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Erste-Hilfe-StudieJeder Zweite hat Angst, im Notfall etwas falsch zu machen

Was tun, wenn jemand einen medizinischen Notfall erleidet? Eine aktuelle Studie im Auftrag des Schweizerischen Roten Kreuzes und Helsana lässt aufhorchen.

In einem medizinischen Notfall muss rasch gehandelt werden: Ein Mann demonstriert den Nutzen eines Defibrillators an einem Dummy.
In einem medizinischen Notfall muss rasch gehandelt werden: Ein Mann demonstriert den Nutzen eines Defibrillators an einem Dummy.
Foto: Nicola Pitaro (Keystone)

Knapp ein Drittel der Schweizer Bevölkerung hat im nahen Umfeld einen medizinischen Notfall erlebt, doch die Hälfte fühlt sich in Notfallsituationen und bei Erste-Hilfe-Massnahmen unsicher. Grund dafür ist fehlendes oder veraltetes Wissen.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie, wie das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) und die Krankenkasse Helsana am Freitag mitteilten. Die Bereitschaft, Erste Hilfe zu leisten, sei zwar gross, das Wissen dazu reiche jedoch bei jeder zweiten befragten Person nicht aus. Oftmals läge der letzte Erste-Hilfe-Kurs viele Jahre zurück – im Schnitt seien es rund 15 Jahre. Dies führe zu Unsicherheiten, da Vieles vergessen gegangen sei.

144: Die meisten kennen diese Nummer

Drei Viertel der Befragten geben an, dass sie bei einem medizinischen Notfall die korrekte Notfallnummer 144 wählen würden, um eine Ambulanz zu rufen. Und auch trotz Abstandhalten in Zeiten des Coronavirus sei eine deutliche Mehrheit bereit, Erste Hilfe zu leisten.

Ein Grossteil der Befragten, der sich bei einem Notfall unsicher fühle, sei überzeugt, dass regelmässige Wiederholungskurse mehr Sicherheit geben würden. Der Wunsch nach Erste-Hilfe-Kursen, die in die obligatorische Ausbildung integriert sind, sei gross.

Die Mehrheit der Befragten glaube, dass auch im digitalen Zeitalter Erste-Hilfe-Kurse vor Ort und von Angesicht zu Angesicht stattfinden sollten. Überraschenderweise sei auch die jüngere Bevölkerung dieser Ansicht.

Am Samstag ist Welttag der Ersten Hilfe

Das SRK leiste mit Aus- und Weiterbildungskursen in Erster Hilfe mit seinen Rettungsorganisationen einen wichtigen Beitrag dazu, dass jede Person in einem medizinischen Notfall kompetent helfen könne, heisst es weiter. Am Samstag machen die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung zudem mit dem Welttag der Ersten Hilfe auf die Wichtigkeit der Kompetenzen in der Ersten Hilfe aufmerksam.

Die repräsentative Studie zum Verhalten und den Kompetenzen der Schweizer Bevölkerung zu Erster Hilfe wurde im Auftrag des SRK und der Krankenkasse Helsana von der Forschungsstelle Sotomo durchgeführt. Im Juli dieses Jahres wurden 3000 Personen in der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz befragt. Die Studie ist repräsentativ für die sprachintegrierte Bevölkerung der Schweiz ab 18 Jahren, wie es weiter heisst.

SDA

10 Kommentare
    PSchmid

    ich komme jedes Jahr in den „Genuss“ erste Hilfe zu leisten. Mein Fazit:

    - ein danke hat es noch nie gegeben

    - auf den Kosten das erste Hilfematerial bleibt man sitzen. Kleider mit Blutflecken gar nicht erst erwähnt

    - Sanitäter behandeln einem von oben herab. Sie wollen nicht mal wissen was man gemacht hat und was man bemerkt hat

    - Polizei und Empathie muss erst wohl noch erfunden werden

    Eigentlich sehr ernüchternd und traurig! Was bleibt ist das gute Gewissen jemanden geholfen zu haben und das ist unbezahlbar. Ich werde es weiter machen und hoffe, dass mir mal auch geholfen wird, wenn mir was passiert ist.