Winterthur

«Die Weisse Zone wird aufgelöst»

Schluss mit gratis parkieren: Der Stadtrat will alle öffentlichen Parkplätze in Winterthur bewirtschaften, also kostenpflichtig machen.

Die Weisse Zone verschwindet aus Winterthur: In der Stadt sollen alle öffentlichen Parkplätze kostenpflichtig oder sonst «bewirtschaftet» sein.

Die Weisse Zone verschwindet aus Winterthur: In der Stadt sollen alle öffentlichen Parkplätze kostenpflichtig oder sonst «bewirtschaftet» sein. Bild: Heinz Diener

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Die Mitteilung aus dem Stadtrat kommt überraschend: Grundsätzlich alle öffentlichen Parkplätze auf Stadtgebiet sollen innert der nächsten drei Jahre kostenpflichtig oder auf andere Art «bewirtschaftet» werden. Dies stehe im neuen Konzept «Parkraumplanung und -bewirtschaftung», das der Stadtrat kürzlich verabschiedet hat.

Gemäss Miteilung werden nur Aussenwachten ohne S-Bahnstationen nicht einbezogen. Sonst wird das ganze Stadtgebiet in die drei Kategorien Stadtzentrum, Quartierzentrum und Wohnquartier eingeteilt. Welche Bedingungen in den jeweiligen Gebieten genau gelten, ist noch unklar.

Als Begründung für die Massnahme schreibt die Stadt in ihrer Mitteilung: «Öffentliche Parkplätze sollen in Wohnquartieren vor allem von Anwohnenden und in den Zentren von Besucherinnen und Besuchern genutzt werden – und nicht von Pendlerinnen und Pendlern.» Dies sei das Kernziel des Konzepts. «Das heisst, die Weisse Zone wird aufgelöst», sagt Raffael Noesberger, Leiter der Verkehrsplanung auf Anfrage. Momentan gebe es auf Stadtgebiet noch mehrere hundert kostenloser Parkplätze. Viele seien in den Quartierzentren, also in Töss, Wülflingen, Veltheim und Oberwinterthur.

Stadtrat erwartet Widerstand

Auf diesen Plätzen sollen bis in drei Jahren normale Parkgebühren eingeführt werden. Oder die Plätze werden zur Blauen Zone und sind dann nur noch 1,5 Stunden gratis. Für das Gewerbe seien diese Kurzzeitparkplätze ein Vorteil, weil sie nicht von Pendlern besetzt werden könnten, sagte Noesberger weiter. Eines der Ziele mit der neuen Parkraumplanung ist es insbesondere, die Pendler vom Parkieren auf öffentlichen Plätzen abzuhalten.

Noesberger rechnet damit, dass die Änderung nicht ohne Widerstand über die Bühne gehen wird. Parkplätze seien bekanntlich ein emotionales Thema. Definitiv ist die neue Parkraumplanung aber noch nicht. Der Grosse Gemeinderat muss sie noch absegnen - inklusive der Höhe der Parkgebühren.

Überraschender Beschluss des Stadtrates

Parkplätze sind in Winterthur ein heisses Eisen: Kürzlich gab es Proteste, weil Parkplätze am Römertor in Oberwinterthur kostenpflichtig wurden. Im Oktober 2015 hatte die Stimmbevölkerung die neue Parkplatzverordnung nach langem Hin und Her abgelehnt. Dort ging es allerdings um die Zahl von privaten Parkplätzen im Rahmen von Baubewilligungsverfahren, nicht um öffentliche wie jetzt im Konzept «Parkraumplanung und -bewirtschaftung».

Der Beschluss des Stadtrates kommt deshalb überraschend, weil aus dem Baudepartement unter SVP-Politiker Josef Lisibach und von der bürgerlichen Mehrheit im Stadtrat keine Entscheide erwartet wurden, die eine klare Beschränkung des Autoverkehrs zum Ziel haben. Diesbezüglich lässt auch eine Passage in der Medienmitteilung aufhorchen: Die Begrenzung der Zunahme des motorisierten Individualverkehrs durch eine «konsequente Parkraumpolitik» und die «gezielte Umlagerung auf andere Verkehrsträger» wie öffentlicher Verkehr, Velo- und Fussgängerverkehr seien «wichtige Beiträge zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Verkehrssystems».

Es sind aber noch viele Fragen offen: Wie viele Parkplätze werden zu blauen Zonen umgewandelt? Wo kommen Parkuhren hin? Wie hoch sind die Gebühren? Wir hoffen, dass wir das heute im Verlauf des Tages klären können...

Erstellt: 26.04.2017, 10:21 Uhr

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