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Kolumne von Michael HermannJenseits des Anti-SVP-Reflexes

Die Verhüllungsverbotsinitiative mag von der SVP kommen, findet aber auch bei aufgeklärten Menschen Sympathie. Warum eigentlich?

Ein seltener Anblick: Verschleierte arabische Touristinnen spazieren über die Kapellbrücke in Luzern.
Ein seltener Anblick: Verschleierte arabische Touristinnen spazieren über die Kapellbrücke in Luzern.
Foto: Urs Jaudas

Die SVP gegen den Rest. Das war jahrelang das dominierende Schema der Schweizer Politik. Noch vor wenigen Jahren wäre die Debatte zur Verhüllungsverbotsinitiative zu einer hochemotionalen Grundsatzfrage hochgekocht über das Wesen und die Zukunft der Schweiz. Trotz nahendem Abstimmungstermin bleibt jedoch diesmal das emotionale Thermometer auf lauwarm eingestellt. Es ist die anhaltende Schwäche der SVP und ihre verlorenen Abstimmungen und Wahlen, welche die alte Fixierung zumindest ein bisschen gelockert haben.

Obwohl die aktuelle Initiative für einmal sogar wieder gute Chancen hat, öffnet die Erfahrung der vergangenen Jahre den Raum für mehr Schattierung. Die Welt ist zu komplex geworden, um alles in einen einfachen Gegensatz zwischen Abschottung und Öffnung zu pressen. Oder sind die Grünen jetzt die neue SVP, weil sie sich gegen den Freihandel mit Indonesien stellen? Auch das Verhüllungsverbot hat eine differenzierte Auseinandersetzung verdient, jenseits des Anti-SVP-Reflexes.

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