Kilchberg

Zweifel an Bauprojekt der reformierten Kirche

Das Pfarrhaus neben der reformierten Kirche Kilchberg soll einem vieleckigen Mehrfamilienhaus Platz machen. Über das Vorhaben stimmen die Reformierten im September ab. Nun äussert ein langjähriges Ex-Mitglied der Baukommission «grösste Bedenken».

So soll das Mehrfamilienhaus dereinst aussehen. Das letzte Wort werden die Kilchberger Stimmbürger haben.

So soll das Mehrfamilienhaus dereinst aussehen. Das letzte Wort werden die Kilchberger Stimmbürger haben. Bild: zvg/Visualisierung

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

16 Jahre lang sass Gerhard Witzig für die SVP in der Kilchberger Baukommission. In dieser Rolle befasste er sich bis 2010 mit zig Bauprojekten in seiner Gemeinde. Nun macht ihm ein Projekt der Reformierten Kirche Sorge. Er, der selber Kirchenmitglied ist, habe bei diesem Bauvorhaben «grösste Bedenken».

Worum geht’s? Die Kirchenpflege möchte eines ihrer Pfarrhäuser durch einen Neubau ersetzen. Betroffen ist das heutige, sanierungsbedürftige Wohnhaus sihltalseits der Kirche, an der Ecke Dorfstrasse/Nidelbadstrasse. Auf dem 1700 Quadratmeter grossen Grundstück soll ein vieleckiges Mehrfamilienhaus mit 12 Wohnungen entstehen. An der letzten Kirchgemeindeversammlung wurde das Projekt den Mitgliedern erstmals präsentiert. Am 23. September werden sie an der Urne entscheiden, ob es gebaut werden soll oder nicht.

Haus passe nicht ins Ortsbild

Es sei nicht das Vorhaben an sich, das er kritisiere, sagt Witzig. «Ich bezweifle einfach, dass das geplante Gebäude in dieser Ausgestaltung von der Baukommission überhaupt bewilligt wird.» Das Haus passe optisch nicht ins Ortsbild der «heiklen» Kernzone Obere Dorfstrasse. Schuld daran sei nicht nur das spezielle, umlaufende Mansardendach, sondern auch der vieleckige Grundriss. Hinzu komme, dass die Erschliessung der Tiefgarage in die stark befahrene Dorfstrasse münde. Auch müsse von Gesetzes wegen sichergestellt sein, dass alle Wohnungen rollstuhlgängig sind. «Das bezweifle ich», sagt Gerhard Witzig.

Der vorliegende Gebäudeentwurf ist das Siegerprojekt des Zürcher Architekturbüros Think Architecture. Die Jury bestehend aus Mitgliedern der Kirchenpflege und Baufachleuten hatte sich von vier Entwürfen für dieses Projekt zur Weiterbearbeitung entschieden. Für Witzig ist die Wahl unverständlich. «Meiner Meinung nach entsteht ein Haus in teurer Bauweise mit nicht optimal ausgenutzter Wirtschaftlichkeit.»

Kirchenpflegepräsident Peter Maier beschwichtigt: «Die Wirtschaftlichkeit ist bei diesem Projekt auf alle Fälle gegeben.» Aber möglichst viel Profit aus dem Gebäude zu schlagen, sei eben nicht das Hauptziel des Projekts. «Uns ist viel wichtiger, dass sich das neue Haus gut in die sensible Umgebung der charakteristischen Kirche einfügt.» Die Vorschläge der anderen Architekten seien der Jury «zu wuchtig» gewesen.

Die Bedenken von Gerhard Witzig seien unbegründet, fügt Maier an. Von Witzig angesprochene Aspekte wie die Platzierung der Garagenausfahrt seien inzwischen überarbeitet worden. «Das Projekt ist bewilligungsfähig, davon sind wir überzeugt», sagt Maier, auch wenn das notwendige externe Gutachten noch nicht vorliegt.

Infoanlass im September

Detaillierte Informationen über das Bauprojekt erhalten die Kilchberger Reformierten Ende August, wenn das Weisungsheft für die Abstimmung vom 23. September in die Haushalte verteilt wird. Für Interessierte führe die Kirchenpflege zudem am 5. September eine Infoveranstaltung zum Projekt durch. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.07.2018, 15:29 Uhr

Artikel zum Thema

Pfarrhaus soll zwölf Wohnungen weichen

Kilchberg Die Reformierten von Kilchberg befinden noch in diesem Jahr darüber, ob anstelle eines ihrer Pfarrhäuser ein Mehrfamilienhaus entstehen soll. Das würde ihre finanzielle Lage verbessern. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Die Zürichsee Zeitung digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat. Jetzt abonnieren!