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Implenia mit Gewinnknick im ersten Halbjahr

Der Gewinn von Implenia hat sich im ersten Halbjahr halbiert. Dies obwohl der Baukonzern den Umsatz deutlich steigerte.

Anton Affentranger, CEO von Implenia, ist trotz Gewinnrückgang zufrieden.
Anton Affentranger, CEO von Implenia, ist trotz Gewinnrückgang zufrieden.

Trotz deutlich mehr Umsatz hat der Baukonzern Implenia im ersten Halbjahr einen Gewinnknick erlitten. Sonderkosten für die Übernahme der deutschen Bilfinger Construction und der Verlust in der Sparte Buildings zogen das Ergebnis nach unten.

Der Betriebsgewinn sei von 26,4 Millionen auf 13,8 Millionen Franken gefallen, sagte Finanzchef Beat Fellmann am Donnerstag vor Medien und Analysten in Zürich. Unter dem Strich stürzte der Reingewinn gar von 17 Millionen auf 8 Millionen ab.

Ohne die Sonderkosten für die Akquisition von Bilfinger Construction hätte Implenia einen Betriebsgewinn von 24,3 Millionen erzielt. Auch das sind immer noch 7,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Reingewinn wäre um 8,2 Prozent auf 15,6 Millionen geschrumpft.

Der Umsatz stieg dagegen um 7,2 Prozent auf 1,515 Milliarden Franken. Grund für das Wachstum sei ebenfalls Bilfinger Construction, die 189,9 Millionen Umsatz beisteuerte.

Damit hat Implenia die Erwartungen der Finanzgemeinde auf allen Ebenen verfehlt. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP einen Umsatz von 1,561 Mrd. Franken, einen Betriebsgewinn von 21 Millionen und einen Reingewinn von 9,6 Millionen erwartet.

Rückschlag im Vorjahr

Bereits im Vorjahressemester hatte der grösste Baukonzern der Schweiz einen herben Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Die Sparte Buildings, die komplexe Gebäude plant, deren Bau koordiniert und ihn auch vollständig durchführt, fuhr wegen unrentablen Bauprojekten in der Westschweiz einen Verlust ein.

Auch jetzt steckt die Sparte immer noch in den roten Zahlen. Implenia-Chef Anton Affentranger zeigte sich enttäuscht: «Wir sind nicht auf Kurs.» Denn als Folge des Flops im letzten Jahr ging das Management bei Buildings nochmals über die Bücher und zog bei einigen Bauprojekten, die zu risikoreich schienen, die Notbremse.

Diese Aufträge hätten jetzt gefehlt, gestand Affentranger ein: «Wir sind vielleicht zu stark auf die Bremse getreten.» In der Zwischenzeit habe man zwar wieder einen Haufen Aufträge hereingeholt. Bis diese sich aber positiv zu Buche schlagen würden, dürfte es noch etwas dauern.

Implenia-Chef zufrieden

Insgesamt zeigte sich der Implenia-Chef dennoch mit dem ersten Halbjahr zufrieden. Denn der Auftragsbestand sei bis Ende Juni um über einen Fünftel auf 4,215 Milliarden gestiegen. Seither seien noch eine Reihe von Grossaufträgen dazugekommen.

«Heute haben wir einen Auftragsbestand von 4,558 Milliarden Franken. Das sind 1,1 Milliarden mehr als vor einem Jahr», sagte Affentranger. Der Löwenanteil des Anstiegs stamme von Bilfinger Construction. Aber auch ohne die Deutschen wäre der Auftragsbestand von Implenia um 5 Prozent gewachsen.

Die Aufträge habe man vor allem in der Schweiz geholt. «Wir haben hierzulande Marktanteile gewonnen», sagte Affentranger. Und mit der Übernahme von Bilfinger Construction expandiere Implenia in Deutschland, Österreich, Norwegen und Schweden, wo man sich Infrastrukturaufträge holen wolle.

Mittlerweile habe sich Implenia 91 Prozent des Umsatzes des Gesamtjahres 2015 gesichert. Und auch für das nächste Jahr habe man schon 44 Prozent des Umsatzes in den Büchern, sagte Affentranger: «Heute holen wir mehr Aufträge, als wir verbauen können.»

Höheres Ergebnis erwartet

«Vor dem Hintergrund der vollen Auftragsbücher und der guten Marktlage sind wir zuversichtlich, dass wir auf ein Ergebnis über dem Vorjahresniveau kommen werden», sagte der Implenia-Chef.

2014 hatte der Konzern einen Umsatz von 2,92 Milliarden und ein Betriebsergebnis von 108,5 Millionen eingefahren. Der Reingewinn hatte sich auf 73 Millionen Franken belaufen.

Auch am mittelfristigen Ziel halte Implenia fest: Bis 2016/17 will der Konzern einen Betriebsgewinn von 140 bis 150 Millionen erreichen.

Trotz der guten Aussichten zeigte sich die Finanzgemeinde enttäuscht. Die Implania-Aktien tauchten an der Schweizer Börse bis gegen 13.05 Uhr um 1,6 Prozent. Derweil lag der Gesamtmarkt SPI um 0,9 Prozent im Minus.

SDA/far

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