Luftfahrt

Intensive Sicherheitsinstruktionen und dann eine Notlandung

Eine Maschine der türkischen Fluggesellschaft Tailwind musste am Sonntag auf ihrem Flug von Antalya nach Kloten nach einem Druckabfall in Sofia notlanden. Eine Passagierin schilderte dem «ZU» die belastenden Stunden.

Die Passagiere im Flugzeug der türkischen Chartergesellschaft wurden aufgefordert, unverzüglich die Sauerstoffmasken aufzusetzen.

Die Passagiere im Flugzeug der türkischen Chartergesellschaft wurden aufgefordert, unverzüglich die Sauerstoffmasken aufzusetzen. Bild: zvg

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Für die erfahrene Flugpassagierin aus Winterthur begann der Schrecken nicht erst mit dem Herunterfallen der Sauerstoffmasken und dem rasanten Sinkflug. Schon einige Stunden zuvor habe sich Eigenartiges ereignet, teilte die Tamedia-Mitarbeiterin dem «Zürcher Unterländer» mit.

Beim Flug CAI 1845 der türkischen Corendon-Maschine vom zypriotischen Airport Ercan nach Kloten erfolgte die planmässige Zwischenlandung im türkischen Antalya. «Aus unerklärlichen Gründen wurden wir aufgefordert, das Flugzeug der Corendon-Gesellschaft zu verlassen und in eine Maschine der Tailwind umzusteigen», erzählt die Frau.

Lange Instruktionen

Vor dem Start erfolgten die üblichen Sicherheitsinstruktionen: «Die Security-Erklärungen waren extrem umfassend und den Passagieren wurden eigenartig strenge Sicherheitsvorschriften gemacht.» So sei angeordnet worden, dass Geräte wie Kameras, Handys und Laptops während des gesamten Flugs nicht eingeschaltet werden dürften – auch nicht im Flugmodus. Wer dagegen verstosse, werde strafrechtlich verfolgt.

«Die Anweisungen wurden mit einer starken Betonung gegeben. Ich hatte den Eindruck, das Kabinenpersonal hatte bereits eine Ahnung, dass etwas schief gehen könnte», sagte die Frau, die sich als Vielfliegerin bezeichnet. «Ich steige alle paar Monate in ein Flugzeug, doch so etwas wie diesen Flug habe ich noch nie erlebt.»

«Wir müssen notlanden»

Auf einer Flughöhe von etwa zehn Kilometern sei plötzlich eine leichte Hektik beim Flugpersonal aufgekommen und ein schneller Sinkflug sei eingeleitet worden. «Plötzlich rannte eine Dame des Kabinenpersonals durch den Gang. Als sie auf unserer Höhe war, rief sie ‹wir fallen runter›. Ich dachte, sie hätte es in der Hektik wohl falsch formuliert, doch schon gabs einen Riesenknall und die Sauerstoffmasken fielen herunter.» Unmittelbar danach habe der Kapitän die Durchsage gemacht: «Wir verlieren Kabinendruck, wir müssen in Sofia notlanden.»

Die Schweizer Feriengäste besteigen die Boeing 737 in Antalya. Kurze Zeit später musste der Kapitän zur Notlandung ansetzen. Bild: zvg.

Das lange Warten

Innerhalb von nur wenigen Minuten sei die Maschine von einer Flughöhe von 10 000 Metern auf 2500 Meter gesunken. Die Flughöhen habe der Pilot durchgegeben. «Schnell stieg der Druck auf das Herz, ja den gesamten Organismus, aber vor allem auf die Ohren», erklärte die Passagierin. Sie habe sich auf das Atmen konzentriert, doch die Ohrenschmerzen seien sehr stark gewesen. «Und eine Frau hat gesagt, ihr sei übel.»

Schliesslich landete die Boeing 737 sicher auf dem Flughafen im bulgarischen Sofia. «Ich war so glücklich, wieder Boden unter den Füssen zu haben», erklärte die Passagierin.

Was danach folgte, war Warten und das über fünf Stunden lang. «Es gab keine Informationen, einfach nur warten.» Glücklicherweise seien die Passagiere verpflegt worden, doch niemand habe gewusst, wies weitergehen würde. Irgendwann seien zwei Frauen mit Medikamenten für die leidenden Passagiere aufgekreuzt. Da sie jedoch kein Englisch geredet hätten, sei die Verständigung schwierig gewesen.

Endlich sei man um 18 Uhr mit einer neuen Tailwind-Maschine Richtung Zürich gestartet. «Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch und der Hoffnung, dass jetzt alles gut gehe. In das alte Flugzeug wäre ich nicht eingestiegen, ich hätte mich geweigert», erklärte sie. Kurz vor 20 Uhr landete die Tailwind-Maschine am Sonntagabend in Kloten. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.03.2018, 18:27 Uhr

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