Die Grasshoppers verlieren auf dem Winterthurer Acker zwei Punkte

GC tut sich gegen den FCW schwer und kann den Gegner in der Challenge-League-Tabelle mit dem 1:1 nicht abhängen.

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Als Petar Pusic vom Platz trottet, sind seine Schuhe schon lange nicht mehr blau. Bis zum Knöchel sei er auf der anderen Seite im Dreck gestanden, berichtet der U-21-Nationalspieler. «Eine solche Kulisse, ein solches Spiel», sagt er, «und dann ein solcher Rasen», Pusic schüttelt den Kopf, brutal schwierig sei es gewesen und die Unterlage extrem tief. Ja, dieser Rasen, er ist das Hauptthema nach dem Spiel. Auch Pusics Gegner Davide Calla findet, sein Team wolle Fussball spielen, da komme ein solcher Acker nicht entgegen.

Die Kulisse aber, die Pusic anspricht, sie ist wirklich gut. Die Schützenwiese ist fast ausverkauft, 9000 Zuschauer sind da. Das sind dreimal so viele wie an einem durchschnittlichen Heimspiel der Grasshoppers. Deren Fans sind auch in Winterthur personell stark vertreten, sie zünden die ersten Pyros, als die Spieler den Rasen betreten. Der Platz ist in Rauch gehüllt, da hat das Spiel noch nicht einmal angefangen.

Das Führungstor für den FC Winterthur durch Nuno Da Silva. (Video: Teleclub)

Als es dann beginnt, tut GC-Trainer Uli Forte Spiel etwas, was er sonst selten tut: Er lässt seine Mannschaft experimentieren. Nach dem Spiel gibt er zu, dass bei GC alles etwas vorhersehbar geworden sei. Seine Lösung: Zuverlässig wechseln Pusic und Nikola Gjorgjev, die beiden Flügel, von denen so viel abhängt im GC-Spiel, ihre Positionen im Viertelstundentakt. Njie und Diani spielen dazu erstaunlich offensiv, Salatic sichert hinter ihnen ab.

Auch wenn den Grasshoppers der etwas bessere Start gelingt, ändert es wenig an der Berechenbarkeit von Fortes Truppe. Winterthur-Goalie Raphael Spiegel hat bei den Distanzversuchen von Nassim Ben Khalifa und Gjorgjev keine Probleme. Die grösste Chance der Startphase hat Pusic nach einem Konter, er schiesst aus guter Position übers Tor. Trotzdem spricht Forte von einer starken ersten Halbzeit.

Der sofortige Ausgleich

Je länger aber das Spiel dauert, desto löchriger wird der Rasen. Nur einem scheint das keine Mühe zu machen. Nuno Da Silva sprintet los, eine halbe Stunde ist vorbei. 60 Meter zwischen ihm und dem Tor, dazu viel holpriger Boden und einige GC-Verteidiger. Etwas glücklich setzt sich Da Silva durch und trifft zum 1:0. Doch der Jubel verstummt schnell. Cvetkovic, einer der Überlaufenen, verwandelt im ersten Angriff nach dem Anspiel eine Flanke von Gjorgjev zum 1:1. «Ärgerlich», sagt Winterthur-Trainer Ralf Loose, dass seine Mannschaft ausgerechnet den Stärksten nicht gedeckt habe.

Der Ausgleich der Grasshoppers durch Aleksandar Cvetkovic. (Video: Teleclub)

Ärgerlich für ihn auch, dass keine Antwort mehr gelingt. Der Start in die zweite Halbzeit ist träge, kommt GC zum Abschluss, dann durch ungenaue Befreiungsschläge nach Pusics Eckbällen. Das Niveau des Spiels sinkt, die Stimmung ebenso. Auf der Tribüne und auf dem Platz. Der sonst besonnene Cvetkovic sieht Gelb, weil er nach einem Dutzendfoul von Njie heftig reklamiert.

«Es wäre arrogant, gegen Winterthur drei Punkte zu budgetieren.»Uli Forte

Vorne schimpft Ben Khalifa mit Gjorgjev, als dieser zu eigensinnig agiert. Forte nimmt den Flügelstürmer raus und sein Pendant auf der anderen Seite gleich mit. Monzialo und Asllani kommen für Pusic und Gjorgjev. Mit dem Doppelwechsel verglüht der letzte Funken Gefahr im GC-Spiel. «Er hat leider nicht den gewünschten Effekt gebracht», sagt Forte. Sein Team hat sogar Glück, weil Buess in der Schlussphase einen Kopfball knapp übers Tor setzt.

Auch wenn Winterthur sich in den vergangenen Wochen in guter Form präsentierte: GC, vom Stadionsprecher als Goliath und renommiertester Club der Schweiz schlechthin begrüsst, könnte in der Tabelle mehr Vorsprung auf den Gegner haben. Obwohl Forte sagt: «Es wäre arrogant, gegen Winterthur drei Punkte zu budgetieren.» Die Zürcher tun sich mit einer bemerkenswerten Konstanz schwer gegen schwächere Gegner. Darum kommt es wohl gelegen, dass nach der Länderspielpause Aarau in den Letzigrund kommt.

Winterthur - GC 1:1 (1:1)

9000 Zuschauer. – SR Fähndrich.

Tore: 33. Da Silva 1:0. 35. Cvetkovic 1:1.

Winterthur: Spiegel, Isik (90.+2 von Niederhäusern), Hajrovic, Bühler, Schättin; Doumbia, Lekaj; Da Silva (71. Radice), Calla, Sliskovic (87. Bdamey), Buess.

GC: Salvi; Cabral (51. Arigoni), Basic, Cvetkovic, Wittwer; Njie, Salatic, Diani (75. Subotic); Pusic (65. Asllani), Gjorgjev (65. Monzialo); Ben Khalifa.

Bemerkungen: Winterthur ohne Liechti (verletzt). GC ohne Goelzer (verletzt). Verwarnungen: 27. Cabral (Foul). 31. Bühler (Foul). 61. Cvetkovic (Reklamieren). 75. Salatic (Foul). 82. Asllani (Foul). 89. Hajrovic (Reklamieren).

Erstellt: 08.11.2019, 22:04 Uhr

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