und Berufstätige bald nicht mehr in der Innenstadt wohnen.

Aufschiebende Wirkung

Eine Einsprache der Gruppe hat der Zürcher Stadtrat vor knapp einem Monat abgewiesen. Noch vor Ablauf der Frist hat sie nun ihre Beschwerde an die nächste Instanz weitergezogen. Aufgrund der aufschiebenden Wirkung wird es in diesem Sommer keine «Mediterranen Nächte» geben.

Dennoch blickt die Gruppe mit Sorge auf die nächsten Monate. In einer Mitteilung schreibt sie, dass es nach der Lockerung der Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie einen «Nachholbedarf» geben und die Stadt dem Partyvolk mehr Freiheiten gewähren könnte. Dagegen werde sie sich jedoch mit allen Mitteln wehren.

Ob die «Mediterranen Nächte» nun im Sommer 2021 stattfinden werden, ist noch unklar.