Zum Hauptinhalt springen

Andauernde ProtesteInternational anerkannter Regierungschef Libyens tritt zurück

Die andauernden Proteste in Libyen scheinen den Chef der international anerkannten libyschen Regierung zermürbt zu haben. Fajis al-Sarradsch geht.

Libyen befinde sich in einem Zustand starker Polarisierung, der alle Versuche, die Krise zu lösen, äusserst schwierig mache: Chef der international anerkannten libyschen Regierung, Fajis al-Sarradsch. (Archivbild)
Libyen befinde sich in einem Zustand starker Polarisierung, der alle Versuche, die Krise zu lösen, äusserst schwierig mache: Chef der international anerkannten libyschen Regierung, Fajis al-Sarradsch. (Archivbild)
Reuters/Ismail Zitouny

Nach andauernden Protesten gegen die Regierung hat der Chef der international anerkannten libyschen Regierung, Fajis al-Sarradsch, seinen Rücktritt angekündigt. «Ich erkläre allen meinen aufrichtigen Wunsch, meine Pflichten spätestens Ende Oktober zu übergeben», sagte al-Sarradsch am Mittwochabend in einer Fernsehansprache. Das politische Klima in Libyen befinde sich in einem Zustand starker Polarisierung, der alle Versuche, die Krise zu lösen, äusserst schwierig mache.

In der Hauptstadt Tripolis und anderen Städten war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Protesten gegen Korruption und die sich verschlechternden Lebensumstände gekommen. Hunderte von Demonstranten hatten politische Reformen in dem nordafrikanischen Land gefordert. Sie kritisierten auch die andauernde und turbulente Übergangsphase, in der sich Libyen seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Ghadhafi 2011 befindet. In dem ölreichen Libyen herrscht seit 2011 ein von aussen befeuerter Bürgerkrieg. Die international anerkannte Regierung in Tripolis unter Fajis al-Sarradsch kämpft gegen die Truppen des einflussreichen Generals Chalifa Haftar im Osten des Landes.

Libyens Ost-Regierung hatte bereits am Montag inmitten von Protesten gegen schlechte Lebensbedingungen ihren Rücktritt angeboten.

Annäherung in der Schweiz

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind Libyens Konfliktparteien sich zuletzt bei Gesprächen hochrangiger Vertreter in der Schweiz näher gekommen. So habe Einigkeit bestanden, dass Präsidentschafts- und Parlamentswahlen nötig seien, teilte die UN-Mission für Libyen (UNSMIL) vergangene Woche mit.

Diese jüngsten Konsultationen führten zu einer neuen Vorbereitungsphase zur Vereinheitlichung der Institutionen und zur Vorbereitung eines Umfelds für bevorstehende Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, sagte al-Sarradsch in seiner Ansprache. Man hoffe, dass sie «ein guter Vorläufer für mehr Konsens und Einigung sein werden». Zwar sei er davon überzeugt, dass Direktwahlen der beste Weg seien, doch werde er jeden anderen Weg unterstützen. Ein friedlicher und reibungsloser Machtwechsel müsse gewährleistet werden.

SDA/chk

4 Kommentare
    Alejandro Galan

    2. Teil

    Will der Westen, dass in Libyen Frieden herrscht, müssen unsere unfähigen Diplomaten mit jedem Klans reden und alle in offenen Besprechungen miteinbeziehen. Erst nach tage Lange Besprechungen sich kennenlernen. Dann die Probleme der Klans verstehen und verstehen wollen, Alle (JA alle ohne Ausnahme) Klans-Chefs zuhören und reden (bitte nicht auf Englisch, auf Arabisch) Die Klans-Chefs hassen gemäss BBC English, Italienisch und Deutsch. Jetz sieh man, dass unsere Diplomaten überhaupt nicht gut vorbereitet sind. Ein UNI Studium genügt nicht. In Libyen herrscht eine in Europa bekannte Kulturbeziehungen. Wir haben ein Beispiel in der «Oxbridge» offizielle Deckmantel von Personen mit abgeschlossenem Studium in Oxford oder Cambridge (in UK fast alle Primeminister und Minister sind (jetzt) und war Axbridge). Im Frankreich haben ein ähnliches Beispiel mit damaligen Studenten der ENA (École nationale d'administration. Fast alle Präsidenten nun Minister von Frankreich haben in der ENA ihre Ausbildung gehabt (z.B. Macron mit über 12 seiner Minister)

    Also in Libyen ist das Gleiche, die wichtigsten Stellen in der Ära al-Qaddhafi waren Klas Chefs. Heute noch die Kämpfe in Libyen ist ein Klans Krieg.

    Wenn wir nicht in der Lage sind, das zu verstehen und zu akzeptieren, werden wir die gleichen Problemen mit dem «Friedenabkommen» mit dem Taliban, Gruppe mit eine Klans Struktur, Familien Struktur, die respektiert werden muss.