Zum Hauptinhalt springen

Busse für EinkaufstouristenWer ennet der Grenze einkauft, muss 100 Franken zahlen

Mit dem Einreiseverbot konnte der Bundesrat bislang den Einkaufstourismus nicht stoppen. Deshalb werden Uneinsichtige nun bestraft.

Ein Bundespolizist kontrolliert einen Grenzgänger in Konstanz. Bild: Ennio Leanza/Keystone
Ein Bundespolizist kontrolliert einen Grenzgänger in Konstanz. Bild: Ennio Leanza/Keystone

Schweizer Bürgerinnen und Bürger oder Personen mit einem Aufenthaltstitel dürfen jederzeit in die Schweiz einreisen. Wenn sie aber nur zum Einkaufen ins Ausland gefahren sind, werden sie neu mit einer Busse bestraft. Der Bundesrat hat den Einkaufstourismus in der Covid-19-Verordnung explizit verboten. Die Busse beträgt 100 Franken.

Damit werde nicht der Einkauf an sich sanktioniert, sondern die Behinderung der Arbeit der Grenzschutzbehörde, hält der Bundesrat in einer Mitteilung vom Donnerstag fest. Trotz Einreisebeschränkungen habe die Eidgenössische Zollverwaltung ein reges grenzüberschreitendes Einkaufsverhalten festgestellt. Diese Kontrollen binden Ressourcen, die die Zöllner anderswo benötigen.

Unklarheiten zum Einreiseverbot haben in den letzten Wochen auch für Verwirrung gesorgt und zu Härtefällen geführt. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) hat die Ausnahmen daher nun genauer definiert.

Gründe müssen belegt werden

Ausländerinnen und Ausländer ohne Aufenthaltsberechtigung oder berufliche Gründe dürfen gemäss Verordnung nur in die Schweiz einreisen, wenn sie sich «in einer Situation der äussersten Notwendigkeit» befinden. Bisher hatten die Grenzbehörden weites Ermessen bei der Beurteilung, ob diese Bedingung erfüllt ist.

Nun wurde die Bestimmung in einer Weisung des SEM präzisiert: «Äusserste Notwendigkeit» liegt unter anderem dann vor, wenn es um Betreuung von erkrankten oder betagten Familienangehörigen geht, zur Wahrnehmung eines Besuchsrechts von getrennt lebenden Eltern, zur Fortführung medizinischer Behandlungen oder zur Wahrnehmung von Terminen und nicht aufschiebbaren geschäftlichen Besprechungen. Die Gründe müssen hinreichend belegt werden.

116 Kommentare
    Sven Steuer

    Es ist beschämend, dass ein Bundesrat der jahrzehntelang nichts gegen die Abzockerei seiner Bürger unternommen hat, in dieser Krise sogar vor illegalen Massnahmen nicht zurück schreckt um die Schweizer Abzockerfirmen beim Ausbeuten der eigenen Bürger zu unterstützen. Neu kann man die Corona-Verordnung auch Lex-Coop/Migros nennen.