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Karl’s kühne Gassenschau zieht sich aus Pfungen zurück

Die Macher der Karl’s kühnen Gassenschau verzichten auf einen Rechtsstreit mit Anwohnern. Sie sagen die geplanten Auftritte in Pfungen ab.

Karl's kühne Gassenschau kommt nicht nach Pfungen.
Karl's kühne Gassenschau kommt nicht nach Pfungen.
Archiv, Marc Dahinden

Schon seit Jahren finden die Aufführungen von Karl’s kühne Gassenschau in der Region Winterthur statt. Die letzten drei Produktionen «SILO8», «FABRIKK» und «SEKTOR1» zeigte die kühne Truppe im Industriepark Winterthur. Nachdem dieses Gelände den Theaterleuten nicht mehr zur Verfügung steht, haben sie gemäss Mitteilung für eine neue Produktion ein Baugesuch für den Platz in der Lehmgrube in Pfungen eingereicht und auch eine entsprechende Baubewilligung erhalten. Gegen das Vorhaben ist allerdings ein Rekurs eingegangen.

Kunst statt Rechtsstreit

Die Karl’s kühne Gassenschau habe sich intensiv bemüht, gute Lösungen für die Anwohnerinnen und Anwohner zu finden, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Gauklergruppe wäre bereit gewesen, einen Erdwall mit Schallschutzmauer zu bauen und Schall-Werteinhaltungen schriftlich zuzusichern. Paul Weilenmann, Gründer und Produzent schreibt: «Uns ist ein gutes Einvernehmen mit der Nachbarschaft wichtig. Wir haben von vielen Leuten Zuspruch für unser Projekt erhalten. Leider waren Gespräche mit ein paar wenigen Exponenten aus der Nachbarschaft nicht zielführend. Wir wollen uns auf unser neues künstlerisches Projekt konzentrieren und nicht auf Rechtsstreitigkeiten ohne Planungssicherheit.»

Thomas Kraft, Projektleiter Pfungen und Miriam Frei, Geschäftsführung Karl’s kühne Gassenschau: «Wir bedanken uns herzlich bei der Keller AG Ziegeleien, der Firma Eberhard und bei der Gemeinde Pfungen, die sich tatkräftig für das Projekt engagiert haben.» Die Leitung der Karl’s kühne Gassenschau bedaure, dass der Vorarbeit von vielen Akteuren nicht Rechnung getragen werden könne.

Kein Plan B im Kanton Zürich

Momentan wird gemäss Mitteilung intensiv an einem Plan B gearbeitet, aber es sei noch nichts spruchreif. Schon klar sei, dass dieser Plan B nicht im Kanton Zürich stattfinden werde. Wie die Kühnen schon mehrfach betont hätten, wäre der Platz in Pfungen die einzige Option im Kanton Zürich gewesen. Während den letzten 15 Jahren habe die Zürcher Gruppe ihre Ur-Première immer in ihrem Heimatkanton feiern können. Das werde im Jahre 2021 bedauerlicherweise nicht der Fall sein. Die Theatergruppe hofft, dass sie rasch einen Platz mit entsprechender Bewilligung finden wird, um ihre 100 Arbeitsplätze im kommenden Jahr zu sichern. Die Rahmenbedingungen für solche Projekte würden zunehmend schwieriger. Die Macher der Gassenschau wünschen sich sehr, dass sie mittelfristig wieder im Heimatkanton auftreten können, sofern sich eine entsprechende Möglichkeit eröffnen sollte.

Gemeinderat bedauert Rückzug

Der Gemeinderat Pfungen kann den Schritt der Theatergruppe verstehen und nachvollziehen, wie er in einer Mitteilung schreibt. Man habe die Vertreter der Gassenschau nach allen Seiten gesprächsoffen und konsensorientiert erlebt. Sie hätten Hand geboten zu sehr weitgehenden, mit hohem Investitionsaufwand verbundenen Lösungen.

Der Rat sei weiterhin der Meinung, dass Pfungen in verschiedenen Belangen von der Anwesenheit der Truppe und der Ausstrahlung weit über die Region hinaus profitiert hätte. Er stelle zudem fest, dass die Vorfreude auf die Karl’s kühne Gassenschau bei vielen Einwohnerinnen und Einwohnern gross war und dieser Rückzug Bedauern auslöse.

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